VW CC 2.0 TDI im Fahrbericht: Coupé mit Oberklasse-Ambitionen

VW CC 2.0 TDI, Seitenansicht

Der VW CC strebt Richtung Oberklasse: Das viertürige Coupé zeigte sich im Fahrbericht noch komfortabler - und vor allem leiser.

VW CC - gut, wenn der Name so unmissverständlich aufs Wesen verweist: Bei VW steht CC für Comfort Coupé, was in Zeiten der Dynamik-Epidemie fast schon wie eine Verheißung klingt. Mit der jüngsten Modellpflege fiel beim Flachdach-Viertürer der bislang geführte Hinweis, dass es sich um einen Ableger des VW Passat handelt, weg - um sich möglicherweise noch stärker als bislang dem C wie Comfort zu widmen?

Trotz oder gerade wegen der Änderungen an Front und Heck will der VW CC seine Verwandtschaft zum Passat nicht leugnen. Vielmehr könnte man ihn aber für den kleinen Bruder des VW Phaeton halten - und genau das ist die Absicht: Der VW CC soll sich stärker als bisher zur automobilen Oberklasse hin entwickeln. Ein Plan, der bereits jetzt Verbal-Scharmützel in diversen Internetforen heraufbeschwört. Darin wird leidenschaftlich gestritten, ob es sinnvoll ist, für einen Passat-Ableger mindestens 31.800 Euro auf den Tisch zu legen.

VW CC mit 140 PS starkem Basisdiesel

Gemessen an seinem Auftritt ist der VW CC preiswert, denn er rollt definitiv oberklassig daher. Schon mit dem Basisdiesel, der immerhin 140 PS leistet, bewegt man sich standesgemäß vorwärts, solange es nicht ums Wetteifern auf der linken Spur geht. Doch wer den großen VW CC pilotiert, sollte so weit in sich ruhen, dass er Hitzköpfen stets generös den Vortritt lässt und entspannt weiterschwebt. So lange der Schalter der unbedingt empfehlenswerten und ab den 170-PS-Versionen serienmäßigen Dämpferverstellung auf C wie Comfort steht, schluckt das Fahrwerk Bodenwellen mit einer bewundernswerten Gemütsruhe. Warum VW die Einstiegsversion ab Werk mit einem Sportfahrwerk ausliefert, ist dagegen unerklärlich.

Dank der besseren Geräuschdämmung herrscht noch mehr Ruhe an Bord. Die geringen Änderungen am Bedienteil der Klimaanlage können den hochwertigen Eindruck allerdings nicht nochmals verbessern, das hätte grundlegenderer Überarbeitung bedurft. Letztere gibt es eher bei den Assistenzsystemen; ein Müdigkeitswarner à la Mercedes soll etwa zu rechtzeitigen Pausen mahnen. Er ist im VW CC übrigens ebenso serienmäßig wie Bixenon-Scheinwerfer. Automatische Fernlichtsteuerung, Spurwechsel-, Spurhalte- und Parkassistenten, adaptiver Tempomat mit Notbremsfunktion sowie Verkehrszeichenerkennung können zusätzlich geordert werden, ebenso Klimasitze mit Massagefunktion und eine elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung.

Beheizbare Frontscheibe ohne störende Drähte

Zudem öffnet der VW CC seinen Kofferraum optional nach einer Kickbewegung mit dem Fuß hinter dem Fahrzeug. Ab dem Verkaufsstart Anfang Februar bietet VW den CC mit zwei Vierzylinder-Benzinern (160 und 210 PS), einem 300 PS starken 3,6-Liter-V6 sowie zwei Dieselmotoren (140 und 170 PS) an. Diese verfügen serienmäßig über Start-Stopp-Funktion. Damit soll der Basis-Diesel übrigens auf einen sehr niedrigen CO2-Ausstoß von 125 Gramm pro Kilometer kommen.

Und dann wäre da noch die neue Klimakomfort-Frontscheibe. Dank einer leitfähigen Folie absorbiert sie nicht nur UV-Strahlen, sondern lässt sich ohne störende Drähte beheizen. Angesichts solcher Optionen ist Kritik an der Oberklasse-Ausrichtung des VW CC schon vor ihrer Formulierung ziemlich substanzlos.

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Marcus Peters

Autor:

auto motor und sport, Heft 04 / 2012

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