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VW Amarok V6 TDI Aventura Fahrbericht

So fährt der neue Sechszylinder-Pickup

VW Amarok V6 Aventura Fahrbericht Foto: Stephan Lindloff 18 Bilder

Statt Facelift gleich eine Herztransplantation: Der VW Amarok kommt zum neuen Modelljahr mit einem bärigen V6-Diesel. Ist das der neue Pickup-König?

14.06.2016 Torsten Seibt 2 Kommentare Powered by

Das ist dann doch eher ungewöhnlich. Eigentlich erwartet man im Zuge einer Modellpflege ein paar Retuschen an der Außenhaut, etwas Feinschliff für das Cockpit, eine neue Navi-Generation. Doch beim VW Amarok kam es anders. Denn der fährt ab sofort mit fettem Beat aus sechs Zylindern. Immer.

VW Amarok V6 Aventura FahrberichtFoto: VW
Mit bis zu 224 PS ist der neue V6 künftig im Amarok installiert. Bei Audi leistet er wahlweise über 300.

Basis-Amarok mit V6-Diesel

Dass selbst die günstigste Basisversion mit einem feinen V6 daher kommt, dürfte zumindest in Europa ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal sein. Denn der bisherige Zweilter-Vierzylinder-TDI ist Geschichte, wird nur noch für außereuropäische Länder im argentinischen Werk gebaut. Die mangelnde Euro-6-Tauglichkeit des bisherigen Aggregats mag eine gewisse Rolle dabei gespielt haben, offiziell geht es natürlich um etwas anderes: Der Amarok soll auf Lifestyle getrimmt werden. „Premium-Pickup“ ist das neue Marketing-Motto für den Amarok.

Im September kommen die ersten Modelle zu den Händlern, dabei macht der jetzt gefahrene Aventura den Anfang. Er stellt bei der Motorisierung die Topversion dar. Den V6-TDI Liefert VW im Amarok künftig in den Leistungsstufen 163 PS, 204 PS und 224 PS. Der Sechszylinder mit der höchsten Leistung kommt auf 550 Newtonmeter Drehmoment, die Maschinen darunter bringen es auf 450 und 500 Newtonmeter.

Automatik mit 8 Gängen

Keine Änderung bei den Antriebsversionen: Die achtstufige Automatik ist ausschließlich mit dem permanenten Allrad erhältlich, der Schaltgetriebe-Amarok hat einen Zuschalt-Allrad mit Geländeuntersetzung. Ein kräftiges Upgrade hingegen beim Innendesign. Das neue Multimediasystem zeigt sich mit App Connect und Car Net vernetzt, dazu warten neue Assistenzsysteme wie die serienmäßige Multikollisionsbremse. Ebenfalls veredelt wurde das Gestühl und das Lenkrad, als Option gibt es besonders ergonomische und 14fach verstellbare Komfortsitze.

VW Amarok V6 Aventura FahrberichtFoto: VW
Volle Vernetzung bietet das neue Multimediasystem.

Noch ganz klassisch per Schlüsseldreh wird das V6-Aggregat im neuen VW Amarok aufgeweckt. Der Motor stammt von Audi, wurde für den Einsatz im VW Amarok angepasst. So hat der Motor im Amarok ein um 1,5 Liter vergrößertes Ölvolumen, außerdem werden in allen Leistungsstufen die hochbelastbaren Kolben der Spitzenvariante verbaut, die bei Audi bis zu 326 PS leistet. 300.000 Kilometer Laufleistung soll der V6 TDI im VW Amarok wenigstens erreichen, so die Aussage der Techniker.

Souveräner Antrieb

Für den Besitzer wird das eine recht vergnügliche Zeit sein, wie sich im ersten Test des VW Amarok V6 TDI schnell herausstellt. Der angenehm gedämpfte Sechszylinder bleibt mit hintergründigem Grummeln präsent, ohne zu stören. Und er marschiert erwartungsgemäß ordentlich los. Striche auf dem Asphalt überlässt er zwar anderen, doch der druckvolle und nahtlose Durchzug bereits bei niedrigen Drehzahlen ist im Vergleich zur Vierzylinder-Konkurrenz beachtlich.

Dabei ist es dem VW Amarok V6 TDI relativ gleichgültig, welches Tempo gerade ansteht, auch über der Hundertermarke macht er beim Kickdown ordentlich Musik. Sehr passend dazu ist das geringe Geräuschlevel, bei dem vor allem das Fahrwerk beeindruckt. Kein Gepolter, kein Gewimmer, richtig satt bügelt er über Unebenheiten. Dabei ist es jedoch hilfreich, wenn eine etwas zivilere Reifendimension als die 20-Zöller aufgezogen ist, mit denen der VW Amarok dann doch etwas hölzern und humorlos auf Schlaglöcher und Kanaldeckel reagiert.

Premium kostet

Insgesamt hebt der neue Motor den Fahreindruck im VW Amarok durchaus auf ein neues Level, das mit dem „Premium-Pickup“ ist nicht nur ein Marketing-Spruch. Tatsächlich wird so mancher einen Blick in den (beim Aventura randlosen) Innenspiegel werfen, um sich zu überzeugen, dass da tatsächlich eine Ladefläche hinter der Kabine hängt. Denn im Alltagsverkehr fährt sich der VW Amarok V6 TDI wie ein großes, schweres SUV, auch wenn die hinteren Blattfedern natürlich die letzte Konsequenz an Geschmeidigkeit verweigern.

Preislich wird auf die künftigen Amarok-Kunden kein schwerer Schock warten, denn die Tarife steigen im vertretbaren Rahmen. Los geht es künftig beim Basismodell mit 163 PS und Schaltgetriebe für 30.678 Euro, das sind rund 1.200 Euro mehr als bisher. Ein gerechtfertigter Aufpreis für zwei Zylinder und 23 PS zusätzlich, zumal auch die Basisausstattung etwas besser ist. Künftig muss man für elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Bluetooth-Radio nicht mehr extra bezahlen.

Wer einmal Amarok mit allem bestellt und dafür das Sondermodell Aventura bekommt, könnte sich allerdings auch stattdessen einen VW Touareg leisten. 55.364 Euro wird der Amarok Aventura kosten. Wie erwähnt: Die Sache mit dem „Premium“ hat tatsächlich ihre Berechtigung.

VW Amarok V6 Aventura FahrberichtFoto: Stephan Lindloff
Das Topmodell kostet so viel wie ein VW Touareg.

Fazit

Ob der Amarok V6 in der Basisversion noch als ehrlicher Arbeiter durchgeht, wird sich bei einem späteren Test erweisen. Der als erstes Modell erscheinende Amarok Aventura mit 224 PS, Achtgang-Automatik und feiner Edelausstattung hat jedenfalls eher das Zeug dazu, großen Luxus-SUV Konkurrenz zu machen. Der Antriebskomfort ist enorm, der Antritt kraftvoll. Bei den Midsize-Pickups nimmt der neue VW Amarok damit eine Alleinstellung ein.

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Neuester Kommentar

Man könnte auf den ganzen Schnickschnack verzichten, und anstatt dessen mal einfach eine wirklich brauchbare Ladefläche installieren, und nicht eine von der Größe eines Einkaufwagens. Und Starrachse - das haben nicht mal mehr die ungeliebten Amerikaner bei der Nutzlast von 1t...

hardliner 9. Oktober 2016, 20:13 Uhr
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