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VW Caddy Alltrack 4x4 (2016) im Fahrbericht

Kleiner Kletterkasten

VW Caddy Alltrack 4x4 Fahrbericht Foto: Stephan Lindloff 21 Bilder

Mit dem neuen Alltrack kommt frischer Schwung in die Caddy-Bude, auch weil sich nun der Top-Diesel mit Allrad kombinieren lässt. Erste Testfahrt, natürlich auf Abwegen.

15.02.2016 Torsten Seibt 1 Kommentar Powered by

Verkehrte Welt: Immer mehr SUV verlernen mangels Allrad das Klettern, und ein kleiner Kastenwagen zeigt ihnen, wie es sein könnte: mit dem überlegenen Antriebskonzept. Mehr scheinen als sein ist in SUV-Kreisen angesagt, wobei sich auch der VW Caddy in der nagelneuen Alltrack-Version ein bisschen Schminke und Push-up nicht verkneifen mag. Der VW Caddy Alltrack tritt derart aufgerüscht die Nachfolge des bisherigen Cross Caddy an.

VW Caddy Alltrack 4x4 Fahrbericht Foto: Stephan Lindloff
Das Thema Verschränkung findet beim Caddy Alltrack nicht statt, doch er hat eine Traktionskontrolle.

Nun wären die Zier-Bordüren an den Radhäusern oder die heute offenbar unvermeidlichen Unterfahrschutz-Imitate an Front- und Heckschürze alleine keine ausgedehnte Probefahrt wert, doch der neue VW Caddy Alltrack bietet einen anderen Grund, ihm genauer unters Blechkleid zu schauen – die zuvor nicht lieferbare Variante des 150-PS-Topdiesel mit dem 4Motion-Allradantrieb.

VW Caddy Alltrack 4x4

Als Alltrack ist der VW Caddy zwar prinzipiell in jeder Motorisierungs-Variante zu haben. Doch nachdem die Alltrack-Ausstattung knapp unterhalb des Topmodells in Highline-Ausführung rangiert, benötigt es schon eine eher ungewöhnliche Art von Humor, dies beispielsweise mit dem überschaubar motorisierten 84-PS-Basis-Benziner zu kombinieren.

Ohnehin macht VW in Sachen überlegenes Antriebskonzept eine klare Ansage. Den Caddy Alltrack 4x4 gibt es nur mit den beiden Zweiliter-Dieselmotoren, 122 und jetzt eben auch 150 PS leistend. Beim 150 PS-Alltrack steht ein weiteres Muss in der Preisliste, er wird ausschließlich mit dem Sechsgang-DSG-Getriebe ausgeliefert. Das führt auf direktem Wege zum unerfreulichsten Teil dieses Fahrberichtes: 36.235,50 Euro stehen für den VW Caddy Alltrack 4x4 mit 150 PS in der Preisliste.

VW Caddy Alltrack 4x4 Fahrbericht Foto: Stephan Lindloff
Gefühlt ein Meter Kopffreiheit und die Panoramaverglasung machen das Reisen im Caddy angenehm.

Wenn das verdaut und in Gedanken die Rabatt-Gespräche beim Vertragshändler durchgespielt sind, nehmen wir Sie jetzt mit auf Probefahrt. Die führt zunächst Richtung Stadt und Land, erst im zweiten Teil kommt noch das Kapitel Fluss dazu. Der Innenraum des VW Caddy Alltrack bietet keine bahnbrechenden Neuerkenntnisse, die sich nicht bereits seit vergangenem Jahr mit der neuen 4. Generation finden ließen. Lederlenkrad und -schaltsack, ein speziell für den Alltrack designter Sitzbezug, metallfarbene Umrandungen an Knöpfen und Lüftungsgittern sowie die querlaufende Zierblende in der Armaturentafel sollen den Abstand zur Handwerker-Ausführung des Kastenwagens dokumentieren.

Rationell und praktisch

All das ist VW-gewohnt routiniert und sauber verarbeitet, wirkt jedoch trotzdem vor allem zweckmäßig und pflegeleicht statt übertrieben luxuriös. Eingewöhnung ist nicht nötig, also starten und los. Gefällig schon auf den ersten Metern ist das Antrittsverhalten des 2.0 TDI, der sich früh und nachhaltig in Szene setzt. Eigenhändig im Handschaltmodus dem DSG das Denken abzunehmen, erweist sich im Normalbetrieb als nutzlos, das Doppelkupplungsgetriebe macht seine Sache charmant sowie fehler- und ruckfrei.

So fest, wie das Aggregat aus dem Drehzahlkeller auch anschiebt, bei hektischem Auswinden des Drehzahlbereichs zeigt sich der TDI in erster Linie bemüht. Mit vollem Körpereinsatz über Serpentinenstraßen feilen – nein, dafür gibt es bessere Fahrzeugkonzepte. Hätte man ihm aber auch gleich von außen ansehen können. Dabei bleibt der Caddy Alltrack auch unter betont hastigen Piloten ein lammfrommes Auto, das dank 4Motion-Allrad selbst jenseits der Reifenhaftgrenze überraschungsfrei bleibt.

Neue Assistenzsysteme

Dem sicheren Fahrgefühl assistieren bei der Caddy-Generation 4 zahlreiche neue Helfer. Front Assist, City-Notbremsfunktion und Multikollisionsbremse sind serienmäßig. Optional gibt es den distanzhaltenden Tempomaten ACC, den Fernlichtassistent Light Assist, eine Müdigkeitserkennung, Rückfahrkamera und Parklenkassistent.

Immer wieder ein Erlebnis, speziell in heutigen Autodesign-Zeiten, ist der Ausblick im Caddy. Wie im Reisebus blickt die Besatzung durch die riesige, steil stehende Frontscheibe und die nicht minder panoramigen Seitenfenster auf die vorbeiziehende Landschaft. Sonntagsausflugsnote für den Caddy: eine Eins mit Stern. Das hoch aufragende Fahrzeugkonzept mit gefühlt mindestens einem Meter Kopffreiheit auf den Sitzen erkauft sich der Caddy mit einer harmlosen, aber spürbaren Kurvenneigung.

Der Fahrkomfort ist nicht so knorrig, wie es bei diesem Fahrzeugkonzept zu erwarten wäre. Die hintere schwere Starrachse, blattgefedert, diktiert den Hauptteil des Federungskapitels, bleibt im Alltag aber relativ unauffällig. Auf den Rücksitzen ist bei Unebenheiten eher ein leichtes Stuckern spürbar, vorne bleibt es meist kommod.

Caddy Alltrack – besser als manches SUV

Das zeigt sich gleichermaßen abseits der Straße, wo der VW Caddy Alltrack ausdrücklich hin soll. Schließlich haben sie ihm genau deshalb den Allrad untergeschnallt, um selbst in abgelegenen Gegenden großraumkastig auf die Pirsch gehen zu können. Dabei zeigt der 4Motion-Allrad eine recht feinfühlige und reaktionsschnelle Regelung, bei der sich der Fahrer um nichts kümmern muss.

Gelände-Assistenten gibt es jedoch bis auf eine Berganfahrhilfe keine. Speziell bei steilen Bergabfahrten, zu denen der Caddy völlig problemlos in der Lage ist, würde ihm eine Hill Descent Control gut zu Gesicht stehen – so viel können die zusätzlichen Zeilen an Programmcode ja nicht kosten. Dafür ist die Traktionskontrolle recht wirksam, um auf losem Untergrund bestmöglichen Vortrieb zu generieren.

Bei allem Spaß abseits der Straße jedoch stets zu berücksichtigen: Die minimale Bodenfreiheit des VW Caddy Alltrack 4x4 liegt sogar um Nuancen unter der des Fronttrieblers, weil Abtrieb und Hinterachsdifferential Platz brauchen. Durch die aus demselben Grund höhergelegte Heckfederung steigt allerdings die Bodenfreiheit in der Fahrzeugmitte etwas an.

VW Caddy Alltrack 4x4 Fahrbericht Foto: Stephan Lindloff
Die Alltrack-Variante ist die zweitteuerste Ausstattung für den Caddy, Allrad gibt es nur für die starken Diesel.

Fazit:

150 PS, Allrad und DSG vertragen sich im Caddy prima. Der kompakte Kletterkasten fährt zügig, ohne sich wichtig zu machen, die Praxistauglichkeit und der enorme Laderaum schlagen manch modisches SUV buchstäblich um Längen. Wer sich vor dem Kaufpreis gruselt: Ohne die Alltrack-Schminke gibt es dieselbe Antriebstechnik im Trendline für rund 4.500 Euro weniger.

Neuester Kommentar

Hallo! Haben Sie schon dieses Video gesehen, das Spaß an VW-Abgasskandal hat? https://www.youtube.com/watch?v=SgbU5c0wP1U

ollaH 19. Mai 2016, 23:15 Uhr
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