Suzuki Jimny und Fiat Panda Cross: Klein-Traktionäre

Suzuki Jimny 1.5 DDiS und Fiat Panda 1.3 Multijet 4x4 Cross bieten überlegene Traktion zu niedrigen Kursen. Der Vergleich der beiden Dieselversionen klärt, in welchen der beiden Allrader es sich zu investieren lohnt.

Es gibt schwierigere Fragen im Leben als die, ob man für rund 17.500 Euro einen Fiat Panda Cross oder doch besser einen Suzuki Jimny kaufen sollte. Dass die Wahl zwischen dem japanischen Offroad-Winzling und dem 4x4-Kleinwagen aus Italien so leicht fällt, liegt daran: Der Jimny setzt die Tradition der kleinen Geländewagen mit zuschaltbarem Allradantrieb fort, die Suzuki bei uns 1979 mit dem LJ80 startete. Seit 1998 auf dem Markt, versucht sich der Jimny als lifestyliges Auto durchzusetzen. Auch der Fiat Panda 4x4 blickt auf eine lange Historie zurück. Die Allradkiste demokratisierte 1983 den Vierradantrieb und war doch so wenig Auto wie nur möglich.

Rund 17.500 Euro kosten beide

Als Cross kleidet sich die zweite Generation nun mit Rundumverplankung ein Stück jenseits der Grenze zwischen cool und albern. Rund 17.500 Euro kosten beide. Dafür darf man erwarten, einen voll alltags- und erstwagentauglichen Kraftwagen zu bekommen. Wenigstens kommt zu diesen Summen nicht noch ein Batzen für notwendige Sonderausstattung dazu. Beim Cross nicht, weil Fiat ihn außer mit Kopfairbags für 200 Euro und der praktischen, verschiebbaren Rücksitzbank für 250 Euro komplett ausstattet. Beim Jimny nicht, weil es für ihn kaum Extras gibt. Ohne Klimaautomatik kann man im Jimny natürlich überleben - ohne Seiten- und Kopfairbags im Ernstfall aber vielleicht nicht. Einen weiterer schwerer Fauxpas: Weder für den Jimny noch für den Cross gibt es ESP.

Nur weil sich die zu schmalen Vordersitze nicht weit genug nach hinten verschieben lassen, bleibt überhaupt ein Hauch von Kniefreiheit im Jimny-Fond. Schon wenn hinter der rechts angeschlagenen Hecktür nur ein Kasten Wasser untergebracht werden soll, muss man dazu die geteilten Rücksitzlehnen umklappen. Beim Kofferraum hat aber auch das Raumwundern des Panda ein Ende. Immerhin ist er größer und variabler als das briefkastenkleine Jimny-Ladeabteil.

Der Suzuki 1,5-Liter-Turbodiesel arbeitet viel temperamentvoller als das schwächliche, dafür etwas sparsamere und kultiviertere 1,3-Liter-Maschinchen des Cross. Der leidet erst an einer ausgedehnten Anfahrschwäche und beschleunigt ab Tempo 100 nur noch zäh, muss hoch gedreht und viel geschaltet werden. Beiden Autos bereiten Bodenwellen schon wegen der kurzen Radstände Probleme.

Schwache Bremsen und Kippgefahr

Der Cross bleibt auch dank der sehr leichtgängigen Lenkung so wendig, wie es sich für einen Kleinwagen gehört, bietet aber ein erwachsenes Fahrverhalten und standfeste Bremsen. Beim Elchtest droht der Jimny umzukippen, seine Bremsen verzögern schwach und bauen unter Belastung weiter ab. Kurven bringt er nur kippelig hinter sich.. Wegen der elektrisch zuschaltbaren Geländeuntersetzung und der höheren Bodenfreiheit schafft er es offroad aber weiter als der Cross. Im Fiat schalten sich die Hinterräder über eine Viscokupplung automatisch zu, wenn es zu Schlupf an den Hinterrädern kommt. Das Einzige, was man davon merkt, ist, dass der Cross in jeder Situation erstaunliche Traktion bietet. Das unauffällige System maximiert die Vorteile des Allradprinzips. Wer also für 17.570 Euro mehr als nur einen Zweitwagen erwartet, für den ist der Panda erste Wahl.

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Sebastian Renz

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Haben Cross-Versionen eine Zukunft?
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