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Toyota Crown Athlete S Hybrid im Fahrbericht

Krone statt Logo

Toyota Crown Athlete S Hybrid, Frontansicht Foto: Arturo Rivas 18 Bilder

Bereits in der 14. Generation rollt der Toyota Crown über Japans Straßen, führt aktuell sogar in seinem Segment die Verkaufsstatistik an. Eine kleine Ausfahrt mit der 220 PS starken Hybrid-Limousine hilft sicher, den Erfolg zu erklären.

14.12.2014 Jens Dralle

Über 30 Grad, schwere, dampfige Luft, die durch die meist von schmucklosen Industriebauten gesäumten Straßen wabert – Toyota City wehrt sich nicht gerade gegen die mögliche Antipathie seiner Besucher. Im dunkelroten Toyota Crown hält die Klimaautomatik die Temperatur diskret bei 22 Grad, eine der wenigen Informationen, die sich entziffern lassen – alles andere blinkt in japanischen Schriftzeichen. Obwohl es aus den Ausströmern nur verhalten rauscht, bleibt es das einzig wahrnehmbare Geräusch, denn der Hybridantrieb arbeitet trotz der Hitze im Elektromodus. Wie üblich nutzt Toyota hierfür eine Nickel-Metallhydrid-Batterie, die lediglich bei sanftem Gaspedaleinsatz rein elektrisches Fahren ermöglicht. Dabei mangelt es dem Elektromotor mit seinen 105 kW nicht an Leistung, doch er unterstützt lieber den 2,5-Liter-Vierzylinder, bringt so die 4,90 Meter lange Limousine lässig in Schwung. Übrigens: Der identische Antriebsstrang arbeitet in den in Deutschland erhältlichen Lexus-Modellen IS 300h, GS 300h und NX 300h.

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Fahrbericht Toyota Crown Athlete S Hybrid
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Dem Toyota Crown allerdings wurde ganz klar der japanische Geschmack ins Blech gebügelt. Speziell der lange hintere Überhang, die Kronen-Symbole und die polierten 18-Zoll-Leichtmetallräder fallen sofort ins Auge – für europäische Gewohnheiten vielleicht nicht unbedingt angenehm. Nebenbei zählt der Crown zu den beliebtesten Taxi-Modellen, dabei handelt es sich jedoch um eine ältere Variante, deren technische Wurzeln in den frühen 80ern liegen – und die auch so aussieht, nämlich wie ein rollender Zauberwürfel in genau dessen Farben. Dann doch lieber den Neuen, vor allem aufgrund seines wirklich gelungenen Interieurs. Hochwertige, angenehm geschäumte Kunststoffe, Applikationen in Lederoptik mit Kontrastnähten, schwarz lackierte, dezent gemusterte Zierleisten – hoppla.

Toyota Crown mit schickem Interieur

Dazu kommt noch ein großer Bordmonitor mit schnell und zuverlässig reagierender berührungsempfindlicher Oberfläche sowie, darunter, ein zweiter, kleinerer für die Klimabedienung. Warum bekommen das europäische Toyota-Kunden nicht geboten? Vielleicht klappt’s ja beim neuen Avensis (kommt 2015)? Mal sehen. Die dezent getigerte und plüschige Auslegeware darf dagegen gerne in Japan bleiben.
Zwei klar gezeichnete, mit leichtem Chromschmuck verzierte Rundinstrumente informieren den Crown-Fahrer über Geschwindigkeit und Arbeitsweise des Hybridantriebs, ein blendfreies Zentraldisplay über weitere und vor allem viele Befindlichkeiten des Toyota Crown. Die Sitze sind bequem gepolstert und gut ausgeformt, doch ihren ordentlichen Seitenhalt können sie für sich behalten, denn auf Japans Straßen geht es eher gemütlich zu. Es wirkt fast ein bisschen so, als seien alle Verkehrsteilnehmer auf einem kollektiven Familienausflug und hätten sich ganz doll lieb.

Schneller als Tempo 110? Nein

Schneller als 110 km/h zu fahren ist selbst auf den Autobahnen nicht erlaubt. Der Toyota Crown Athlete S Hybrid, so heißt der Testwagen mit vollem Namen, hätte jedenfalls mehr auf der Pfanne, denn der Antriebsstrang beschleunigt mit seinem typischen Druck, begleitet vom ebenso typischen Aufheulen des Saugmotors aufgrund der offenbar unvermeidlichen stufenlosen Automatik, wenngleich das inzwischen deutlich dezenter ausfällt. Überhaupt gelang es Toyota, die Hybridtechnologie zu einer harmonischen, komfortablen Kraftquelle weiterzuentwickeln; man verspricht sich davon überdies bestmögliche Effizienz.

Umgerechnet rund 100 Gramm pro Kilometer soll der Toyota Crown emittieren, was sich in seiner Heimat vermutlich sogar realisieren lässt. In der gefahrenen Variante mit Trainingsanzug wäre es dagegen sicher kein Problem, den Verbrauch zu erhöhen, denn das überraschend straff abgestimmte Fahrwerk fühlt sich so an, als vertrage es durchaus ordentliche Kurvengeschwindigkeiten. Und dass die Leistung von 220 PS an die richtige Achse, nämliche die hintere weitergeleitet wird, ist ja auch keine schlechte Voraussetzung für ein bisschen Fahrspaß. Genau den wollen die Japaner ihren Kunden künftig verstärkt bieten, entwickeln dazu derzeit eine neue Fahrzeugarchitektur, die modellabhängig einen deutlich tieferen Schwerpunkt ermöglicht.

Offenbar scheinen sich Toyota-Crown-Käufer jedoch bislang nicht daran gestört zu haben, dass ihre Limousine vor allem mit einem Platzangebot aufwartet, gegen das so manches japanische Einzimmer-Appartment den Kürzeren zieht.

Toyota Crown ist vollgepackt mit Technik

Im aktuellen Modell zogen überdies zahlreiche Assistenzsysteme wie ein Kollisionswarner mit Notbremsfunktion, eine Rundumsichtkamera (keine schlechte Idee für die engen Metropolen der Pazifikinsel) und eine Querverkehrserkennung ein, die beim Ausparken hilft. Derart umsichtig, wie hier die Verkehrsteilnehmer miteinander umgehen, dürfte selbst ohne diese Technik keinem Crown-Fahrer der Schweiß auf der Stirn stehen – zumindest so lange nicht, bis er wieder aussteigt in die schwüle Spätsommerluft. Trotz des Dunstes ist es jetzt allerdings etwas klarer, weshalb der Toyota Crown zu den beliebtesten Limousinen des Landes zählt.

Fazit

Ja, der Toyota Crown tritt konservativ auf – aber eben auch geräumig, kräftig, edel und mit einer Menge Technik.

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