Wenn es um den Titel der autofeindlichsten Stadt der Welt geht, liegt London ganz vorne. Nicht nur, dass die Briten-Metropole ihre Bürger mit horrenden Parkgebühren quält; wer in die Innenstadt hinein will, muss seit Februar 2003 auch noch eine Eintrittsgebühr bezahlen. Acht Pfund (rund zehn Euro) pro Tag oder rund 180 Pfund (228 Euro) pro Monat beträgt die für jedes Automobil erhobene so genannte Congestion Charge. Jedes Auto? Nicht ganz, es gibt da ein paar Ausnahmen. Alle Null-Emissions-Fahrzeuge sind von dieser Gebühr befreit. Rund 1.000 Elektroautos düsen daher kostenlos nach London rein, und 100 davon heißen Smart Fortwo electric drive. An vielen Stellen dürfen sie und die anderen CO2-Knauserer sogar umsonst parken.
Reinrassiges Elektroauto
Sein Sirren statt Nageln oder Brummen verrät den Zweisitzer als reinrassiges Elektroauto. Er ist kein echtes Serienmobil, sondern wurde in kleiner Stückzahl für den Großversuch gebaut, mit dem Smart respektive Mercedes Alltagserfahrungen im bisher unbekannten Terrain der Strom-Motoren sammeln möchte.
Wer dabei mitmachen will (nur Geschäftsleute und Verwaltungen sind erwünscht), muss tief in die Tasche greifen: 380 Pfund (480 Euro) kostet der Smart Leasing pro Monat, der Kauf ist nicht möglich. Ein schmerzhafter Preis, den die gesparten Gebühren aber lindern. Im Endeffekt ist so ein electric Fortwo nicht teurer als seine Verbrennungsbrüder. Nur eben leiser, umweltfreundlicher und besser.
E-Smartie beschleunigt butterweich
Denn während leidgeprüfte Smart-Piloten mit gespannter Rückenmuskulatur spätestens bei 50 km/h der unvermeidlichen Schaltrucke des sequenziellen Getriebes harren, beschleunigt E-Smartie in butterweicher Elektromanier. Das Drehmoment seines 30-Kilowatt-Drehstrommotors (41 PS) zieht ihn von der ersten Umdrehung an mit wohligem Druck und ohne Schaltunterbrechung nach vorne. Ein Ein-Gang-Reduktionsgetriebe macht es möglich.




