Toyota Avensis: Erste Fahrt im neuen Modell

So mutig wie beim neuen Avensis gab sich Toyota noch nie. Limousine und Kombi - beide sind überraschend sportiv gezeichnet und kommen im Januar auf den deutschen Markt.

Als Qualitätsmaßstab hat man sich Audi erkoren. Ab 22.700 Euro für die Limousine ist der geneigte Käufer dabei; der noch einen Tick frischer wirkende Kombi kostet mindestens 1.000 Euro mehr. Eine Fließheck-Version wird nicht mehr angeboten. Um bei einem günstigen Verbrauch zu bleiben, änderten sich die Größenverhältnisse kaum. Der Radstand blieb unverändert; die Außenlänge wuchs um wenige Zentimeter. 16-Zoll-Räder sind Serie, optional gibt es 17- und 18-Zöller. Trotz zusätzlicher technischer Inhalte legte das Gewicht des Avensis um lediglich 13 bis 15 Kilogramm zu.

Drei sparsame Benziner und drei Euro-5-Diesel

Sechs verschiedene Motoren - drei neue, sparsame Benziner mit vollvariabler Ventilverstellung (Valvematic, ähnlich der Valvetronic von BMW) und drei Euro-5-Diesel mit Piezo-Einspritzung - werden angeboten. Größere oder kleinere Motoren sind nicht in der Pipeline, auch Allradantrieb ist kein Thema. Zwei der DI-Benziner sind auch mit CVT-Getriebe zu haben, der 150-PS-Diesel wird grundsätzlich mit Sechsstufen-Automatik von Aisin ausgeliefert. Eine Hybridversion des Avensis ist merkwürdigerweise nicht geplant, nicht einmal eine Startstopp-Vorrichtung wird annonciert.

Die Liebe zum Detail ist überall zu spüren, vor allem im großzügigen Innern. Wurden doch A- und C-Säule nach außen verschoben. Der Laderaum fasst 509 bzw. 543 Liter (Limousine/Kombi); für den Kombi gibt’s ein Ladeschienen-System wie im Audi A4 Avant. Neue Sitze mit größerer Sitzhöhe, ein hochwertig wirkendes Cockpit, dezent hinterleuchtete Optitron-Instrumente, die neben dem Startknopf positionierte Betätigung der elektrischen Parkbremse, dazu ein etwas höher gesetzter Schalthebel - vorn lässt es sich leben wie in einem Premium-Liner. Hinten dagegen reicht zwar der Knieraum aus, während Langgewachsene aber zu wenig Kopffreiheit haben. Vier Ausstattungs-Linien sind zu haben, wobei bereits die Grundausstattung sehr üppig bestückt ist.

Umfangreiche Sicherheitsausstattung

Sieben Airbags (einschließlich Fahrer-Kniebag), ESP plus aktive Lenkunterstützung gehören zur üppigen Serienausstattung. Toyota hofft, im Euro-NCAP fünf Sterne zu bekommen. Im 2.2D (150 PS) sind Pre-Crash, Abstandsradar und Spurhaltung serienmäßig.

Das gut abgestimmte Auto bleibt stoisch in der Spur

Der von uns gefahrene 177-PS-Common-Rail-Diesel glänzte mit geringem Geräuschpegel, aber viel Durchzugskraft; er soll noch sparsamer geworden sein. Der Gangwechsel - mit kurzen, exakten Schaltwegen - macht Spaß, was noch mehr für die straffere, viel zielgenauere Lenkung mit dickerem Lenkkranz gilt. Das Fahrwerk (vorn McPherson, hinten Doppelquerlenker, beide mit Hilfsrahmen) wirkt komfortabel, aber keinesfalls zu weich. Selbst in schnell absolvierten Kurven bleibt das gut abgestimmte Auto stoisch in der Spur - genauso, wie es Japaner bei deutschen Wettbewerbern so mögen.

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Eberhard Kittler

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