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Volvo XC 90

Düs-Burg

Foto: Hans-Dieter Seufert

Mit dem Volvo XC 90 wagt sich der schwedische Herstellererstmals ins SUV-­Segment. Der fünf- bis siebensitzige All­rad­ler soll in Gestalt eines Geländewagens den Fahrkomfort und die Sicherheit einer Limousine bieten.

02.02.2002 Thomas Fischer

Der Volvo XC 90 – XC steht für Cross Country – ist nicht nur der erste Sport-Utility der jetzt zur Premier Automotive Group (PAG) von Ford gehörenden Marke, sondern auch ein in Schwedenstahl gegossenes Lehrstück, warum die Entwicklung neuer Modelle bei Volvo immer etwas länger dauert als bei anderen Autoherstellern. „Genau genommen verkörpert der im Oktober 1998 unter dem Code P 28 begonnene XC 90 den fünften Anlauf unserer Marke, einen SUV auf die Räder zu stellen“, erzählt Projektdirektor Hans Wikman. „Erste Pläne gab es bereits 1990, aber da passte so ein Auto nicht zu unserem Sicherheits- und Umweltimage.“ Und heute? Da hat sich bis nach Schweden herumgesprochen, dass sich die Marken den Märkten anpassen müssen und nicht umgekehrt. „In den USA, unserem wichtigsten Exportland“, sagt Wikman, „stei­gen die SUV-Zulassungen jährlich um 20 Prozent.“ 80 Prozent aller SUV-Besitzer, so die mit Hilfe von Ford erhobenen Marktforschungsdaten, kaufen bei der nächsten Anschaffung wieder ein hochbeiniges Gefährt mit dem Duft von Freiheit und Abenteuer. „Und wenn Porsche mit dem Cayenne, VW mit dem Tuareg und wir mit dem XC 90 antreten“, meint Wikman, „wird sich der SUV-Markt noch mehr vergrößern.“ Mit dem auf der P2-Plattform, die auch die technische Basis für die Modelle S60, V70 und S80 stellt, ruhenden XC 90 fühlt sich Volvo für die Geländespiele mit der Konkurrenz gut gerüstet. 50‑000 Einheiten sollen ab Oktober jährlich aus dem Werk Torslanda rollen, 65 Prozent davon sind für die USA bestimmt. In Deutschland kalkuliert Volvo pro Jahr mit 6000 XC 90 zu Preisen ab rund 39 000 Euro. Dass der erste Volvo SUV trotz Verspätung ein Erfolg wird, glauben die Nord-Mannen vor allem deshalb, weil ihr Auto „der Konkurrenz eine Generation voraus ist“ (Wikman). Denn die Karosserie (4,80 Meter) ist 20 Zentimeter länger als die der Mercedes M-Klasse. Deshalb kann der fünfsitzige Volvo gegen Aufpreis als Siebensitzer geliefert werden – eine Konfiguration, auf die amerikanische SUV-Fans voll abfahren. Da können zurzeit neben Mercedes weder Jeep noch BMW mithalten. Den ersten Rollout des XC 90 kommentierte PAG-Boss Wolfgang Reitzle, vormals BMW-Entwicklungschef, denn auch mit den Worten: „So was hätten die in München jetzt auch gerne.“ Haben sie aber nicht. Einen siebensitzigen X5 wird es erst ab der nächsten Modellgeneration geben.

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