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VW Amarok Seikel im Fahrbericht

Hart im Nehmen: Tuning-Amarok

VW Amarok Pickup Seikel 4wf 2011 Foto: Torsten Seibt 28 Bilder

VW-Spezialist Seikel ist seit vielen Jahren Anlaufpunkt, um Wolfsburger Produkte geländetauglicher zu machen. Jetzt ist auch das Amarok-Angebot komplett. Fahrbericht mit dem umgebauten Seikel-Amarok.

28.05.2014 Torsten Seibt Powered by

Begonnen hatte Seikels Amarok-Projekt bereits vor der Markteinführung des VW-Pickups: Auf der Rallye Dakar 2010 in Argentinien/Chile rüstete der hessische Offroad-Spezialist einen kompletten Tross von Amarok-Begleitfahrzeugen mit einem Doppeldämpfer-Fahrwerk aus. Die Erfahrungen im harten Rallye-Einsatz finden sich beim Umrüst-Fahrwerk wieder. Doch auch an anderer Stelle hat Seikel Hand an den Amarok gelegt.

Seikel hat drei Fahrwerksvarianten für den VW Amarok

Besonderes Spezialgebiet bei Seikel ist der Fahrwerksumbau, für den Amarok hat Seikel vier Lösungen parat. Günstigster Umbau ist der Satz mit längeren Vorderachsfedern und Spacern für die Hinterachsfederung für 475 Euro, inklusive neuen Dämpfern und vormontierten vorderen Federbeinen schlägt das Paket mit 1.094 Euro zu Buche. 2.320 Euro werden für das auf den Amarok abgestimmte Koni-Fahrwerk fällig.

Für Extrem-Einsätze ist das Dakar-erprobte Paket gedacht. Hier kommen Spezialdämpfer mit Ausgleichsbehälter zum Einsatz (hinten Doppeldämpfer), die erheblich robuster als Standard-Dämpfer ausfallen und auch mehrwöchige Pistenfahrten schadlos überdauern. Zusätzlich wird an der Vorderachse eine neue, verstärkte Federbein-Aufnahme montiert und modifizierte Federteller verwendet. Der Preis für das Expeditions-Fahrwerk ist allerdings üppig: 4.748 Euro stehen in der Liste.

Allen Fahrwerken gemeinsam ist die Höherlegung um 25 Millimeter, die beim Testwagen von neuen AT-Reifen der Dimension 245/70-17 ergänzt wurde. Die Gummis sind rund drei Zentimeter höher als die Amarok-Serienbereifung und bringen damit zusätzliche 15 Millimeter Luft unter dem Kiel.

Neue Alu-Abdeckung für die Ladefläche

Ebenfalls für die große Tour entwickelt: die Ladeflächenabdeckung aus Aluminium-Riffelblech mit verschweißtem Leichtmetallrahmen – dauerhaft belastbar bis 100 kg nimmt sie auch Ersatzräder, Dachzelte oder Werkzeug auf und schützt das auf der Ladefläche verstaute Equipment. Besonders stoz ist Seikel allerdings auf den Ansaugschnorchel zur Höherlegung der Luftansaugung. Er erhöht nicht nur die Wattiefe, sondern ist für extrem staubige Umgebungen auch mit einem Zyklon-Vorfilter zu bestücken. Der Stolz auf den Schnorchel rührt weniger vom teuren Material her – der am Testwagen verbaute Schnorchel ist aus Kohlefaser geformt – sondern von der erfolgreichen Abnahme bei Volkswagen: Alle Umbauten, die Seikel anbietet, werden im Werk geprüft und von VW freigegeben, wodurch auch nach dem Umbau die volle Werksgarantie erhalten bleibt.

VW Amarok-Schnorchel mit Werksfreigabe

Gerade bei einem Schnorchel, der im Falle eines Motorschadens für viel Diskussionsstoff bei der Garantieabwicklung sorgen dürfte, ist die Werks-Freigabe nicht zu unterschätzen. In der Form des (sündteuren) Kohlefaser-Schnorchels (2.082 Euro) gibt es eine erheblich günstigere Variante aus herkömmlichem Kunststoff, die mit 577 Euro bekömmlicher eingepreist ist.

Die Testfahrt mit dem Seikel-Amarok mit dem teuren Doppeldämpfer-Fahrwerk bringt zunächst nur wenig Unterschied zum Serienfahrzeug zu Tage. Abroll- und Federverhalten sind komfortabel, von der Höherlegung ist im normalen Fahrbetrieb nichts zu spüren. Einziger Unterschied ist das Fahrgeräusch, wenn bei voll durchgetretenem Pedal der Schnorchel hörbar inhaliert.
 
Erst wenn man dem Pickup die Sporen gibt, wird der Kontrast spürbar. Die straffer geführte Vorderachse bietet ein strammeres Fahrverhalten, der Amarok lässt sich präzise dirigieren. Der – für einen Pickup sehr gute – Federungskomfort an der Hinterachse bleibt bei langen Amplituden auf Serienniveau, die Doppeldämpfer halten die Blattfedern allerdings engagierter im Zaum. Grobe Unebenheiten werden besser ausgefiltert, lästige Nickschwingungen minimiert. Der Seikel-Amarok ist bei forcierter Kurvenfahrt gutmütig und weist keine nennenswerte Seitenneigung auf, die Haftgrenze der AT-Bereifung gibt den Rahmen des möglichen vor.

Auf groben Pisten ist das Seikel-Fahrwerk in seinem Element

Auch ohne übertrieben sportliche Fahrweise wird der Zuwachs an Fahrsicherheit und Stabilität merklich, sobald die Straße verlassen wird. Auf losem Untergrund, schlaglochgespickten Feldwegen und durchwurzelten Waldpfaden zeigt das Fahrwerk mit sauberer Führung, was es kann.
 
Im Gelände sind Unterschiede zum Serien-Amarok allenfalls durch das gröbere AT-Profil erkennbar. Der Gewinn an Bodenfreiheit wird zum Teil durch den aufwendigen Unterfahrschutz wieder aufgezehrt. Doch mit der passablen Verschränkung, dem kurzen ersten Gang, Untersetzungsgetriebe und der hinteren Achssperre schlägt sich der Amarok bereits ab Werk für einen Pickup ausgezeichnet. Beim Seikel-Umbau mit dem erheblich robusteren Fahrwerk, der hochgelegten Luftansaugung und nicht zuletzt dem großflächigen Unterfahrschutz kommt allerdings die Gewissheit dazu, dass auch grobe Behandlung keinen bleibenden Eindruck am Auto hinterlässt.

Fazit:

Die Umbauten von Seikel sind nicht auf maximalen Show-Effekt ausgelegt. Andere Tuner stellen den Amarok auf erheblich größere Reifen, verbauen kräftige Höherlegungen und Bodylifts. Seikels Zielgruppe sind eher Anwender, die mit dem Amarok arbeiten müssen und sich eine gezielte Verbesserung der Belastbarkeit des Pickups wünschen, ohne Abstriche bei der Werksgarantie hinnehmen zu wollen. Diese Entwicklungsarbeit mit dem offiziellen Segen von Volkswagen hat allerdings auch ihren Preis.

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