Volvo V50 1.6 D Drive : Schweden-Kombi mit Start-Stopp-Automatik

Volvo V50 1.6 D Drive

Ein Start-Stopp-System soll den Kompakt-Kombi Volvo V50 D Drive sparsamer machen. Aber lohnt sich die 350 Euro teure Zusatzoption für den schwedischen Kombi?

Einem Schweden kann man es nur schwer recht ma­chen. Da gibt es Ende Juni mal urlaubsverdächtige 31 Grad, doch Volvo-Projektmanager Peter Ewerstrand wirkt ange­spannt: "Unsere Start-Stopp-Einrichtung arbeitet nur im Be­reich von null bis 30 Grad."

Der Volvo V 50 1.6 D Drive soll im Schnitt nur 3,9 Liter verbrauchen

Das System soll den Durst des ohnehin genügsamen 1,6-Liter-Diesels in den Modellen Volvo C30, Volvo S40 und Volvo V50 um 0,6 Liter pro 100 Kilometer reduzieren. Ein Normverbrauch von 3,9 Litern und damit 104 Gramm CO2 pro Kilometer lesen sich besonders eindrucksvoll beim Kompakt-Kombi Volvo V50 1.6 D Drive, der fünf Personen oder 1.307 Liter Ge­päck transportiert und bei Be­darf auch mal 190 km/h Höchstgeschwindigkeit schafft.

Leichtlaufreifen und optimierte Aero­dynamik im Volvo V 50 D Drive

Für die Start-Stopp-Version haben die Entwickler den An­lasser verstärkt, der jetzt klag­los 175.000 Startvorgänge ver­kraften soll. Zur Hauptbatterie gesellt sich außerdem ein klei­ner Zusatzakku, der im Front­bereich auf Höhe der Nebel-lampen sitzt. Beide Saftspender werden nach Möglichkeit im Schubbetrieb aufgeladen, wo­durch die Lichtmaschine beim Beschleunigen nur mitläuft. Wie bei der Drive-Variante ohne Start-Stopp-Automatik sorgen roll­widerstandsoptimierte Reifen und eine ausgeklügeltere Aero­dynamik für weiteren Konsum­verzicht. So setzen glattflächige Felgen, teilweise geschlossene Lufteinlässe und ein verkleideter Unterboden dem Fahrtwind ebenso weni­ger Widerstand entgegen wie die um zehn Millimeter tiefer­gelegte Karosserie.

Volvo V50 1.6 D Drive mit langer Getriebeübersetzung

Eine länge­re Getriebeübersetzung senkt zudem das Drehzahlniveau. Auf Testfahrt im Großraum Stockholm zeigt die Start-Stopp-Einrichtung des Volvo V50 1.6 D Drive, dass sie sich nicht eisern an die Tempe­raturvorgaben ihrer Entwickler hält: Trotz der Hitze genehmigt sie dem Common-Rail-Diesel schon an der ersten roten Ampel eine Auszeit, sobald der Gang rausgenommen und die Kupplung losgelassen wird.  Im Gegensatz zu Systemen mit kräftigen Startergeneratoren benötigt der Anlasser beim Be­tätigen von Gas- oder Kupplungspedal einen Sekunden­bruchteil länger, bis der Motor wieder läuft. Gegenüber kon­ventionellen Modellen verlangt auch das ellenlang übersetzte Fünfgang-Getriebe nach etwas Umgewöhnung: Da der Vierzylinder erst ab 2.000/min gut im Turbo-Futter steht, kann nicht so früh hochgeschaltet werden wie gewohnt.

Volvo V50 1.6 D Drive mit geringem Verbrauch, aber Euro 4 Einstufung

Ansons­ten befördert der Volvo V50 1.6 D Drive auch als Sparversion fünf Personen so­wie jede Menge Gepäck kom­fortabel und ausreichend agil. Unter der Tieferlegung und den Energiespar-Reifen leiden weder Federungskomfort noch Agilität. Die leichtgängige Len­kung könnte jedoch nach wie vor mehr Rückmeldung über die Fahrzustände liefern. Kritik muss er sich auch für die Schadstoffeinstufung gefallen lassen: So verspricht der Volvo V50 1.6 D Drive zwar rekordverdächtig geringe Verbräuche, kommt aber nicht über Euro 4 hinaus.

Das Start-Stopp-System rechnet sich

Die 350 Euro Aufpreis für das Start-Stopp-System amortisie­ren sich angesichts des ver­sprochenen Minderverbrauchs nach rund 50.000 Kilometern. Da zudem ein höherer Wieder­verkaufswert winkt, hat sich die Knauser-Version ihre Kauf­empfehlung klar verdient.

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Dirk Gulde

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