Suzuki Swift Sport im Fahrbericht: Sport ohne Optionen

Suzuki Swift Sport, Front

Ab Januar räubert Suzuki Swift Sport über die Straßen. Sein Hersteller verspricht mehr Leistung, ein agileres Handling und, natürlich, weniger Verbrauch als beim Vorgänger. Ob sie der Zweitürer hält, klärt der Fahrbericht.

Sie können es also doch noch, die Japaner: Ein Auto in Vollausstattung anbieten, die Aufpreisliste bleibt leer. Selbst eine Metallic-Lackierung zählt zum Serienumfang des neuen Suzuki Swift Sport, neben einer Klimaautomatik, Bixenon-Scheinwerfern, einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung und anderen Nettigkeiten wie beispielsweise den bequemen, mit viel Seitenhalt versehenen Sportsitzen.

Überdies hält der Fahrer ein mit roten Ziernähten aufgehübschtes Dreispeichenlenkrad in den Händen, dass sich endlich vertikal und axial verstellen lässt und damit eine deutlich bessere, wenngleich noch immer etwas hohe, Sitzposition im Suzuki Swift Sport ermöglicht.

Suzuki Swift Sport für überschaubare 18.490 Euro

Der Preis für das Sport-Paket? Überschaubare 18.490 Euro, inklusive nüchterner Hartplastik-Wohnlandschaft im Interieur. Und wie viel Sport beinhaltet die Serienausstattung des Suzuki Swift Sport? Laut Datenblatt einen von 125 auf 136 PS erstarkten Vierzylinder-Benziner. Das Drehmoment stieg von 148 auf 160 Newtonmeter bei 4.400 Umdrehungen. Turbo- oder Kompressoraufladung sowie Direkteinspritzung überlassen die kostenbewussten Japaner lieber anderen und überarbeiteten daher das Triebwerk aus dem Vorgänger. Eine optimierte Luftführung plus Schaltsaugrohr gelten als Hauptverantwortliche für den Leistungszuwachs im Suzuki Swift Sport, gleichzeitig glaubt Suzuki damit den Verbrauch von ehemals 7,0 auf 6,4 L/100 km senken zu können.

Der offenbar unverzichtbare Startknopf, mit hübschem Chromrand verziert, zwingt das 1,6-Liter-Aggregat zur Arbeit. Typisch Saugmotor: Völlig verzögerungsfrei schnappt es nach Gaspedalbefehlen, hält sich jedoch mit Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen zurück. Erst ab 4.000/min. weht ein stärkerer Wind durch die Einlasskanäle des Suzuki Swift Sport, jetzt dreht das mit 11,0:1 verdichtete Aggregat auf - und munter hoch. Erst bei 7.000/min. stoppt der Drehzahlbegrenzer die Arbeitswut, längst erfüllt ein wenig erotisches, hohles Plärren das geräumige Interieur.

Neuer Suzuki Swift Sport wiegt zehn Kilo mehr

Sound war noch nie die Stärke des 3,89 Meter langen Suzuki Swift Sport. Immerhin hilft das neue, leichtgängig - allerdings nicht besonders exakt - schaltbare Sechsganggetriebe, den Geräuschpegel auf der Autobahn ein wenig einzudämmen. Die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h wird jedoch im fünften Gang erreicht.

Der Sprint von null auf 100 km/h soll in 8,7 Sekunden erledigt sein, zwei Zehntel früher als zuvor, wozu das akzeptable Leistungsgewicht des Suzuki Swift Sport von 8,2 kg/PS beiträgt. Natürlich bringt die üppige Ausstattung ein paar zusätzliche Pfunde – zehn Kilogramm mehr als beim Vorgänger – auf die Rippen, wenngleich die Ingenieure stolz auf die nun pro Felge ein Kilogramm leichteren 17-Zoll-Räder verweisen.

Suzuki-Swift-Entwickler waren zu schüchtern

Zusätzlich bekam die Vorderachse im Vergleich zum Standard-Swift um 15 Prozent härtere Federn, an der Hinterachse wurde die Federrate um 30 Prozent erhöht. Wie eine kompromisslose Knallbüchse fährt sich der Suzuki Swift Sport dennoch nicht, eher im Gegenteil. Die Entwickler hätte sich ruhig mehr trauen dürfen, denn trotz präzisem Einlenkverhalten flüchtet sich der Suzuki Swift Sport etwas zu früh ins Untersteuern. Hier könnten eventuell bereits sportlicher profilierte Reifen Abhilfe schaffen.

Je nach Geschwindigkeit lässt sich durch abruptes Lupfen das Heck ein wenig zur Mitarbeit überreden, meist bleibt es jedoch dort, wo es der auf Sicherheit bedachte Hersteller gerne hätte. Bei zu viel Optimismus des Fahrers greift natürlich rechtzeitig das ESP ein, verhält sich dabei aber eher wie ein Fallbeil als eine elegant geschwungene Klinge. Obwohl Suzuki also gezielt die größten Schwächen des Vorgängers ausgemerzt hat, bleiben für Freude dynamischer Fortbewegung beim Suzuki Swift Sport noch ein paar Wünsche offen. Wie wäre es daher vielleicht doch mit einer kleinen Aufpreisliste?

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Jens Dralle

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