Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Veritas RS3

Limitierter Supersportler

Foto: Rossen Gargolov 26 Bilder

Der neue Veritas, zu deutsch Wahrheit, ist eine Neuinterpretation der Fünfziger-Jahre-Rennsportwagen und soll dank limitierter Stückzahl äußerst selten bleiben.

07.10.2008 Marcus Peters

Im Ferrari F430 Spider über die Grand-Prix-Strecke von Monaco? Eigentlich eine sichere Geschäftsidee: Selbstfahrer zahlen 100 Euro pro Runde, Copiloten die Hälfte. Doch an diesem Dienstag ist der Stand neben der Schwimmbad-Schikane verwaist. Das Interesse stockt und wendet sich stattdessen einem silbernen Objekt zu, das etwa 20 Meter daneben parkt: dem Veritas RS III. Ein dachloser Zweisitzer in der Anmutung eines Fünfziger-Jahre- Rennwagens und von der Größe eines Mercedes SLR McLaren.

Kleinserien-Supersportler Veritas RS3: 507 PS starker Roadster mit BMW M5-Motor 3:08 Min.

Als der Veritas am Morgen zum Hafen hinunterbollert, nimmt das öffentliche Leben auffällig Anteil. Sogar blasiert herumstöckelnde Prada-Trägerinnen wenden den Kopf – obwohl die PS-Dichte in Monte Carlo jedes Luxusauto banalisiert. Doch der Neue hat den Bonus des unbekannten Fahrobjekts, und auf dem Schwimmbad-Parkplatz stiehlt er dem Ferrari-Verleih die Show. Untätig warten dessen F430 Spider in der Sonne, werden zu unbeachteten Starlets; denn das Interesse verweilt am silbernen Rennwagen- Romantiker. Der Frage „Was ist das?“ folgt die Antwort „Ein Veritas“, was den offenkundigen Humanisten nur murmeln lässt: „Das ist doch Latein und heißt Wahrheit.“ Immerhin – seine Wissbegierde ist geweckt.

Formelwagen als Sensation

Und so folgen weitere Zuhörer, den Blick auf die glänzende Karosserie geheftet, in Gedanken bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie lauschen beeindruckt der Geschichte von vier Autonarren, die sich 1947 zusammenfanden, um unter dem Namen Veritas auf einem BMW-Chassis einen neuen Rennsportwagen zu bauen – bis hin zum Veritas Meteor Formel 2, mit dem auto motor und sport-Verleger Paul Pietsch erfolgreich war. Im darniederliegenden Nachkriegs- Deutschland galt ein Formelwagen als Sensation, so unsere weitere Ausführung. Doch mit der Zuverlässigkeit der Modelle haperte es auch bei den Finanzen; verschiedene Umzüge des Werkes, zuletzt an den Nürburgring, brachten weitere Unruhe ins Geschäft.

1953 schließlich übernahm BMW die Firma – bis 1999 wiederum vier Enthusiasten von den Münchnern die Namensrechte erwarben. Und damit wären wir fast in der Jetztzeit angelangt. Währenddessen ist bereits eine halbe Stunde vergangen, und die Crew vom Ferrari-Verleih wird unruhig: Keine einzige Fahrt verkauft, die Urlauber fremdeln noch immer. Sie wollen als nächstes wissen, wer denn heutzutage ein derartiges Wagnis wie den Veritas eingehe? Bernd Paetz, Michael Trick, Wilfried Laufer und Michael Söhngen, so die Antwort, wobei nur Letzterer entfernt aus dem Automobilsektor stammt – er ist Designer bei der Kässbohrer Geländefahrzeug AG. Die vier Unternehmensgründer riefen die Vermot AG in der Grafschaft Gelsdorf, nahe der Nordschleife, ins Leben; der Name steht für Vertitas Motorsport.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden