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Toyota Auris 2.2 D-CAT im Fahrbericht

Auf zu neuen Ufern

Foto: Toyota 18 Bilder

Mit der zehnten Modellgeneration des Corolla strebt Toyota auch beim Namen zu neuen Ufern. Aurum, lateinisch für Gold, inspirierte den Auris.

27.02.2007 Klaus-Ulrich Blumenstock

„Der Auris ist nicht der neue Corolla, er ist der neue Toyota.“ So jedenfalls wollen Marketing-Experten die Botschaft in die Welt tragen. Genauer: in den begrenzten Teil Westeuropas, wo die Stufenheck-Version des Corolla ohnehin wenig Interesse weckte. Im Gegensatz zum Rest der Welt, wo sie weiterleben soll.

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Toyota Auris 2.2 D-CAT im Fahrbericht Goldstück
auto motor und sport 04/2007
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Nun also der Auris: ein Auto für Europa, hier entworfen und gebaut, passgenau nach den Interessen des Marktes in der stark umkämpften Golf-Klasse – mit 17 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland das stärkste Segment. Und das bedeutet nach Toyota-Diktion, ein Auto von innen nach außen zu entwickeln. Die Konsequenzen des nicht wirklich neuen Ansatzes sind jedoch sofort spürbar. Die leicht erhöhte Sitzposition vermittelt hinter einer weit nach vorn gezogenen Frontscheibe und der tief gestaffelten Armaturenfront ein großzügiges Raumgefühl. Und das nicht nur subjektiv.

Denn zwischen Kopf und Dachhimmel bleibt dank dem Höhenwachstum auf 152 Zentimeter selbst für groß gewachsene Zeitgenossen nun genügend Raum. Das gilt nicht nur für Fahrer und Beifahrer, die auf Sitzen mit guter Seitenführung und rückenfreundlich geformten Lehnen Platz nehmen. Selbst für Hinterbänkler jenseits der 1,80-Meter-Marke ist der Luftraum gut bemessen. Vier Zentimeter länger und fünf breiter als der Corolla ist der Auris, was man ihm kaum ansieht.

Spürbar wird der Zugewinn aber durchaus, sowohl im Fond als auch im Kofferraum. Dessen Volumen bewegt sich nun mit 354 Litern auf Augenhöhe mit dem Golf. Das war ein erklärtes Ziel, das Toyota mit bekannter Zielstrebigkeit anpeilte. Pluspunkte sammelt der Auris zudem mit hochwertigen Innenraumdetails wie der Materialauswahl und guter Verarbeitung. Ergonomisch sinnvoll ist der Schalthebel eine gute Handbreit neben dem Lenkrad erhöht auf der Mittelkonsole platziert.

Die schwingt sich wie der Strebbogen einer gotischen Kathedrale weit nach hinten und birgt darunter eine Mini-Ablagemulde – kaum mehr als eine hübsche Design-Spielerei. Auch die Übersichtlichkeit leidet unter dem Design. Trotz erhöhter Sitzposition ist die Front nur schwer abzuschätzen, breite C-Säulen und das schmale Heckfenster erschweren beim Einparken den Blick nach hinten. Wenigstens sind die hinteren Kopfstützen nun voll versenkbar, dafür lassen sie sich aber nur unzureichend in der Höhe verstellen. Besonders die Fahreigenschaften heben den Auris vom Vorgänger ab.

Das Fahrwerk wirkt straffer, mit der Topmotorisierung 2.2 D-CAT nahezu sportlich, allerdings ohne unangenehme Härte. Mit der elektrischen Servolenkung ist Toyota in Sachen Zielgenauigkeit und Lenkkraft ein nahezu idealer Kompromiss gelungen, da stört die leicht diffuse Rückmeldung kaum. Dem hohen Anspruch entsprechend ist der Auris mit dem Stabilitätsprogramm VSC ausgerüstet, das gegen sportlichen Übermut sanft, aber wirksam vorgeht. Mit dem Verkaufsstart am 3. März stehen den Interessenten in Deutschland zunächst vier Motorvarianten zur Auswahl.

Der bekannte 1,4-Liter-Benziner mit 97 PS ist eine solide Basismotorisierung. Ergänzt mit neuer Ventilsteuerung, die das stufenlose Verstellen von Ein- und Auslassnockenwelle ermöglicht, bietet der neue 1,6-Liter-Ottomotor nicht nur 14 PS mehr, sondern vor allem auch einen ausgewogeneren Drehmomentverlauf. Wem das exakt zu schaltende Fünfgang-Getriebe nicht zusagt, der kann für 850 Euro Aufpreis kupplungsfrei auch mit automatisiertem Schaltgetriebe fahren. Das soll den Spritverbrauch um 0,2 Liter auf 100 Kilometer reduzieren.

Die beiden Dieselmotoren kooperieren jeweils mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Schon der Zweiliter mit Partikelfilter (126 PS) zeichnet sich durch ein angenehm breites Drehmoment-Plateau aus, das schaltarmes Fahren gnädig verzeiht. Den Leistungsgipfel erklimmt der bekannte 2.2 D-CAT, der fast ohne Anfahrschwäche und mit kräftigem Durchzug schon ab 1300/min überzeugt.

Seinem Leistungspotenzial angepasst entwickelte Toyota ein eigenes Hinterachskonzept mit Einzelradaufhängung. Es erhebt den 2.2 D-CAT auch in den Rang einer eigenständigen Top-Ausstattungslinie, die von 17-Zoll-Alurädern bis zur Zweizonen-Klimaautomatik kaum etwas vermissen lässt. Vier weitere Ausstattungslinien – Auris, Luna, Sol und Executive – bieten zudem reichlich Optionen. Am Auris, so viel ist klar, kommt man in der Golf-Klasse künftig kaum mehr vorbei.

Technische Daten
Toyota Auris 1.4 VVT-iToyota Auris 1.6 Dual VVT-iToyota Auris 2.0 D-4DToyota Auris 2.2 D-CAT
Grundpreis16.400 €18.950 €20.100 €25.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4220 x 1760 x 1515 mm4220 x 1760 x 1515 mm4220 x 1760 x 1515 mm4220 x 1760 x 1505 mm
KofferraumvolumenVDA354 bis 1335 L354 bis 1335 L354 bis 1335 L354 bis 1335 L
Hubraum / Motor1398 cm³ / 4-Zylinder1598 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder2231 cm³ / 4-Zylinder
Leistung71 kW / 97 PS (130 Nm)91 kW / 124 PS (157 Nm)93 kW / 126 PS (300 Nm)130 kW / 177 PS (400 Nm)
Höchstgeschwindigkeit170 km/h190 km/h195 km/h210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h13,0 s10,4 s10,3 s8,1 s
Verbrauch6,9 L/100 km7,0 L/100 km5,7 L/100 km6,2 L/100 km
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