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Toyota Corolla Fahrbericht (2002)

Hohe Qualitätsanmutung, niedrige Unterhaltskosten

Die neunte Generation des Toyota Corolla soll ein weiteres Kapitel in der Geschichte der erfolgreichsten Modellfamilie schreiben – mit hoher Qualitätsanmutung, niedrigen Unterhaltskosten und dem Kompaktvan Verso.

31.12.2001 Bernd Stegemann

Hochwertigkeit – das hat auch Toyota erkannt – muss man erleben, fühlen, hören, um sie zu (be)greifen. Oder anfassen. Wie die Türöffner des neuen Corolla zum Beispiel. Erstmals rüstet Toyota sein Kompaktmodell mit Bügelgriffen aus, die nicht nur den Vorzug besserer Crashsicherheit bieten, sondern schon bei der ersten Berührung Solidität und Stabilität signalisieren. Zur Zuverlässigkeit und Funktionalität kommt nun die wahrnehmbare Qualität, die sich erkennbar an europäischen Vorbildern ausrichtet. Beispiele, die zeigen, dass sich der größte japanische Hersteller für die Fortsetzung einer seit 1966 anhaltenden Erfolgsgeschichte viel vorgenommen hat.

Fünf Karosserievarianten – sechs Motoren

Mit mehr als 29 Millionen Exemplaren ist der Corolla das meistgebaute Auto der Welt. Und damit noch mehr Interessenten bei Toyota fündig werden, präsentiert sich die neue Generation ab dem 19. Januar so attraktiv und vielfältig wie nie zuvor. Fünf Karosserievarianten und sechs unterschiedliche Motoren sollen künftig 84 statt bisher 65 Prozent der Käuferwünsche in der unteren Mittelklasse abdecken. Eine wichtige Rolle beim geplanten Wachstum ist dem neuen Kompaktvan Verso zugedacht, auf den allein 25 Prozent der Zulassungen in Deutschland (40.000 Stück) entfallen sollen. Mehr Volumen (35 Prozent) traut man nur dem Viertürer mit Schrägheck zu, am wenigsten der erst im Sommer folgenden Stufenheck-Limousine (fünf Prozent).

Obwohl die Produktion an drei verschiedenen Standorten (England, Türkei, Japan) erfolgt, basieren alle Karosserievarianten auf der gleichen Plattform. Damit teilen sie auch den Radstand (2,60 Meter), der noch kräftiger wuchs (plus 13,5 Zentimeter) als die Höhe (plus neun Zentimeter beim Schrägheck). Beides reicht zwar nicht ganz an die Klassengrößten heran, schafft aber ein voll ausreichendes, deutlich besseres Raumgefühl als bisher.

Der positive Eindruck wird von der Gestaltung des Interieurs fortgesetzt. Man merkt auf Anhieb, dass sich die Designer viel Mühe gegeben haben, durch klare Funktionalität und die Verwendung hochwertig wirkender, angenehm anzufassender Materialien ein freundliches Ambiente zu schaffen. Das zweifarbige, genarbte Cockpit mit blendfreien, hinterleuchteten Instrumenten und einer Mittelkonsole im Alulook (ab Ausstattungsversion linea sol) könnte fast von Audi stammen. Auch die zahlreichen Ablagen sowie große, gut ausgeformte Vordersitze tragen zum Wohlbefinden bei. Ratschen zur Höhen- und Lehnenverstellung erleichtern die optimale Einstellung, aber beim Zweitürer fehlt eine Einstiegshilfe am Fahrersitz, die ihn nach dem Vorrücken wieder in die Ausgangslage arretiert. Außerdem lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe und nicht axial justieren.

Verso: Viel Variabilität – lückenhafte Sicherheitsausstattung

Für den Corolla Verso haben sich die Techniker hingegen eine ganze Fülle von Variationsmöglichkeiten ausgedacht. Die geteilte Rückbank des Fünfsitzers kann man nach Lust und Laune schieben, klappen und ausbauen, bis ein topfebener Laderaum mit maximal 1.760 Liter Volumen entsteht. Selbst zwei integrierte Kindersitze sind serienmäßig an Bord, während die Sicherheitsausstattung ansonsten einige Lücken aufweist (keine Fond- und seitlichen Kopfairbags, ESP mit Bremsassistent nur für Schrägheck-Modelle mit 1,6-oder 1,8-Liter-Ottomotoren).

Kräftiger Diesel – sichere Fahreigenschaften

Das Motorenangebot wurde gegenüber dem Vorgänger glatt verdoppelt und deckt nun ein Leistungsspektrum von 90 bis 192 PS im Corolla TS (nur Schrägheck) mit variablem Ventilhub ab. Allerdings ist die Auswahl eingeschränkt, weil es die Stufenheck-Limousine nur mit Benzinaggregaten und ausgerechnet die beiden ladefreundlichen Varianten Combi und Verso nur mit dem schwächeren der beiden Common-Rail-Turbodiesel gibt.

Dabei macht gerade der 110 PS starke Zweiliter-Direkteinspritzer mit Ladeluftkühler im rund 80 Kilogramm schwerer gewordenen Corolla eine gute Figur. Bei der ersten Probefahrt entpuppte er sich als kräftiger, kultivierter Zieher, der gleichförmig aus dem Drehzahlkeller antritt und schon bei 2.000/min sein höchstes Drehmoment entwickelt. Er erfüllt Euro 3 und soll sich mit 5,8 Liter/100 km begnügen, liegt aber mit seinem stattlichen Gewicht schwer auf der Vorderachse. Neben dem ausgeprägten Untersteuern wirkt sich das besonders auf die Lenkkräfte aus, die spürbar höher als bei den Benzinern liegen und so den Eindruck ausgeprägter Agilität mindern. Überdies setzt Toyota beim Corolla erstmals auf eine elektrische Lenkhilfe, die dem nur im Verso verwendeten hydraulischen Aggregat in der Präzision des Ansprechens etwas unterlegen ist.

Ansonsten dürfen sich Fahrer und Passagiere über sichere Fahreigenschaften und einen ausgewogenen Federungskomfort freuen. Auch bei den Wartungs- und Reparaturkosten (Vollkasko-Typklasse 11) ist ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Man kann ihn zwar nicht hören oder sehen, wird ihn aber auf lange Sicht im Portemonnaie zu spüren bekommen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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