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VW Golf Blue-E-Motion im Fahrbericht

Erste Fahrt im elektrifizierten VW Golf

VW Golf Blue-E-Motion Foto: VW 9 Bilder

Wie wird sich der Elektro-Golf fahren, wenn VW ihn 2013 auf Basis der siebten Generation in Serie bringt? Der VW Golf Blue-E-Motion gibt schon einmal einen Vorgeschmack. auto motor und sport hat den E-Golf gefahren.

09.07.2010 Jens Dralle

Einen VW Golf zu fahren verwirrt normalerweise nicht einmal mehr Führerscheinneulinge: anlassen, Gang oder Fahrstufe einlegen, Gas geben, fertig. Der VW Golf Blue-E-Motion macht da keine Ausnahme - eigentlich. Bereits die Schaltpaddel am Lenkrad geben einen Hinweis darauf, dass die Ingenieure nicht irgendeinen strombetriebenen Kompaktwagen auf die Räder stellen wollten. Dort, wo normalerweise der Schalter für die unterschiedlichen Dämpferkennlinien sitzt, lassen sich bei der Studie drei unterschiedliche Fahrmodi einstellen. Und dann wäre da noch die Position "B" des Automatikwählhebels. 

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Fahrbericht: Elektrifizierter Kompaktwagen VW Golf Blue-E-Motion
auto motor und sport 14/2010
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E-Golf  sprintet von null auf 100 km/h in 11,8 Sekunden

Immerhin kann der Fahrer all das ignorieren, um vom Fleck zu kommen - geräuschlos natürlich, wobei die flüsterleisen TSI-Motoren die Messlatte bereits recht hoch gelegt haben. Gegenüber den Varianten mit Verbrennungsmotor und Doppelkupplungsgetriebe bringt der über 1,5 Tonnen schwere VW Golf Blue-E-Motion 205 Kilogramm mehr auf die Waage. Das Zusatzgewicht resultiert aus dem Akku-Paket, das aus 30 Batteriemodulen besteht, die sich nochmals in 180 Lithium-Ionen-Zellen unterteilen. Der Energiegehalt beträgt 26,5 Kilowattstunden und hält einen maximal 85 kW leistenden E-Motor bei Laune. Das Aggregat seinerseits unterhält dagegen die Insassen mit der für Elektroautos typischen stürmischen Leistungsentfaltung. Vom ersten Schlüsseldreh an steht ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern zur Verfügung, weshalb sich die serienmäßige Traktionskontrolle durchaus als nützlich erweist. Der Hersteller verspricht den Sprint von null auf 100 km/h in 11,8 Sekunden – und es gibt im Fahrbericht keinen Grund, daran zu zweifeln.

E-Golf beherrscht das widerstandsarme Rollen

Unaufgeregt surrend schiebt der VW Golf Blue-E-Motion im Fahrbericht derart kräftig an, als würde ihm das ruhmreiche GTI-Signet an der Heckklappe kleben. Im Modus "Comfort Plus" schöpft der 80 Kilogramm schwere Motor dabei seine volle Leistung von 85 kW aus. Seinen Nutzer informiert er darüber per Leistungsanzeige, die den Drehzahlmesser ersetzt. Auf dem Monitor in der Mittelkonsole lässt sich ablesen, in welche Richtung der Strom gerade fließt: Wird die Batterie geladen oder entleert - oder gleitet der VW E-Golf nahezu ohne Energieverlust? Dieser von VW seemännisch "segeln" getaufte Fahrzustand ist bereits vom Touareg Hybrid bekannt. Wird dagegen auf maximale Reichweite Wert gelegt, muss auf "Range Plus" umgeschaltet werden. Dann stehen 50 kW bereit, beim Kickdown geht es jedoch wieder mit voller Kraft voran. In der Stufe "Normal" stellt der Antriebsstrang 65 kW zur Verfügung.

Elektro-Golf geht auf Basis der siebten Generation 2013 in Serie

Zusätzlich zur Leistung lässt sich über die Schaltpaddel das Rekuperationsmoment vierfach variieren. Selbst in der höchsten Stufe verzögert der VW Golf Blue-E-Motion im Schiebebetrieb zwar merklich, die heftige Bremswirkung eines Mini E erreicht er allerdings nicht. Dennoch genügt eine kurze Eingewöhnungsphase, um im Fahrbericht bei Stadttempo weitgehend ohne Bremspedal auszukommen. Den gleichen Effekt erzielt die Wählhebelposition B, schnell erweisen sich die Paddel als überflüssig. Sie sind Teil der Entwicklungsvorstufe, möglicherweise wird die Spreizung vergrößert - oder das Feature nur als Option angeboten, wenn der Elektro-Golf auf Basis der siebten Generation 2013 in Serie geht. In den nächsten zwei Jahren will VW speziell bei den Batterien nachbessern. Sie verstecken sich zwar schon jetzt platzsparend unter Rücksitzbank und Kofferraumboden, kosten jedoch rund 500 Euro pro kWh, weniger als 200 sind das Ziel. Zudem muss die maximale Reichweite von 150 Kilometern nicht nur unter Optimal-, sondern auch unter Alltagsbedingungen sichergestellt werden - nicht dass der E-Golf doch noch verwirrte Fahrer gestrandet zurücklässt.

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