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VW Crafter im Fahrbericht (2016)

Modern, komfortabel und viele Assistenten

VW Crafter Foto: VW 14 Bilder

Mit dem neuen Crafter will VW an die Spitze des Transporter-Segments. Dabei verzichtet der Hersteller auf eine Kooperation mit Mercedes. Erste Fahrt mit dem neuen Transporter.

16.11.2016 Thomas Gerhardt, Thomas Rosenberger 2 Kommentare

Mit dem neuen Crafter will VW an die Spitze des Transporter-Segments. Dabei verzichtet der Hersteller auf eine Kooperation mit Mercedes. Erste Fahrt mit dem neuen Transporter.

Noch im Jahr 2015 gelingt VW mit rund 50.000 verkauften Fahrzeugen ein Rekordabsatz in der zehnjährigen Geschichte des VW Crafter. Und das, obwohl der Nachfolger längst in den Startlöchern steht. Transporter sind gefragt, und die Nachfrage soll aufgrund des wachsenden Online-Handels in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen. Um ganz vorne mitzuspielen, hat Volkswagen seinen Crafter von Grund auf neu und ohne eine Kooperation mit Mercedes entwickelt – die gemeinsame Basis mit dem Sprinter ist nun also Geschichte.

Der neue VW Crafter „ist in allen Bereichen besser als sein Vorgänger und wird die neue, bestimmende Größe in seinem Segment.“, gibt der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen Nutzfahrzeuge Dr. Eckard Scholz bei der Präsentation bekannt. Dafür habe man im Vorfeld der Entwicklung mit so vielen Kunden gesprochen wie noch nie um deren Bedürfnisse bestmöglichst zu erfüllen. Auch ein neues Werk hat Volkswagen Nutzfahrzeuge errichtet. Im polnischen Wrzesnia sollen schon bald um die 100.000 Fahrzeuge pro jahr vom Band rollen. Der Erfolgsdruck ist also enorm. Ob der neue VW Crafter überzeugen kann, finden wir bei einer ersten Fahrt heraus.

Schon rein äußerlich wirkt der neue VW Crafter wesentlich moderner als sein Vorgänger. Vor allem an der Front ist die aktuelle Designsprache von VW unverkennbar. Mit dem breiten Kühlergrill und den nun horizontal angeordneten Scheinwerfern kommt das Design dem des Passat sehr nahe. Die Karosserie des Kastenwagens verläuft nach hinten „fischbauch-artig“ – ist also in der Mitte breiter und im Heckbereich wieder schmaler. Auf diese Weise soll der Crafter einen Cw-Wert von 0,33 erreichen.

VW CrafterFoto: Dominic Vierneisel
Der neue VW Crafter und seine Vorgänger.
VW Crafter
Großer Bruder des Bulli 51 Sek.

Auch im Innenraum ist die Verwandschaft zu anderen Modellen der Marke klar erkennbar. Das Cockpit kommt im Stile des VW T6, bietet aber noch mehr Ablagen auf dem Armaturenträger, in den Türen und bei bestimmten Karosserievarianten auch unter dem Fahrerhausdach. Geschlossene Ablagen im Bereich des Armaturenträgers entfallen dafür genauso wie der Clip für lose Blätter. Als Ersatz gibt es ein geschlossenes, gekühltes Handschuhfach mit reichlich Platz. Eine geschlossene Ablage findet sich unter dem Sitzkissen des Beifahrers. Hinzu kommt bei der Doppelbeifahresitzbank ein Klapptisch in der Rückenlehne, der neben den obligatorischen Halterungen für Kaffeebecher und Block auch Schlitze umfasst, in die sich ein Tablet-PC stecken lässt. 12-Volt- und USB-Buchsen sind in ausreichender Zahl vorhanden. Hinzu kommt außerdem eine 230-Volt-Steckdose.

Das Bedienkonzept und das Infotainmentsystem mit dem großen, mittig platzierten Touchscreen kennt man schon aus anderen VW-Modellen. Entsprechend schnell findet man sich zurecht. Das unten abgeflachte, steil angeordnete Lenkrad stammt aus dem VW Golf.

VW Crafter erstmals mit Frontantrieb

Als Motorisierung können Crafter-Kunden künftig aus drei Varianten des überarbeiteten Zweiliter-Turodiesels „EA288 nutz“ wählen. Der Vierzylinder ist mit 102 PS, 140 PS und als Biturbo mit 177 PS verfügbar. Die Kraftübertragung übernimmt ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder die neue, aufpreispflichtige Achtgang-Wanderautomatik.

VW Crafter, Innenraum, CockpitFoto: Dominic Vierneisel
Cockpit im Stil des VW T6. Das Lenkrad stammt aus dem VW Golf.

Im Gegensatz zum Vorgänger wird der neue Crafter in der Basis über die Vorderräder angetrieben. Von dieser Antriebsart mit quer eingebautem Motor leitet sich auch der zur Markteinführung im Frühjahr 2017 verfügbare Allradantrieb mit Haldex-Prinzip ab. Nachreichen wird VW allerdings auch einen Heckantrieb mit längseingebautem Motor. Mit ihm steigt die zulässige Gesamtmasse von 3,5 bzw. 4,0 Tonnen auf bis zu 5,5 Tonnen – mit Zwillingsbereifung an der Hinterachse.

Zunächst fällt auf: Alle drei Motorvarianten des VW Crafter laufen kultiviert und leise. Bereits die 102-PS-Version (300 Nm Drehmoment) gibt sich in unteren Drehzahlbereichen kraftvoll, bietet obenraus aber kaum noch Reserven – für den Stadtverkehr oder kurze Landstraßenetappen dürfte das aber genügen. Zumindest für die 3,5-Tonnen-Versionen ist die mittlere Motorisierung (340 Nm Drehmoment) völlig ausreichend. Mit ihr kommt der Crafter zügig aus dem Stand und kann auch auf der Autobahn gut mithalten. Subjektiv kaum durchzugsstärker zeigt sich die 177-PS-Variante. Das hohe Drehmoment von 410 Nm macht sie aber besonders für schwerere Transportfahrten interessant. Die Geräuschkulisse ist bei allen drei Varianten zurückhaltend. Einzig unter Volllast dringt das typische Diesel-Knurren in das Fahrerhaus. Auffälliger sind da schon die Windgeräusche ab circa 90 km/h.

Die Abgasreinigung übernimmt bei allen Dieselmotoren ein SCR-System in Verbindung mit einem Dieselpartikelfilter. Je nach Ausführung, Beladung und Fahrstil genehmigt sich der Crafter laut VWN-Entwicklungsvorstand Dr. Harald Ludanek ein bis 1,5 Liter Adblue pro 1000 Kilometer. Unter ständiger Volllast können es auch mal 3 Liter sein. Insgesamt sind 18 Liter vom NOx-Reduktionsmittel an Bord. Betankt wird über einen Stutzen, der neben dem des Dieselreservoirs sitzt.

VW Crafter, Kastenwagen, DokaFoto: VW
Die Preise für den neuen Crafter starten bei 35.475 Euro für den Kastenwagen und 36.231 Euro für den Pritschenwagen.

Komfortables Fahrwerk, viele Assistenzsysteme

Sowohl beim Kastenwagen, als auch in der Doka mit Pritschenaufbau kann das Fahrwerk mit einer straffen, aber nicht unkomfortablen Federung überzeugen. Einzig auf Querwellen neigt die Hinterachse zum Poltern. Wer es noch komfortabler braucht, kann sich gegen Aufpreis einen Schwingsitz einbauen lassen. Die elektromechanische Lenkung arbeitet direkt und präzise. Angenehm leichtgängig lässt sich das Lenkrad selbst im Stand bereits mit einem Finger drehen. Die Servounterstützung ist dabei geschwindigkeitsabhängig.

Umfassend erweitert hat VW das Angebot der Assistenzsysteme. Dabei bedient sich der VW Crafter aus dem Regal seiner kleineren Pkw-Geschwister. Serienmäßig an Bord sind ein ESP-basierter Seitenwindassistent, ein Notbremssystem, die Multikollisionsbremse und die Start-/Stopp-Automatik. Gegen Aufpreis sind für die Kastenwagenmodelle ein Spurhalteassistent, ein Abstandsregeltempomat, der den Crafter gegebenenfalls bis in den Stand herunterbremst, ein Ein- und Auspark-Assistent sowie ein Anhänger-Rangier-Assistent verfügbar. Auch im Transporter-Segment nähert sich VW also dem automatisierten Fahren. Weiter aufrüsten lässt sich der neue VW Crafter mit LED-Scheinwerfern, einem Abbiegelicht und dem Fernlichtassistenten, der bei Gegenverkehr oder in Ortschaften automatisch von Fern- auf Abblendlicht umstellt.

Neuester Kommentar

Da ist VW ja was gelungen: Das erste Auto mit "Wanderautomatik"! Wie hat man sich das vorzustellen? Merkt das Auto automatisch, wenn ich lieber Wandern würde? Oder wandert es selbst und autonom? Vielleicht sogar selbständig nach Hause, falls es gekidnappt wurde?

schnarcher99 21. November 2016, 17:49 Uhr
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