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Toyota Land Cruiser Nestle

Getunter Kampfkreuzer

Foto: Torsten Seibt 27 Bilder

Der für 2011 modernisierte Land Cruiser J15 ist komfortabel wie nie. Bei Nestle wird aus dem Luxus-Cruiser allerdings ein Power-Offroader mit reichlich Potential für den Gelände-Ausritt.

22.11.2011 Torsten Seibt Powered by

Es gibt nur wenige Autos, die sich einen derart legendären Ruf erarbeitet haben wie der Toyota Land Cruiser. Seit Jahrzehnten wird die Modellreihe vor allem von Anwendern geschätzt, die es im Gelände wirklich ernst meinen. Dem Trend zu immer mehr Luxus, Elektronik und Assistenz-Systemen kann sich allerdings auch Off-Road-Pionier Toyota nicht verschließen. Der 2011er-Modelljahrgang der mittleren Baureihe Land Cruiser 150 ist zu einem Luxus-Brummer gereift, der dem großen Land Cruiser V8 kaum noch nachsteht.

Der Toyota Land Cruiser ist nicht billig

Das lässt sich auch an den Preisen ablesen: ein Großteil der Kunden macht sein Kreuz bei der Executive- oder gleich bei der TEC-Ausführung. Bis zu 64.800 Euro wechseln da den Besitzer, ein stolzer Kurs.Leider besitzt nur noch die Top-Version TEC-Edition alle Zutaten, um im Gelände richtig weit zu kommen – zum Beispiel die famos funktionierende „Crawl-Control“ oder eine echte 100-Prozent-Sperre für die Hinterachse. Gleichzeitig aber auch Gimmicks wie Ledersitze, Festplatten-Navi oder ein Offroad-Kamera-System, um sich die Schlammlöcher auf dem Bordmonitor anzusehen. Nett, aber auf dem Weg nach Timbuktu eher entbehrlicher und kostenintensiver Luxus.

Ähnliche Gedanken hatte auch Offroad-Spezialist Patrick Nestle aus dem schwäbischen Dornstetten. Der Toyota-Händler ist Szene-bekannter Spezialist, wenn es um stimmige Offroad-Umbauten geht und konnte entsprechend auch beim aktuellen J15 nicht stillhalten. Als Basis für den Komplettumbau benutzt Nestle bewusst die Land Cruiser-Basisversion. Die steht mit Schaltgetriebe und kurzem Radstand für 37.450 Euro in der Liste und ist ausstattungsseitig alles andere als spartanisch. Für den Umbau nahm sich Nestle den Fünftürer zur Brust. Zum Einbau kamen eine Leistungssteigerung, große Geländebereifung, das komplette Unterfahrschutz-Programm sowie ein Umbau der Bremsanlage. Wer noch mehr möchte, bekommt außerdem auch Differentialsperren für Vorder- und Hinterachse.

Getunter Toyota Land Cruiser

Die modifizierte Motorsteuerung pusht den Dreiliterdiesel des Toyota Land Cruiser von 190 auf 225 PS und steigert das Drehmoment um 80 auf 500 Newtonmeter. Das hört sich nicht nur satt an, sondern es funktioniert auch so. Denn der Leistungs- und Drehmomentzuwachs läuft praktisch parallel zur originalen Kennlinie. So  geht der getunte Motor bereits aus dem Keller mit kräftigem Beat voran und erschreckt nicht mit einer rabiat einsetzenden Power-Explosion. Das Leistungskit kann den Größenzuwachs durch die üppige 285/70-17er-Bereifung mehr als auffangen, der Nestle-Land Cruiser marschiert richtig kernig.

Kein billiges Vergnügen ist das Fahrwerkssystem, das im Testwagen für die korrekte Härte sorgt: per Knopfdruck aus dem Cockpit lässt sich das Dämpfersystem in Zug- und Druckstufe verstellen. Funktioniert blitzschnell und lässt sich auf drei Speicherplätzen ablegen. Die passende Einstellung für den forcierten Feldweg-Ritt oder die komfortable Verschränkungs-Passage ist so nur einen Fingertipp entfernt. Auch wegen des Preises von fast 5.000 Euro ist das Suspension-System  eine ausgiebige Probefahrt wert, bevor man den Auftrag unterzeichnet – uns hat die Leistungsfähigkeit beeindruckt.

Modifiziertes Bremssystem

Ohne Wenn und Aber empfehlenswert ist das Nestle-Bremssystem: 17-Zoll-Scheiben mit Sechskolben-Festsattel sind die Ansage für den Toyota Land Cruiser, mit ähnlicher Ausstattung brachte Nestle bereits dem Hilux das Ankern bei. Der Effekt  ist enorm, schon bei mittlerem beißt die Anlage gnadenlos zu, was sich prima mit dem gedopten Motor ergänzt. Nachdem man ja nicht den ganzen Tag nur im Gelände unterwegs ist, lässt sich der Nestle-Cruiser auch prima verwenden, um auf kurvigen Strecken Motorradfahrer zu demütigen: die Kombination von sauber abgestimmtem Fahrwerk, starkem Motor und bissfesten Bremsen hat Sucht-Charakter. Einen fast zwei Meter hohen Kotz derart durch die Kurven zu werfen, sorgt bei manchem für große Augen.

Der in jedem Drehzahlbereich kräftig zubeißende Motor erweist sich auch im Gelände als bäriger Partner. Den Nestle-Toyota Land Cruiser kann man praktisch in einen Steilhang stellen und dann einfach aufs Gas treten – voran geht es. Der Leichtmetall-Unterfahrschutz, der sich unter das gesamte Auto schmiegt, lässt auch etwas flottere Gangart im Gelände zur sorgenfreien Angelegenheit geraten. Allerdings eckt der lange Land Cruiser ohnehin nicht so schnell an, die Höherlegung und die großen Reifen sorgen für reichlich Freigang. Die Umbauten steigern die ohnehin schon vorbildliche Geländetauglichkeit des Land Cruiser erheblich. Der ist noch ein Geländewagen alter Schule, auch wenn sich die (sehr massiv ausgeführte) vordere Einzelradaufhängung erfolgreich um Komfort bemüht.

Auf Wunsch mit zwei Achssperren

Mit der hinteren Starrachse, dem stabilen Leiterrahmen und der kurzen, per Drehschalter aktivierbaren Geländeuntersetzung zeigt sich der Toyota Land Cruiser seines legendären Namens würdig. Großes Plus: die Untersetzung lässt sich ohne Sperre des Zentraldifferentials einsetzen, was auch beim rangieren schwerer Hänger eine echte Hilfe ist. Ausgezeichnet fällt die Steifigkeit des Aufbaus aus, selbst in voller Verschränkung lassen sich alle Türen tadellos öffnen und schließen, kein knacken oder knarzen ist während der Fahrt zu hören.

Die Elektronik unterstützt den Cruiser-Fahrer nach Kräften: nach unten geht es mit Hilfe der Bergabfahrkontrolle im Kriechtempo, ohne sich Gedanken über die Gangwahl machen zu müssen, eine Berganfahrkontrolle hilft  beim Start im Steilhang ohne die Kupplungs-Akrobatik. Obwohl die elektronische Traktionskontrolle beim Toyota Land Cruiser gut abgestimmt ist und im tiefem Untergrund genügend Kraft zum wühlen freigibt, hat Nestle für Traktions-Fetischisten noch ein As im Ärmel: 100-Prozent-Sperren finden auf Wunsch den Weg in Hinter- wie Vorderachse.

Fazit:

Der Nestle-Land Cruiser zeigt, welches Potential im J15 steckt. Mit dem Basismodell, fast 25.000 Euro günstiger als die Topversion, bleibt viel Spielgeld übrig, um den Land Cruiser zu optimieren. Ambitionierte Fahrer werden das neue, detailreich verstellbare Fahrwerk lieben, der Preis hat allerdings auch Oberklasse-Niveau. Erstaunlich jedoch, wie sich der Charakter des gemütlichen Groß-Kreuzers verändert, wenn dieses Fahrwerk in Verbindung mit den Top-Bremsen und der Leistungssteigerung antritt.

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