Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi im Fahrbericht: Dritter Anlauf in die Unauffälligkeit

Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi

Wir wollen dem neuen Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi im Fahrbericht eine reelle Chance geben und versuchen - auch wenn es schwerfällt - die alten Ssangyong-Erinnerungen zu löschen.

"Ssangyong ist wieder da?" will man ungläubig losprusten. Und belässt es beim gezügelten "zum wievielten Mal denn eigentlich?" Die koreanische Marke hat auf dem deutschen Automarkt so viele Auf- und Abtritte geprobt (nun ists der dritte Anlauf), dass man ihr kein langes Bleiben mehr zutraut.

Umso mehr Bewunderung verdienen die über 6.000 in Flensburg gemeldeten Ssangyong-Besitzer, denen diese Zeilen besonders gewidmet sind. Werte Unbekannte, herzliche Grüße aus dem neuen Ssangyong Korando. Für alle, die die Markengeschichte etwas aus den Augen verloren haben - es handelt sich um einen modernen, unauffällig geschneiderten Kompakt-SUV. Die Beschreibung unauffällig ist in diesem Falle anerkennend gemeint - schließlich hat Ssangyong endlich davon abgelassen, überextravagante Automodelle zu designen. Obwohl die Schwächen bei Verarbeitung und Technik das schlimmere Übel waren.

Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi ab 22.990 Euro

Zurück zum Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi, der für die Vergangenheit seiner Marke nichts kann, aber deren Zukunft positiv verändern will. Mit 4,41 Meter Länge tritt er gegen VW Tiguan (4,43) und Ford Kuga (4,44 Meter) an, wirkt aber zumindest in Reihe zwei etwas luftiger. Zweite Verwunderung: der Einstiegspreis. 22.990 Euro kostet der viertürige Ssangyong Korando – und zwar inklusive ESP, Klimaanlage, CD-Radio, Tempomat und dem gängigen Airbag-Grundset.

Wer einen Allradantrieb möchte, erhält für 3.500 Euro extra zusätzlich hintere Parkpiepser, Lederlenkrad, Laderaumabdeckung sowie Dachspoiler und -reling. Trotz dieser mutigen Einpreisung (der VW Tiguan startet als 4Motion mit 140 PS bei 29.600 Euro) möchten wir auch die traurigsten unter den Ssangyong-Fans dazu überreden, einen der 63 deutschen Händler zu besuchen und in einen neuen Ssangyong Korando zu steigen. Ihr werdet vom guten Sitzkomfort überrascht sein und die klar ablesbaren Rundinstrumente loben. Fragt bei der Gelegenheit ruhig mal das Menü des Bordcomputers ab und lernt den kleinen, zentralen Bildschirm von Radio und Klimaanlage schätzen.

Diesel im Ssangyong Korando ohne unschickliches Nageln

Wenn Ihr dann mit neuer Hoffnung um den Ssangyong Korando lauft, rutscht auch auf die hintere Bank und erfreut Euch an der ausreichend großen Kopf- und Beinfreiheit. Die glattflächigen Lederbezüge solltet Ihr dabei leichten Herzens von der gedanklichen Wunschliste streichen und stattdessen eine Probefahrt verlangen. Dabei werdet Ihr zwar viele Poltereinlagen beim Überrollen von Gullideckeln hören und die etwas indirekte Lenkung spüren, aber auch den kräftigen Durchzug des neuen Vierzylinder-Diesels im Ssangyong Korando 2.0 E-Xdi. Der einzige für den Korando lieferbare Motor verkneift sich unschickliches Nageln und schöpft aus zwei Liter Hubraum 360 Newtonmeter Drehmoment, das sich dank variabler Turbogeometrie über ein breites Drehzahlband verteilt.

Am Ende des Tages ist es dann an Euch: Entweder Ihr berichtet uns, wie spürbar dieser Entwicklungssprung ist - oder Ihr lasst es, weil Ihr immer noch sauer seid oder dem neuen Frieden und dem Wertverlust nicht traut. Wir können beides verstehen.

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Dani Heyne

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