Ssangyong Korando Fahrbericht: Neuer Kompakt-SUV aus Korea

Ssangyong Korando

Mit dem Ssangyong Korando soll der Marke aus Korea nach den Tiefschlägen der Vergangenheit in Deutschland ein Neustart gelingen. Der Kompakt-SUV mit dem neuen Common-Rail-Diesel muss sich im Fahrbericht beweisen.

Ja, der Rodius ist auch wieder dabei. Für alle, die sich nicht mehr genau an die Palette des koreanischen 4x4-Spezialisten erinnern: Der Rodius war dieser Van, der aussah, als sei ein BMW 5er GT rückwärts in ein Gartenhäuschen gekachelt und würde es seither mit sich herumschleifen.

Design des Ssangyong Korando stammt von Italdesign

Für höhere Stilsicherheit bemühten die Koreaner für den 4,41 Meter langen Kompakt-SUV Ssangyong Korando die Dienste von Italdesign. Drinnen bietet der ein klassenübliches Platzangebot - gut für vier, knapp für fünf Personen. Materialgüte und Verarbeitung liegen auf Niveau asiatischer Mitbewerber. Bis auf ein paar verirrt positionierte Schalter passt es im Cockpit mit der Bedienung. Fahrer und Beifahrer sitzen etwas zu hoch, was die vor allem nach hinten eingeschränkte Rundumsicht auch nicht verbessert. Die bequeme und neigungsverstellbare Rückbank taucht mit zwei Handgriffen zu einer Ladeebene ab und vergrößert so den mit 486 Liter für die Klasse üppigen Standard-Kofferraum.

Ssangyong Korando fährt meist energischer an als gewünscht

Ebenfalls etwas mehr als üblich steckt unter der Haube des Ssangyong Korando: Ein Turbo mit variabler Ladergeometrie plustert den neu entwickelten Zweiliter-Diesel auf 175 PS und 360 Nm. 2011 kommen der Diesel in einer Version mit 150 PS sowie ein gleich starker Benzinmotor. Dass der kräftige Selbstzünder im Ssangyong Korando keinen ganz harmonischen Eindruck hinterlässt, liegt weniger an seinem etwas nageligen Akzent als vielmehr an der Getriebeübersetzung. Um sich eine Untersetzung zu sparen, legten die Techniker den ersten der sechs Gänge extrem kurz aus. So fährt der Ssangyong Korando meist energischer an als gewünscht, um beim Wechsel in den langen zweiten Gang in ein Turboloch von der Tiefe des St. Andreas-Grabens zu fallen, aus dem der Motor am Berg kaum mehr herauskommt.

Preise für den Ssangyong Korando beginnen bei etwa 24.000 Euro

Für kleine Geländeklettereien ist der Ssangyong Korando dagegen gut gerüstet. Die Allradversion leitet die Motorkraft auf trockener Straße vollständig nach vorn. Tritt dort Schlupf auf, schließt die elektromagnetische Kupplung an der Hinterachse und teilt den Hinterrädern bis zu 50 Prozent der Kraft zu. Bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h lässt sich das Kraftverhältnis zwischen den Achsen zudem auf 50:50 fixieren. Wer nur auf das Aussehen, nicht aber die Talente eines Offroaders aus ist, bekommt den Ssangyong Korando als reinen Fronttriebler. Schon der kriegt die Kraft des Motors ohne Scharren auf den Boden.

Weniger erfolgreich geht er mit dem Thema Federungskomfort um. Vor allem kurze Stöße schickt die straffe Abstimmung direkt an die Passagiere weiter. Bei etwa 24.000 Euro starten die Preise für den gut ausgestatteten Ssangyong Korando. Gleich zum Händler rennen? Erst mal einen finden, denn derzeit gibt es noch keinen. Der neue Importeur, die Alcopa Gruppe, möchte bis Ende 2011 rund 150 Händler verpflichtet haben. Die sollen pro Jahr 1.500 Ssangyong Korando verkaufen - und ein paar Rodius.

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Sebastian Renz

Autor:

auto motor und sport, Heft 22 / 2010

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