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Subaru Outback Diesel Lineartronic

Exoten-Kombi mit Wohlfühl-Aroma

Subaru Legacy Outback Diesel Lineartronic 2013 Foto: Subaru 28 Bilder

Der einzige Boxer-Dieselmotor der Autowelt wird im neuen Subaru Outback mit einer stufenlosen Automatik kombiniert. Erste Testfahrt.

29.04.2013 Torsten Seibt Powered by

Nein, Mainstream-Denkweise kann den Subaru-Ingenieuren sicher niemand vorwerfen. Mit großem Aufwand entwickelte der kleine Hersteller in Eigenregie einen Boxer-Dieselmotor, der speziell für die europäischen Märkte konzipiert ist und seit 2008 für eine ordentliche Steigerung bei den Subaru-Verkaufszahlen sorgt.

Subaru macht es lieber anders

Das Unikat bekommt nun ebenso ungewöhnliche Gesellschaft: im Modelljahrgang 2013 erhält der Subaru Outback als alternatives Getriebe die stufenlose Lineartronic. Auf die Idee, ein solches CVT-Getriebe mit einem Dieselmotor zu verheiraten, kam in der Autobranche bislang noch niemand. Nach unseren ersten Testfahrten stellt sich allerdings durchaus die Frage, warum eigentlich nicht. Denn die Kombination aus Boxerdiesel und Lineartronic-Getriebe hat durchaus ihren Reiz.

Mit Diesel und Automatik tun sich japanische Hersteller generell etwas schwer. Die vor allem in Europa beliebte Kombination spielt im Rest der Welt kaum eine Rolle. Speziell für einen relativ kleinen Nischenanbieter wie Subaru, der jährlich weniger als eine Million Fahrzeuge produziert, ist eine solche Entwicklungsarbeit ein beachtlicher Kraftakt. Und weil Subaru eben Subaru ist, wird dort prinzipiell nach einer eigenen Lösung gesucht. Statt eine herkömmliche Wandler-Automatik eines Zulieferers zu verbauen, entwickelten die Japaner das Lineartronic getaufte stufenlose Automatikgetriebe in Eigenregie und produzieren es auch selbst.

Das Grundprinzip einer solchen CVT (Continuously Variable Transmission)-Automatik ist vergleichsweise einfach: zwischen zwei Antriebsrädern, sie sich im Innendurchmesser stufenlos verstellen lassen, dient eine Gliederkette als Kraftübertragung. Durch die stufenlose Einstellung der Übersetzung läuft der Motor in einem von der elektronischen Getriebesteuerung vorgegebenen Drehzahlfenster. Das ist in der Theorie durchaus eine interessante Lösung, in der (Fahr)-Praxis allerdings bei einfach konstruierten CVT-Getrieben unkomfortabel. Speziell beim starken Beschleunigen schnellt die Drehzahl empor und bleibt dann auf hohem Level „festgenagelt“. Das fühlt sich meist eher unsouverän an.

Subaru Outback mit eleganter Getriebesteuerung

Dieses Problem ging Subaru mit einer eleganten Getriebesteuerung an. Im Normalbetrieb verhält sich die Lineartronic wie ein klassisches CVT-Getriebe. Der Fahrer gibt Gas, die Drehzahl bleibt gleichbleibend in einem Bereich um 2.000 Umdrehungen und der Wagen beschleunigt unspektakulär, aber zügig. Wird beim Subaru Outback Diesel Lineartronic allerdings das Gaspedal zu mehr als 65 Prozent durchgetreten, wechselt die Getriebesteuerung in einen simulierten Schaltmodus. In sieben fest definierten Übersetzungsstufen schaltet das Getriebe dann wie eine herkömmliche Automatik durch.
Der erste Aha-Effekt ist daher die Tatsache, dass sich die Lineartronic bei zügiger Fahrweise praktisch nicht von einer herkömmlichen Automatik unterscheidet. Wer es besonders dynamisch mag, darf auch an Schaltpaddeln zupfen und dem Getriebe damit die Übersetzungsstufen manuell vorgeben.

Zweite Erkenntnis ist die gelungene Zusammenarbeit von Dieselmotor und Getriebe. Üblicherweise verwenden speziell die japanischen Hersteller solche CVT-Getriebe in Verbindung mit Benzinmotoren, die natürlich eine völlig andere Drehzahl- und Drehmomentcharakteristik haben. Die Adaption der bei Subaru bereits in anderen (Benziner)-Modellen verfügbaren Lineartronic an den Vierzylinder-Boxerdiesel ist jedoch gut gelungen. Der Motor wird im optimalen Drehzahlbereich gehalten, darf statt heftigen Drehzahlorgien sein hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen ausspielen.

Von Hand schalten geht, ergibt aber wenig Sinn

Der Handschaltmodus über die Schaltpaddel ist dabei eher als Gimmick zu sehen. Man fühlt sich selten bemüßigt, der Elektronik die Denkarbeit abzunehmen, zumal der Subaru Outback Diesel Lineartronic mit seinen 150 PS ja eher kein Sportwagen sein will. Stattdessen fühlt man sich in dem 4,8 Meter langen Crossover-Kombi am wohlsten, wenn man ihn an der langen Leine lässt und die Cruising-Qualitäten genießt. Die neue Fahrwerksabstimmung des Subaru Outback Diesel Lineartronic, die neben geändertem Feder-Dämpfer-Setup auch eine Versteifung der Achslenker aufweist, ist dabei eher in Richtung Sportlichkeit ausgelegt, auf ruppigem Untergrund wird es ein bisschen stoßig. Bei rascher Kurvenfahrt glänzt der Subaru Outback Diesel Lineartronic mit seiner inzwischen schon legendären Gutmütigkeit. Mit niedrigem Schwerpunkt und seinem symetrisch kraftverteilenden Allradantrieb durchfährt er stramm genommene Kurven ohne über- oder untersteuern, gleichmäßig und vor allem mit erst sehr spät mahnend eingreifendem ESP.

Leiser ist der Subaru Outback Diesel Lineartronic obendrein geworden, und an der Innenraumgestaltung wurde gefeilt: die Feststellbremse funktioniert nun elektronisch, die Armaturen wurden durch ein Farb-LCD ergänzt, das Infotainment aktualisiert. Dazu gibt es die für Facelifts obligatorische Überarbeitung beim Materialmix. So fasst sich der Subaru Outback Diesel Lineartronic innen durchaus gediegen an und vermittelt eine solide Wertigkeit, lediglich der Kunststoff des Armaturenträgers wirkt beim genauen Hinsehen als etwas unterhalb dieser Preisklasse.

Von außen ist der Subaru Outback Diesel Lineartronic an der geänderten Front erkennbar. Der nun gerade verrippte Kühlergrill und der neu gestylte Stoßfänger unterscheiden ihn aber nur für Eingeweihte auf den ersten Blick vom Vorgängermodell.
Seine große Stärke spielt der Subaru Outback Diesel Lineartronic auf Reisen aus. Das Platzangebot ist prima, auch in der zweiten Sitzreihe gibt es reichlich Beinfreiheit. Die Verbrauchsangaben der technischen Daten scheinen plausibel, demnach liegt der Subaru Outback Diesel Lineartronic im Normverbrauch um 0,4 Liter über dem Modell mit Sechsgang-Handschaltgetriebe. Werte unterhalb sieben Liter erzielten wir auf den ersten Testfahrten zumindest laut Bordcomputer problemlos.

Gute Ausstattung, wenig Assistenz

Konservativ zeigt sich Subaru bei der technischen Ausstattung. Zwar ist alles an Bord, was das Autofahrerleben angenehm macht, zumindest  in der gefahrenen Comfort-Topversion. Bei modernen Assistenzssystemen wie Spurhalte-Assistent oder Totwinkelwarner herrscht allerdings Sendepause, Subaru-Fahrer dürfen noch eigenverantwortlich unterwegs sein.

Für die Schlechtwegetauglichkeit des Subaru Outback Diesel Lineartronic muss die gegenüber dem normalen Legacy auf 200 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit genügen (immerhin deutlich mehr als bei der Konkurrenz wie dem VW Passat Alltrack). Ein Untersetzungsgetriebe bietet Subaru bei Diesel- und Automatikmodellen prinzipiell nicht an.

Fazit:

Die ursprüngliche Skepsis vor der ungewöhnlichen Idee wich nach zwei Fahrtagen einer angenehmen Überrasching: Die Kombination der CVT-Automatik mit dem laufruhigen Boxer-Diesel ist tatsächlich gelungen – dank aufwändiger Steuerungstechnik der Subaru-Tüftler. Die aufgerufenen Preise für den neuen Subaru Outback sind selbstbewusst.

Technische Daten
Subaru Outback 2.0D
Grundpreis44.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4790 x 1820 x 1605 mm
KofferraumvolumenVDA526 bis 1677 L
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit195 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,7 s
Verbrauch6,3 L/100 km
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