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Toyota RAV4 2013 erster Test

Länge, Luxus, Lifestyle

Toyota RAV4 2013 Fahrbericht Foto: Toyota 23 Bilder

Mit der vierten Generation hat Toyota sein Kompakt-SUV neu erfunden. Wir waren auf Probefahrt mit dem RAV4 für 2013.

19.02.2013 Torsten Seibt Powered by

Eine Klasse höher: so lautete scheinbar die Entwicklungsvorgabe für den neuen Toyota RAV4, Modelljahr 2013. Das manifestiert sich in erster Linie bei der Fahrzeuglänge. Nicht weniger als 205 Millimeter ist Toyotas Bestseller gewachsen, das ist eine Hausnummer für einen Modellwechsel. Der neue Toyota RAV4 übertrifft damit den deutschen Klassenprimus VW Tiguan um glatte 15 Zentimeter. Nur zum Vergleich, der erste Toyota RAV4, der 1994 vorgestellte Dreitürer, kam mit einer Länge von 3,69 Meter zurecht. Und damit kommen wir bereits zum Beginn unseres Fahrberichts zum eigentlichen Kernthema des neuen Toyota RAV4. Denn der wird einerseits manchem treuen Fan, der die kompakten Abmessungen des bisherigen Toyota RAV4 schätzt, schlicht eine Nummer zu groß sein. Andererseits werden Aufsteiger aus dem eigenen Lager und Umsteiger von anderen Marken den neuen Toyota RAV4 nun erstmals ins Visier nehmen, denen das Vorgängermodell gegenüber der Konkurrenz zu knapp geschnitten war.

Toyota RAV4 2013 mit viel mehr Platz

Das Längenwachstum kommt im Innenraum ab der zweiten Reihe zum tragen. Üppige Beinfreiheit auf den Rücksitzen und ein deutlich größerer Kofferraum stehen zu Buche, besonders Familienväter werden das dankend zur Kenntnis nehmen. Bereits ohne umgeklappte Rücksitze ist die Laderaumlänge auf 95 Zentimeter gewachsen, die RAV4-typisch niedrige Ladekante bleibt weitgehend erhalten. Neu ist außerdem die Heckklappen-Funktion. Statt bisher seitlich angeschlagen schwenkt sie nun nach oben, je nach Ausstattungslevel auch elektrisch betätigt. Die Sicherheits-Optionsliste des neuen Toyota RAV4 umfasst nun einen Totwinkel-Warner, Fernlicht-Assistent und Spurwechselwarner.

Die neuen Proportionen des Toyota RAV4 2013 sind auffällig. Er hat nicht nur an Länge zugelegt, gewachsen sind neben dem Radstand auch die Breite, dafür ist er nun einige Zentimeter niedriger als das Vorgängermodell. Die nach hinten abfallende Dachlinie verstärkt noch den Eindruck eines modernen Kompakt-Vans, nach SUV sieht der neue Toyota RAV4 nicht mehr so sehr aus.

ModellToyota RAV4 2.0l D-4D 4x2Toyota RAV4 2.2l D-4D 4x4Toyota RAV4 2.0l Valvematic 4x4
Länge/Breite/Höhe4.570/1.845/1.660 mm4.570/1.845/1.660 mm4.570/1.845/1.660 mm
Leergewichtab 1.535 kgab 1.605 kgab 1.490 kg
MotorR4-Turbo-DieselR4-Turbo-DieselR4-Sauger-Benziner
Hubraum1.998 ccm2.231 ccm1.987 ccm
Leistung91 kW/124 PS110 kW/150 PS111 kW/151 PS
Drehmoment310 Nm340 Nm195 Nm
Getriebe6-Gang-Schaltgetriebe6-Gang-Schaltgetriebe6-Gang-Schaltgetriebe
Normverbrauch4,9l D5,6 l D7,2 l S
Tankvolumen60 l60 l60 l
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s9,6 s9,9 s
vmax180 km/h190 km/h185 km/h
Preis RAV426.650,- EUR27.750,- EUR
Preis Life28.650,- EUR31.850,- EUR29.750,- EUR
Preis Start Edition32.350,- EUR30.250,- EUR
Preis Executive32.150,- EUR35.380,- EUR33.750,- EUR
Aufpreis Automatikgetriebe1.700,- EUR1.800,- EUR

Drei Motoren zur Wahl

Drei Motoren stehen zur Auswahl: Wer partout auf die Sicherheit des Allradantriebs verzichten möchte, kann sich mit dem 124 PS starken Zweiliter-Diesel anfreunden. Der ebenfalls zwei Liter große Vierzylinder-Benziner leistet 151 PS und ist stets mit Allradantrieb kombiniert. Wer Diesel mit Allrad bevorzugt wie wohl der Großteil der Kunden in Europa, bekommt den überarbeiteten 2,2-Liter-D-4D-Motor serviert. Der ist mit 150 PS unterwegs und aktiviert stämmige 340 Newtonmeter Drehmoment (beim Benziner sind es eher zurückhaltende 195 Newtonmeter).

Den Allradantrieb hat Toyota für die vierte Generation RAV4 überarbeitet. Das elektronisch geregelte System treibt beim Anfahren alle vier Räder an, überhalb 25 km/h ist der Toyota RAV4 dann nur mit Frontantrieb unterwegs. Die Kraftverteilung nach hinten übernimmt das System automatisch bei auftretendem Schlupf und einsetzender Stabilitätskontrolle. Zusätzlich kann der Fahrer noch einen Sport-Modus per Knopfdruck aktivieren. Der bewirkt, dass der Toyota RAV4 bereits bei leichter Lenkbewegung automatisch Antriebskraft nach hinten leitet, außerdem wird abhängig von der Gierrate die Kraftverteilung bis zu einem 50:50-Mix zwischen den Achsen geregelt. Zusätzlich steht noch wie beim Vorgänger ein per Knopfdruck aktivierbarer fester 50:50-Antriebsmix zur Verfügung.

Schickes Cockpit, mehr Komfort

Wer im neuen Toyota RAV4 Platz nimmt, erkennt den Generationenunterschied auf den ersten Blick. Das moderner gestylte Cockpit nimmt Abschied von der bisherigen Designlinie, greift aber gleichzeitig Details wie die querlaufende Stufe im Armaturenträger vom Vorgänger auf. Auch wenn einzelne Schalter nach wie vor etwas unglücklich platziert sind, hat die Bedienbarkeit des Toyota RAV4 2013 doch gewonnen. Die wichtigsten Funktionen hat man schnell im Griff. Ein großer Fortschritt sind die neuen Vordersitze, die auch größer gewachsenen Piloten besseren Halt und eine komfortablere Sitzposition bieten als bisher. Zusammen mit dem relativ kompakten und in der gefahrenen Executive-Ausführung dick gepolsterten Lederlenkrad kommt schon vor dem losfahren sportliche Stimmung auf.

Toyota RAV4 2013 mit sportlichem Diesel

Dieses Versprechen hält der spontan ansprechende Dieselmotor durchaus. Die Beschleunigung und speziell der Durchzug sind im Klassenvergleich auf hohem Niveau, der D-4D-Motor fühlte sich im ersten Test eher nach etwas mehr als 150 PS an. Die elektrische Servolenkung ist mit direkter Übersetzung und angenehmem Rückstellmoment ebenfalls dazu angetan, den Toyota RAV4 2013 auch einmal etwas flotter durch Biegungen zu chauffieren. All zu engagierte Fahrweise mag der Toyota RAV4 dann allerdings doch nicht. Im Grenzbereich deutlich untersteuernd macht er klar, dass er mehr als Familien- denn als Sportwagen verstanden werden möchte. Immerhin: das hilfreich eingreifende ESP regelt nicht mehr so rigoros ab, wie man das bei früheren Toyota-SUV kannte. Der erwähnte Sportmodus bringt nur in begrenztem Umfang ein Plus an Sportlichkeit. Die Untersteuer-Tendenz wird zwar geringer, doch selbst bei manuell abgeschaltetem ESP greift der Schleuder-Verhinderer bei kecker Fahrweise schließlich mahnend ein.

Cruisen kann er besser

Also Schluss mit der Rennerei, los geht’s mit dem cruisen. Und das beherrscht der neue Toyota RAV4 tatsächlich ziemlich gut. Das sauber abgestimmte und komfortabel-straff agierende Fahrwerk kommt auch mit fies verbeultem Straßenbelag gut zurecht. Die verbesserte Lärmdämmung ist ebenfalls gelungen, Windgeräusche sind bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit kaum zu hören, und der Dieselmotor bleibt weitgehend ausgeblendet. Allenfalls das wahrnehmbare Abrollgeräusch wäre noch zu erwähnen, doch das fällt auch um so mehr auf, als andere Fahrgeräusche in der neuen RAV4-Generation stark in den Hintergrund getreten sind.

Verbrauch ab sechs Liter

Die versprochenen Verbrauchswerte konnten wir auf der ersten Testfahrt mit dem neuen RAV4 2.2 D-4D zumindest nach Anzeige des Bordcomputers nicht erreichen. Verhalten und ruhig gefahren vermeldete der Reiserechner 6,1 Liter Durchschnittsverbrauch, am Ende des Arbeitstages mit teils zügiger Überlandfahrt und ein wenig stop-and-go standen 8,4 Liter auf dem Display. Ein Start/Stop-System gibt es beim neuen Toyota RAV4 nur für den kleinen Diesel mit Frontantrieb.

Toyota liefert den neuen RAV4 des Modelljahrs 2013 in vier Ausstattungslinien. Das Basismodell ist nur mit dem schwächeren Diesel und dem Zweiliter-Benziner zu haben. Der Toyota RAV4 2.2 D-4D startet ab der Life-Ausstattung, die schon recht nett möbliert ist. Klima-Automatik, Multifunktions-Lederlenkrad, 17-Zoll-Leichtmetallräder und ein Multimedia-System mit Farbbildschirm und Rückfahrkamera – das kostet andernorts ordentlich Aufpreis. Die Start-Edition verfügt im wesentlichen über 18-Zoll-Räder und die elektrische Heckklappe, die Top-Ausstattung Toyota RAV4 Executive hat unter anderem Lederausstattung, Xenonlicht, schlüsselloses öffnen/starten und Komfortsitze mit besserem Seitenhalt zu bieten. Fernlicht-Assistent und Spurwechselwarner gibt es nur für die Top-Version. Auffällig: durch das bereits ab der Life-Version verbaute Multimedia-System fällt der Aufpreis für das Navigationssystem mit 550 Euro erstaunlich gering aus. Der D-4D-Allrad-RAV4 startet als Life mit 31.850 Euro, die Start-Ausstattung kostet 500 Euro Aufpreis, die Executive-Version steht mit 35.850 Euro in der Preisliste. Das Sechsstufen-Automatikgetriebe kostet 1.700 Euro zusätzlich. Verkaufsstart ist der 13. April 2013.

Fazit:

Am Anfang stand 1994 die erste Generation RAV4, die als witziger Flitzer mit Geländewagenoptik und Pkw-Technik das SUV-Segment erfand. Rund 20 Jahre später ist aus dem RAV4 ein ernsthaftes, familientaugliches, sicheres und komfortables Reiseauto geworden. Der spitzbübische Charme der frühen Modelljahre ist dabei auf der Strecke geblieben – aber schließlich werden wir alle ja älter und meist auch etwas seriöser. Im inzwischen gewaltig angewachsenen Kompakt-SUV-Segment hat der neue Toyota RAV4 jedenfalls das Zeug dazu, ein wichtiges Wort mitzureden.
 

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