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Toyota RAV4 im Fahrbericht

Der Kompaktklasse entwachsen

Toyota RAV4, Frontansicht Foto: Wolfgang Groeger-Meier 23 Bilder

In seiner vierten Generation präsentiert sich der Toyota RAV4 nicht nur deutlich größer, sondern auch markanter als bisher. Kein schlechter Plan, angesichts der deutlich härteren SUV-Konkurrenz.

18.04.2013 Jörn Thomas

Junge, wie haste Dir verändert – möchte man ausrufen angesichts des neuen Toyota RAV4, der in seiner vierten Generation einen mächtigen Sprung macht. 20 Zentimeter länger als bisher, zudem 6 Zentimeter flacher und 3 Zentimeter breiter als der Vorgänger – damit ist klar, wohin die Reise des ehemaligen Trendsetters führt. Nämlich noch selbstbewusster ranzugehen an VW Tiguan, Ford Kuga, Kia Sportage und Co.

Gestartet 1994 als schüchterner Zweitürer in einer Zeit, als selbsttragende Karosserien und Einzelradaufhängung bei geländeaffinen Modellen noch eine Erwähnung wert und Discos noch keine Clubs waren, traf der nur knapp 3,70 Meter lange, poppige Toyota RAV4 den Nerv der Freizeitgesellschaft. Also all jener, die einen Kumpel für sämtliche Aufgaben zwischen jugendlichem Disco-Hopping und lebensabendlicher Grünschnittabfuhr suchten. Besondere Kennzeichen: erhöht Sitzen, leicht Laden und mit Allradantrieb für die rutschigen Momente im Leben gewappnet sein. Ein cleveres Profil also, das im Laufe der Zeit immer mehr Nachahmer fand.

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Fahrbericht Toyota RAV4 RAV Nummer 4
auto motor und sport 05/2013
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Jetzt muss der neue Toyota RAV4 einer deutlich erstarkten Konkurrenz die Stirn bieten. Um dies im Wortsinn zu schaffen, zeigt seine Karosserie noch stärker Profil. Dass sie überdies windschlüpfiger und dank hochfester Stähle steifer und leichter sein soll – umso besser. Darüber hinaus verspricht Toyota, durch so genannte Sakana-Stabilisatoren an Außenspiegeln und Rückleuchten die Fahrstabilität des Kompakt-SUV verbessert zu haben.

Toyota RAV4 mit problemlosem Fahrverhalten

Um es vorwegzunehmen: Daran gab und gibt es wenig zu kritisieren, der 1,6-Tonner läuft selbst bei gestrecktem Autobahntempo sicher geradeaus, durcheilt Kurven problemlos. Dazu trägt unter anderem der elektronisch gesteuerte Allradantrieb bei. Er teilt im Toyota RAV4 den Hinterrädern bei Lenkbewegungen grundsätzlich zehn Prozent Drehmoment zu. Je nach Fahrsituation können es bis zu 50 Prozent sein, was die Agilität fördert und die Untersteuerneigung reduziert.

Für sanfte Geländeausflüge lässt sich die hälftige Kraftverteilung auch per Knopfdruck abrufen. Im Normalbetrieb unterstreichen die nicht zu leichtgängige elektrisch unterstützte Lenkung sowie die wankarme Federung den erwachsenen Charakter des Toyota RAV4. Dazu passt der 150 PS starke 2,2-Liter-Diesel, der – untermalt von einer herben Akustik-Note – schwungvoll anschiebt. Für Toyota schwungvoll genug, um den bisherigen Top-Motor mit 177 PS aus dem Programm zu nehmen.

Innenraum im RAV4 wurde luftiger

Der zehn Zentimeter längere Radstand macht sich im Toyota RAV4 bei der nunmehr üppigen Beinfreiheit auf der in der Neigung verstellbaren Fondbank bemerkbar, während vorn bequeme Sitze mit ordentlichem Verstellbereich parat stehen. Apropos Verstellbereich: Auch der des Lenkrades wuchs, so dass es nunmehr leichter fällt, eine bequeme Position einzunehmen. Wer Toyota kennt, kommt mit dem RAV4 sofort zurecht. Markenfremde brauchen nur eine kurze Warmlaufphase – statt alles auf ein zentrales Stell-Element zu konzentrieren, verteilen die Japaner die Bedienaufgaben auf separate Schalter und Knöpfe, teils etwas verstreut.

Ein Audiosystem mit Bluetooth-Koppelung und i-Pod-Steuerung ist schon beim Basismodell Toyota RAV4 2.0 D-4D für 26.650 Euro serienmäßig. Wer eine Nummer höher einsteigt, bekommt schon ein Multimedia-System mit Berührungsbildschirm (Navigation kostet 550 Euro extra), bei dem sogar eine Rückfahrkamera enthalten ist – sinnvoll angesichts der nach schräg hinten unübersichtlichen Karosserie. Ansonsten zeigt die stilvolle Cockpitgestaltung, dass der Chefingenieur zuvor für den großen Landcruiser verantwortlich war. Zudem bietet der Toyota RAV4 erstmals eine nach oben öffnende Heckklappe statt der zur – falschen – Seite öffnenden Tür. Vor lauter Freude darüber darf sie in den teureren Varianten elektrisch auf und zu summen, inklusive elektronischer Höhenbegrenzung.

Doch auch der Platz hinter der Klappe erfreut. Auf Zug am Hebel legen sich die Rücksitzlehnen samt -flächen hinter der niedrigen Ladekante um und erweitern den Kofferraum von 547 Liter (plus 100 Liter Unterflur-Staufach) auf maximal 1.846. Ein guter Schluss ziert eben alles. Auch den neuen Toyota RAV4.

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