Fahrbericht Suzuki SX4 2.0 DDIS I-AWD: Züchtung eines kompakten Alleskönners

Suzuki SX4 2.0 DDIS I-AWD

Mit zuschaltbarem Allradantrieb, frischem Styling und einem kräftigeren Dieselmotor lockt der Suzuki Sx4 2.0 DDiS I-AWD als geländetauglicher SUV mit handlichen Ausmaßen.

Vorsicht mit den Anglizis­men: Nicht alles, was nach einem Geländewagen aussieht, muss ein Sport Utili­ty Vehicle (SUV) sein. Wer sich mit dem Suzuki SX4 ver­abredet, hat ein Date mit einem UXC - einem Urban-Cross-Car. Also einem städtischen Kreu­zungs-Auto, oder besser: der Züchtung eines kompakten Alleskönners.

Durchschnittlicher Sitzkomfort im Suzuki SX4

Seine Vielseitigkeit möchte man dem frisch überarbeiteten Suzuki SX4 aus ungarischer Ferti­gung auch gar nicht abstreiten. Schließlich ist er kompakt ge­nug, um sich im Großstadtdschungel flink und wendig zu bewegen. Die hohe Sitzposition und die damit verbundene gute Übersicht tragen einen Großteil dazu bei. Im Innen­raum schweift der Blick zu­nächst über eine etwas lieblos gestaltete Kunststofflandschaft und verharrt dann an den überarbeiteten, besser ables­baren Rundinstrumenten. Die Mittelkonsole gefällt mit klaren Bedienelementen und einer Chrom-Einfassung. Auch ergonomisch ist alles im Lot, während der Sitzkomfort einen eher durchschnittlichen Eindruck hinterlässt. Die Ober­schenkelauflage fällt kurz aus, der Seitenhalt rudimentär. Mehr Kontur würde den Sitzen nämlich angesichts des agilen Handlings überhaupt nicht schaden.

Suzuki SX4 mit neuem Dieselmotor

Dank der zwar sehr leichtgängigen, aber direkten Lenkung und des straff abgestimmten Fahrwerks folgt der Suzuki SX4 selbst auf provinziellen Pfaden schwungvoll und präzi­se dem eingeschlagenen Kurs. Erst bei Querfugen auf der Au­tobahn kommt die Federung des Öfteren aus dem Tritt, was die Vorderachse zum Stuckern animiert. Mit dem Facelift des charmant gestylten Suzuki SX4 hielt auch ein neuer Dieselmotor Einzug, mit dem gut Strecke zu machen ist. Allerdings sagen die nun­mehr zwei statt bisher 1,9 Liter Hubraum nur die halbe Wahr­heit. Der Vierventiler erfüllt nun die Euro 5-Norm und lie­fert ein maximales Drehmo­ment von 320 Newtonmeter (vormals 280 Nm), und das packt bereits ab 1.500/min zu. Der bessere Durchzug ist nicht nur objektiv mess-, sondern auch subjektiv spürbar. An­standslos legt sich der von Fiat beigesteuerte Common-Rail-Diesel ins Zeug, zerrt dabei et­was an der Lenkung.

Der Suzuki SX4 ist kein Leisetreter

Schalt­faules Fahren? Im Suzuki SX4 an der Tagesordnung, obwohl sich der Schaltstock des Sechs­gang-Getriebes exakt durch die Kulisse führen lässt. Hohe Drehzahlen sind dennoch nicht angebracht. Zum einen ebbt über 3.500 Touren die Leistungskurve wieder ab, zum anderen nimmt die Geräusch­kulisse proportional zu. Ein echter Leisetreter war und ist der Suzuki SX4 jedenfalls nicht. Dafür tritt er munter an, und zwar in 9,6 Sekunden auf Tem­po 100. Womit er die Werks­angabe von 11,2 Sekunden ziemlich deutlich unterbietet. Noch erfreulicher erscheint jedoch die Tatsache, dass die Modellpflege ebenfalls an an­derer Stelle Niederschlag ge­funden hat: bei den Bremsen. An der Hinterachse kommen jetzt Scheiben statt Trommeln zum Einsatz, so dass der Bremsweg selbst nach der zehnten Verzögerung aus 100 km/h nun konstant unter 40 Meter liegt.

Suzuki SX4 2.0 mit guter Basisausstattung

Ein geringerer Verbrauch im Vergleich zum schwächeren Vorgänger war im Test nicht festzustellen. Im Mittel sind es 7,6 Liter Diesel pro 100 Kilo­meter. Das scheint noch im Rahmen für einen Geländegänger, dessen Allradantrieb mittels Knopfdruck auf der Mittelkon­sole aktiviert werden kann. In der gut ausgestatteten Com­fort-Variante kostet der Suzuki SX4 2.0 DDiS 21.400 Euro. Auch das ist relativ cheap für einen Jeep.

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Jochen Übler

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