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Der Toyota Land Cruiser VDJ 76 im Fahrbericht

Der Toyota Landcruiser VDJ 76 präsntiert sich als Bulle

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Auch im Outback Australiens gelten inzwischen strenge Abgasvorschriften. Das Ergebnis ist der Toyota Land Cruiser VDJ 76 mit dem stärksten Buschtaxi-Diesel aller Zeiten. Der neue V8-Diesel ist leicht an der Lufthutze auf der Motorhaube zu erkennen, schenkt reichlich Drehmoment aus und bleibt dennoch sparsam – enorme Reichweiten sind möglich.

06.06.2009 Powered by

Seit über einem halben Jahrhundert stehen die Land Cruiser von Toyota für maximale Haltbarkeit – in der sogenannten Heavy-Duty-Baureihe lebt dieser Anspruch bis heute. Zum Konzept gehört auch, wo immer möglich auf Elektronik zu verzichten, selbst wenn das in Zeiten immer strengerer Abgasgrenzwerte zumindest bei der Motorsteuerung Grenzen findet. Die absolut unkomplizierte Bauweise erhöht nicht nur die Zuverlässigkeit, sondern erleichtert auch die Arbeit am Auto – an den legendären Buschtaxis kann noch ein Großteil der Wartung selbst durchgeführt werden.

In Frankreich haben wir jetzt einen ganz speziellen J7 gefunden, den neuen VDJ 76. Unser Testfahrzeug stellte Patrice Ryder zur Verfügung, der ihn für seine Firma Outback aus Australien importierte und mit reichlich Fernreise-Zubehör ausgerüstet hat. Die komplette J7-Baureihe wurde 2007 gründlich modernisiert, und mit dem VDJ 76 V8 TD kommt jetzt der stärkste Buschtaxi-Diesel aller Zeiten. Die neue Karosserieform mit breiterem Vorbau ist genau diesem Motor geschuldet – der ehrwürdige 1HZ-Saugdiesel baut schmaler. Der VDJ 76 verwendet den 1VD-FTV-Dieselmotor, wie er in der Grundform auch beim aktuellen Flaggschiff Land Cruiser 200 eingesetzt wird. Im Buschtaxi ist der Motor aber mit nur einem Turbolader ausgerüstet. Der neue dicke Diesel ist auch von außen leicht zu erkennen, denn der liegende Ladeluftkühler wird von einer Lufthutze auf der Motorhaube angeströmt. Als Australier ist unser Testwagen mit Rechtslenkung ausgestattet.

Nach ein bisschen Eingewöhnung und vergeblichen Griffen nach rechts zum imaginären Schalthebel ist das Fahren dann kein Problem mehr – auch wenn es ungewöhnlich ist mit der linken Hand zu schalten und das umgekehrte Schaltschema – erster Gang Richtung Beifahrersitz – zu verinnerlichen. Für die Umgewöhnung entschädigt der VDJ mit seinen Manieren. Sehr laufruhig und mit einer im Buschatxi völlig neuen Leistungsdimension geht er seiner Arbeit nach. Dabei sind es weniger die 205 PS (bei nur 3400 Umdrehungen), die begeistern, sondern das massive Drehmoment. 430 Newtonmeter liefert er ab. Zum Vergleich: Der 1HZ-Sechszylinder bringt es auf 285 Nm. Der prächtige Durchzug ist auch dadurch so lobenswert, dass das maximale Drehmoment schon bei 1200 Touren einsetzt und bis 3200 Umdrehungen bereitsteht – also über fast das gesamte Drehzahlband.

Klar, im Vergleich zu modernen Hochleistungs-Dieselmotoren, wie sie auch Toyota in anderen Baureihen anbietet, fühlt sich das längst nicht so beeindruckend an. Aber solche Hightech-Diesel müssen sich auch nicht in den Wüsten Afrikas oder dem Outback Australiens bewähren, wo der nächste Service-Computer ein paar Tagesreisen entfernt ist. Der erste Proberitt geht über Asphalt. Der Testwagen hat ein Federkit der Firma King Springs verbaut, das ohne Beladung ziemlich hoppelig arbeitet. Das ist der Preis für die enorme Zuladung und Pistentauglichkeit. Das Fahrgefühl unterscheidet sich kaum vom HZJ 76 – bis auf die Motorleistung. Der VDJ hat vier Scheibenbremsen und ein optionales ABS, das beim Einlegen der Geländeuntersetzung automatisch abschaltet. Die größte Überraschung ist der Verbrauch während unserer Testfahrt: Mit 11,3 Liter bewegt man nicht viele V8-Geländewagen. In Verbindung mit dem installierten 170-Liter-Zubehör-Tank bedeutet das selbst bei verbrauchsstarken Geländetouren eine enorme Reichweite.

Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick ernüchternd, er entspricht dem des HZJ und bringt einen gefühlsmäßig zurück in die Achtzigerjahre. Genau richtig für ein langes Arbeitsleben, aber ein bisschen enttäuschend angesichts des famosen modernen Motors – der VDJ hätte ein etwas besseres Finish bei der Materialauswahl verdient. Die dünnen Plastikmatten auf dem Boden und die etwas streng riechenden Kunststoff-Sitzbezüge wollen so gar nicht zu einem Neuwagen passen. Abschließend betrachtet bleibt man ein bisschen unentschlossen vor dem VDJ stehen. Sicher ist er robust wie kaum ein anderer Geländewagen gebaut, dennoch weckt ein Blick unter die Motorhaube gewisse Sehnsüchte nach dem unzerstörbaren Saugdiesel im HZJ-Buschtaxi. Den gibt es ja zum Glück weiterhin zu kaufen. Der VDJ erscheint uns eher als Ablösung für den leider eingestellten HZJ 105.

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