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VW Beetle Dune (2.0 Liter TDI) Fahrbericht

So fährt der neue Cross-Käfer als Cabrio

VW Beetle Dune Fahrt vorne Seite Foto: Ingo Barenschee 18 Bilder

Er sieht aus wie ein Auto für den Strand, sollte aber nicht auf Sand fahren, erklärt die VW-Pressesprecherin den VW Beetle Dune. Klingt logisch. Berechtigte kritische Nachfragen wiegelt sie von Voreherein ab: "Das ist so wie bei den ganzen SUV, die nicht wirklich im Gelände fahren können." So ist das also. Wir fahren ihn mal.

01.06.2016 Natalie Diedrichs

Der Dune will ein Lifestyle-Auto sein und den Spirit der Sechziger und Siebziger verkörpern. Damals, als kalifornische Hippies ihre Käfer zu Buggys aufbockten, um damit über den Strand zu düsen. Und das gelang ihnen offenbar auch in diversen Interpretationszuständen von Nüchternheit. Doch was kann der neue Dune in Zeiten von Fahrassistenzen und geregeltem Straßenverkehr?

Eines ist klar: Wenn schon Lifestyle, dann richtig. So testen wir also gleich mal die Cabrio-Version des Cross-Beetle und lassen uns den Schlüssel des 150-PS-starken Vierzylinder-Diesel geben, dem Volkswagens Kassenschlager. Es stimmt, die Kunststoff-Planken machen die sowieso schon breit ausgestellten Kotflügel noch breiter. Seine Spur wurde im Vergleich zum klassischen Beetle um sieben Millimeter vorn und sechs Millimeter hinten erweitert. Außerdem liegt das Fahrwerk zehn Millimeter höher, was ehrlich gesagt sogar nach mehr aussieht. Hinzu kommt die etwas abgeänderte Frontschürze mit großem Lufteinlass und Wabengitter. Laut Pressemappe soll sie "maskulin" aussehen. Ansichtssache.

VW Beetle Dune Cabrio MitzieherFoto: Ingo Barenschee
Die beplankten Radläufe des Beetle Dune Cabrio sorgen für Offroad-Optik.
VW Beetle Dune Fahrt vorne Seite
Käfer im Offroadtrimm 38 Sek.

VW Beetle Dune Cabrio: Spezialfarbe "Sandstorm Yellow"

Ganz geschlechterneutral dagegen ist die spezielle Dune-Farbe "Sandstorm Yellow", oder unspektakulärer: senfgelb. Auch wenn sie im vergangenen Herbst der letzte Schrei in der Modewelt war, könnte man sich durchaus irgendwann mal an ihr sattgesehen haben. Aber das ist sicherlich bei den meisten Farben so. Für diejenigen, die den Dune nicht schon an seinen oben genannten "Offroad"-Merkmalen erkennen, steht’s auch nochmal in dicken Schriftzügen unten auf den Türen drauf. Hinten ist der Beetle mit einem knuffigen Heckspoiler ausgestattet. Wie eine kleine Hummel, die mit ihren verhältnismäßig winzigen Flügelchen abheben will.

Drinnen geht’s im Curry-Style weiter. So kann die Farbe je nach Ausstattungswahl auch in Form eines farblich passenden Armaturenbretts gewählt werden. Die gelben Nähte an Lenkrad, Schaltknüppel und Sportsitzen gibt’s serienmäßig dazu. Zwar sind die Standardsessel aus Stoff, sind jedoch bequem und erfüllen ihren Zweck. Nicht vegane Lifestyler können für 1.590 Euro ein Upgrade in schwarzem Leder ordern. Das Lenkrad ist unten abgeflacht, liegt gut in der Hand und ist für diejenigen, die es schon wieder vergessen haben, nochmals mit der Aufschrift "DUNE" gekennzeichnet. Neben analoger Tank-, Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeige bietet die Ausstattungsliste Zusatzinstrumente, die Ladedruck, Öltemperatur und eine Stoppuhr enthalten. Gut, Schmuck hat ja bekanntermaßen auch keine besonders sinnvolle Funktion.

VW Beetle Dune Cabrio FelgenFoto: Ingo Barenschee
Die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen gibt's beim Dune wahlweise auch mit Akzenten in "Sandstorm Yellow".

VW Beetle Dune Cabrio: Sechsgang-Schaltgetriebe oder optionales DSG-Getriebe für VW Beetle Dune erhältlich

Drücken wir also den Startknopf und legen den ersten Gang des manuellen Sechsganggetriebes ein. Für Schaltfaule gibt’s den Dune gegen 1.900 Euro Aufpreis ebenfalls mit 6- oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Was das Fahren angeht, lässt er trotz seines exotischen Auftretens voll und ganz seine Volkswagen-Genetik durchscheinen. Und so bleibt ein 2.0-Liter-TDI nun mal ein 2.0-Liter-TDI, egal, ob er in einem dunkelgelben Käfer-Remake auf Stelzen oder in einem silbernen Golf steckt. Laufruhig, kultiviert und zuverlässig wären da die Top-3-Adjektive, die zwar in diesem Zusammenhang recht abgedroschen klingen, den 150-PS-Motor aber einfach am Treffendsten beschreiben. Der Beetle Dune fährt unaufgeregt, lenkt sich leicht, bremst sicher. In dieser Hinsicht ist er ein ganz schöner Spießer, bringt seine trendbewussten Insassen aber treu von A nach B. Und darauf kommt es dem Volkswagen ja an.

Was er auffällig gut macht, ist das Federn: Straßenschwellen nimmt er locker bis 50 km/h und hopst dabei motiviert über jedes Hindernis. Vielleicht wird er seinem Namen ja doch gerecht und klettert genauso enthusiastisch über Sanddünenhügel? Bei dem Vorderradantrieb wohl eher nicht. Das wäre in Europa übrigens sowieso nur an Stränden in Dänemark oder aber in Sankt Peter-Ording erlaubt, belehren einen die Volkswagen-Presseleute. Stimmt, und weil auch fast überall Tempolimits auf Autobahnen gelten, lohnt es sich ja auch eigentlich nicht, Autos zu bauen, die schneller als 130 fahren.

Vorwärtsbewegen kann sich der Dune ja trotzdem. Mit der Übersicht ist es in dem Teil aber so eine Sache: Schulterblick links funktioniert problemlos dank der extrem langen Seitenscheibe, die freie Sicht nach hinten gewährt. Da wird es beim Schulterblick rechts allerdings schon wesentlich undurchsichtiger, weil das hintere Fenster extrem klein ist. Eine optionale Rückfahrkamera für 295 Euro schafft da Abhilfe - vor allem bei offenem Verdeck. Aber das ist bei einem Cabrio, dessen Soft-Top nicht vollständig im Heck versenkt wird, eben auch bauartbedingt. Das Dach öffnet sich ganz einfach per Knopfdruck in etwa 20 Sekunden. Das anschließende Anbringen der Schutzhülle ist allerdings ganz schöne Friemelei, aber Übung macht den Meister.

VW Beetle Dune Cabrio Kofferraum mit GepäckstückFoto: Ingo Barenschee
Der recht überschaubare Kofferraum des Cabrios verstaut 225 Liter - das reicht für Strandtaschen, mit dem Klappstuhl wird's schon eng.

Konnektivität im Beetle Dune dank Android Auto und Apple Car Play

Weil der Diesel klanglich eher spröde als trendig daherkommt, ist ein potenzieller Dune-Kunde wohl eher dazu geneigt, sich an den Tönen seiner Playlists bei Spotify, Napster und Co. zu erfreuen. Das geht im coolen Käfer mit dem entsprechenden Paket "Composition Media" (325 Euro) entweder via Bluetooth oder mittels USB-Kabel (Android Auto, MirrorLink oder Apple Car Play). Wer seine Beach-Hits in astreiner Klangqualität genießen will, der könnte über das optionale Fender-Soundsystem (580 Euro) nachdenken. Das omnipräsente Markenlogo, das man sonst mit biestigen E-Gitarren verbindet, würde auch sicherlich den Like-Faktor bei Instagram erhöhen.

Ab 28.225 Euro geht es los mit der Beetle-Dune-Serie, die ab sofort bestellt werden kann. Park- und Berganfahrassistent sowie Regensensor und Tempomat sind beim "Wüstenbuggy" Serie. Eine Handvoll Modelle wurde bereits Ende vergangenen Jahres verkauft, ab jetzt startet die zweite Verkaufswelle. Kunden können ab August mit der Auslieferung des in Mexiko produzierten Volkswagens rechnen. Das preiswertere und weltweit beliebtere Coupé startet ab 24.000 Euro. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Motorisierungen, darunter drei TSI-Benziner (105, 150, 220 PS) sowie zwei TDI-Diesel (110, 150 PS).

Für Leute, denen der normale Beetle Cabrio zu standardmäßig ist, könnte sich der Aufpreis der Dune-Serie lohnen. Zumindest optisch setzt er ein Statement. Besonders beliebt sind die Beetle-Modelle übrigens in den USA. Dort hatte auch der ursprüngliche, höhergelegte "Baja Bug" seine Geburtsstunde, der an der gleichnamigen Rallye "Baja 1000" teilnahm. Sicherlich finden sich auch heutzutage noch einige Käfer-Enthusiasten, die mit dem Beetle Dune durch den kalifornischen Sandstrand preschen wollen, sofern er denn asphaltiert ist. Oder diejenigen, die es zumindest in Sankt Peter-Ording versuchen.

Technische Daten
VW Beetle Dune Cabriolet 2.0 TDI
Grundpreis33.925 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4286 x 1822 x 1490 mm
KofferraumvolumenVDA225 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (340 Nm)
Höchstgeschwindigkeit198 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,6 s
Verbrauch4,7 L/100 km
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