VW Eos 1.4 TSI Fahrbericht

Hat er Angst vor dem offenen Golf?

VW EOS 1.4 TSI, Frontansicht, schräg oben, Cabrio

VW hat den Eos sanft retuschiert. Er behält sein aufwendiges Klappdach und seine Pfunde – bekommt aber einen leichteren Bruder. Pünktlich zum Sommeranfang muss der neue VW Eos zeigen, was in ihm steckt.

Das Leben des VW Eos war bislang schön. Mit seinem robusten Metall-Glas-Schiebe-Klappdach machte er all jene Frischluftfans glücklich, die ihre Cabriogefühle das ganze Jahr über ausleben wollen. Und zwar ohne Nachteile. Der offene Beetle kam ihm dabei nicht zu nah, der richtete sich vielmehr an Sonnengenießer mit Blechdach-Erstwagen.

Neues Golf Cabrio ist 4.000 Euro günstiger als der Eos

Das im Juni anstehende VW Golf Cabrio könnte dagegen den Dunstkreis des VW Eos empfindlich stören. Es fährt zwar mit Stoffverdeck vor und ist damit verwundbar, bietet aber ähnliche Platzverhältnisse und kostet rund 4.000 Euro weniger – 1:0 für den Golf. Nach wie vor klappt der VW Eos mit beeindruckender Präzision seine fünf Dachteile innerhalb von 25 Sekunden unter die große, schwere Heckklappe. Dabei muss er jedoch stillstehen, der Golf nicht (2:0).

VW Eos mit mäßigem Spurtvermögen

Neu ist beim VW Eos, dass die Metamorphose auch per Fernbedienung am Schlüssel funktioniert – 2:1. Sein Motorspektrum beginnt bei 122 PS, die bei 1.529 Kilogramm Leergewicht aber nur für Menschen mit Geduld und Muße zu empfehlen sind. Daher testen wir die nächststärkere Version: den aufgeladenen VW Eos 1.4 TSI mit 160 PS. Während der Benziner im geschlossenen Golf respektabel beschleunigt – null auf 100 km/h in gemessenen 8,2 Sekunden – fühlt er sich im Eos nicht so spritzig an. Die Messtechnik untermauert das Gefühl: Nullhundert schafft er erst nach 8,9 Sekunden. Grund des Übels ist das 187 Kilogramm höhere Leergewicht.
 
Der Kofferraum ist bei beiden VW-Cabrios kein wirkliches Ärgerthema. Mit geschlossenem Dach passen gute 380 Liter in den VW Eos, dessen Heckklappe weit öffnet und somit ein bequemes Beladen ermöglicht. Bei geöffnetem Dach schrumpft sein Laderaumvolumen allerdings auf 205 Liter. Das VW Golf Cabrio hat 250 Liter Gepäckraum – bei Regen und Sonnenschein. Unentschieden – es bleibt bei 2:1.

Testverbrauch von 9,1 Liter/100 km

Genug geplaudert, jetzt wird gefahren. Und zwar offen. Im VW Eos braucht man dazu nichts von Hand zu entriegeln. Einfach aufs Knöpfchen drücken, und der Himmel erweitert sich ungemein – vor allem für die beiden Fondpassagiere, die recht bequem sitzen können. Vorn werden die Köpfe im VW Eos allerdings nur von hinten gebräunt, da der Rahmen der Windschutzscheibe weit nach innen reicht – nicht ganz so extrem wie bei Peugeot 308 CC oder Renault Mégane CC, aber doch deutlich weiter als beim Golf Cabrio; macht 3:1.

Beim Verbrauch hält der VW Eos 1.4 TSI die Herstellerangabe von 6,8 L/100 km nicht, sein Testverbrauch beträgt 9,1 Liter – die gleich starke Limousine lag bei 8,8 Litern. Demnach betragen die Kraftstoffkosten des Eos pro 100 Kilometer 14,20 Euro. Als 1.4 TSI beginnt er preislich bei 30.225 Euro, das gleich starke Golf Cabrio bei 26.075 Euro. Und gewinnt mit 3:1.

Fazit

Sogar mit dem 160-PS-Benziner wird der Eos nicht zum Sportler. Eine Diät würde ihm helfen. Das gute am Klappdach: Es ist robust.

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Dani Heyne

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