Fahrbericht Suzuki Alto: Kleinwagen zum günstigen Spar-Tarif

Suzuki Alto

Der Suzuki Alto versprüht eine mächtige Wolke Preiswert-Pheromone: vier Türen, sechs Airbags, Klimaanlage und ESP für unter 10.000 Euro.

Während sich der japanische Ur-Alto gerade für seine erste Ü-30-Party präpariert, kommt Nummer sieben des Suzuki zu uns. Ab April geht der Budget-Kleinwagen direkt mit der Bonsai-Clique um Ford Ka, Toyota Aygo, Hyundai i10 und Co. in den Clinch. Dabei verzichtet Suzuki auf raumgreifendes Karosserie-Stretching seines kleinen Viertürers und belässt es bei 3,50 Metern Länge, gönnt ihm allerdings einen Breitenzuschlag um 12,5 Zentimeter.

Leichtbau durch Verzicht

Wer nun befürchtet, in der nächsten Engstelle anzuecken, kennt den Vorgänger nicht. Denn auch beim Neuen lassen sich trotz ausreichenden Platzangebotes vorn sowohl Beifahrer-Aussenspiegel als auch Seitenscheiben noch ohne Gymnastik-Erfahrungen vom Fahrersitz aus bedienen. Das weiß auch Suzuki und erspart dem Alto entsprechende Schalter auf der Fahrerseite.

Ebenso wie die Kurbelfenster hinten: dort muss eine Ausstellmimik genügen. Auch ein Mittel, um auf rund eine Tonne Basisgewicht zu kommen. Ein anderer brummt unter der Motorhaube: der bereits aus dem Splash bekannte, komplett aus Aluminium gefertigte Einliter-Dreizylinder. Er leistet im Suzuki Alto 68 PS und kommt vor allem ab der 3.400/min-Marke ­ dort liegt auch das Maximaldrehmoment ­ in Schwung.

Ruhiger Motor

Bis auf ein deutliches Pulsieren im Leerlauf gibt er sich massenmäßig weitgehend ausgeglichen und akustisch angemessen zurückhaltend. Die verbrauchssenkende Übersetzung mit dem relativ großen Gangsprung zwischen Stufe vier und fünf stört nur an Steigungen. Stets präsent: die im Vergleich zu manchem Mitbewerber exakte Gassenführung des Fünfganggetriebes. Keine Lust auf Kupplung? Dann ran an die Viergang-Wandlerautomatik. Sie kostet beim Suzuki Alto 1.300 Euro, arbeitet nervenschonend, kostet den Motor jedoch Elan und Spontanität.

Geringe Kosten

Thema Kosten: Den Suzuki Alto gibt es ab 8.900 Euro, doch die ESP-frei Basis taugt vor allem als Bekenntis zur Sparsamkeit. Für 1000 Euro mehr temperiert in der Club-Variante eine Klimaanlage, schützen ESP und Vorhangairbags. Dabei tunnelt Suzuki die 10.000 Euro-Latte nicht einmal durch rigiden Verzicht (ausser auf Passagier-Haltegriffe). So stützen die Vordersitze mit integrierten Kopfstützen den Körper ausreichend, während ein rötlich iluminiertes Ablagefach ebenso Schmunzeln lässt wie die einfach umzulegenden Rücksitzlehnen, an deren Rückseiten statt nacktem Blech ein Filzbezug prangt.

Straffes Fahrwerk verkraftet Zuladung

Die hohe Ladekante verleidet in Kombination mit der schmalen Ladeöffnung und der windigen Abdeckung jedoch Transport-Freuden, ebenso wie das knappe Standardvolumen von 129 Litern, das sich allerdings auf maximal 774 Liter erweitern lässt. Das straff abgestimmte Fahrwerk scheint jedenfalls Zuladung vertragen zu können. Unbeladen gibt sich die Hinterachse auf Querfugen und kurzen Unebenheiten hüpfig und bockig. Auf besser gepflegten Pisten, langen Wellen und bei Kurvenfahrt gefällt die geringe Karosseriebewegung und -neigung. Zum Handling-Derwisch taugt der Suzuki Alto dennoch nur bedingt.

Dazu arbeitet seine Lenkung einen Tick zu schwergängig und mit spürbarer Reibung. Im Gegenzug verkneift er sich künstlich-nervöse Agilität, läuft ordentlich geradeaus und untersteuert kalkulierbar, bevor das ESP im Ausnahmefall mäßigend eingreift. Suzuki verspricht einen Verbrauch von 4,4 Liter/100 km, was 103 g CO2/km entspricht. Noch sparsamer fährt der Alto mit Start-Stopp-Automatik, er wird Kunden und Umwelt aber erst mit dem ersten Facelift 2010 beglücken.

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Jörn Thomas

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