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VW Golf GTD von Abt, Digitec und MTM

Drei getunte GTD geben richtig Gas

VW Golf GTD Tuning Foto: Hans-Dieter Seufert 28 Bilder

Die Stellschrauben des VW Golf GTD müssen doch noch etwas in Richtung GTI zu drehen sein. Schließlich sind die Diesel-Triebwerke generell weit ins Fahrspaß-Revier vorgedrungen. Folglich lässt sich einem VW Golf GTD im mittleren Drehzahlbereich wenig vorhalten.

15.02.2010 Marcus Peters

Aber etwas mehr Druck von ganz unten und ein Quäntchen Biss ganz oben würde all jene Kunden glücklich machen, die sich des Verbrauchs wegen gegen den Benziner und für den Diesel entschieden haben. Kann ihnen Tuning helfen? 

Der MTM Golf GTD stürmt fast wie ein VW Golf GTI los

Der 170-PS-Motor von VW (350 Nm) ist bereits eine Art Werkstuning – die modifizierte Version des 140-PS-Common Rail mit zwei Liter Hubraum. Dass VW an der Leistungsschraube gedreht hat, merkt man dem Diesel an seiner Charakteristik an: Unter 2.000/min reagiert sein Borg-Warner-Turbolader lustlos auf Vollgasbefehle, was spontanes Durchstarten in gemächliches Losrollen umwandelt. Anders der MTM Golf GTD: Er stürmt für unseren Fahrbericht fast wie ein VW Golf GTI los, stiebt tief aus dem Ansaugtrakt knurrend davon und verteilt seinen Schub über ein deutlich breiteres Drehzahlband.

Die getunten VW Golf GTD leisten zwischen 190 PS und 205 PS

So erwartet man das von einem Power-Diesel. Schade nur, dass seine Euphorie bei hohen Drehzahlen verebbt. Ebenso wie die Serienversion wirkt er hier zugeschnürt. Besser, man zieht frühzeitig am rechten Lenkradpaddel des Doppelkupplungsgetriebes (1.875 Euro) und surft im nächsten der insgesamt sechs Gänge die Drehmoment-Welle weiter. Dann brandet sie wieder mächtig auf – deutlich früher als bei den Konkurrenten, weshalb sich der MTM Golf GTD niedertouriger und sparsamer als diese für unseren Fahrbericht bewegen lässt. Wie auch Abt und Digi-Tec belässt es MTM beim so genannten Chiptuning für den VW Golf GTD. Dabei werden ausschließlich die Daten des Motormanagements geändert, vor allem der Ladedruck und die Einspritzmenge erhöht. Die Ausbeute variiert dabei zwischen 190 PS und 390 Nm bei Abt über 200 PS und 400 Nm bei Digi-Tec bis 205 PS und 380 Nm bei MTM.

Alle getunten VW Golf GTD übertreffen das Serienmodell

Erwartungsgemäß übertreffen alle drei Getunten die Fahrleistungen des zum Vergleich mitlaufenden Serien-VW Golf GTD – der Abt Golf GTD und der Digi-Tec Golf GTD beschleunigen aus dem Stand sogar um eine Sekunde besser auf Tempo 100, der MTM Golf GTD immerhin noch um acht Zehntel. Sie deklassieren beim simulierten Überholvorgang die Serienversion, legen deutlich druckvoller los. Doch Maßstäbe setzt der MTM bei der traditionellen Domäne drehmomentstarker Diesel. Von 60 bis 100 km/h zoomt er sich in unserem Fahrbericht im vierten Gang in sagenhaften 4,6 Sekunden, von 80 auf 120 km/h im Sechsten benötigt er nur vier Sekunden länger. Das ist beim Überholen im Alltag schon deutlich spürbar und kein Wert, der nur auf dem Papier beeindruckt.

Abt und Digi-Tec Golf GTD: Ähnlich wie aufgeladene Benziner

Abt und Digi-Tec lassen den Selbstzünder fast schon jubilieren und bis knapp an die 5.000er-Marke drehen. Sie fühlen sich hier ähnlich wie aufgeladene Benziner an, geben aber noch nicht wie ein VW Golf GTI Anlass zu Begeisterungsstürmen. Die will Digi-Tec offensichtlich mit einer sehr sportlichen Feder-Dämpfer-Kombination erreichen und montiert ein knochentrocken abgestimmtes Gewindefahrwerk. Auf der Autobahn sind Karosserie und Fahrgäste ständig in Bewegung, hoppeln im Gleichtakt. Das fühlt sich ein wenig nach Tuning aus vergangenen Tagen an, als Sportlichkeit mit Härte gleichzusetzen war. Andererseits zeigt der Digi-Tec Gold GTD auf der 2,2 Kilometer langen Luk-Rennstrecke in der Nähe von Baden-Baden Talent. Drehfreudig nimmt er in unserem Fahrbericht dem mit adaptiven Dämpfern antretenden Serien-Golf GTD (1.15,2 min) eine Sekunde ab, ist dabei sogar einfacher zu fahren, bleibt stets zahm, neutral und gut kalkulierbar.

Ein Sportfahrwerk für den VW Golf GTD muss nicht hart sein

Wer eine schärfere Heck-Betonung der Auslegung erwartet hat, sieht sich getäuscht. Mit serienmäßigen Federn und Dämpfern tritt der Abt an, belässt die Optimierung bei größeren und breiteren Reifen sowie dem Chiptuning – und einer üppig dimensionierten Vorderbremse. Dass er ebenso wie die Serienversion unter 2.000/min schlapp wirkt, stört nur beim Durchzug, nicht aber auf der Piste. Hier begeistert eher die Drehfreude des Abt-VW Golf GTD. Sein Eigenlenk-Charakter ähnelt dem des Serien-Pendants, das Heck reagiert willfährig auf Lastwechsel, zumal wenn man die giftig ansprechende Bremse zur Hilfe nimmt. Das Untersteuern beim sauberen Fahren mildern die breiten Dunlops allerdings nicht; hohe Schräglaufwinkel drücken auf Kurven-Tempo und Rundenzeit: 1.14,9 min. MTM dagegen zeigt, dass ein Sportfahrwerk nicht hart sein muss.

Der MTM VW Golf GTD fährt der Konkurrenz um die Ohren

Im Gegenteil: Gerade auf kurzen Unebenheiten spricht es trotz der kürzeren Federn sehr feinfühlig an, lässt sich erst von langhubigen Bodenwellen zu Stößen anregen. Insgesamt ist der Komfort aber sogar in Verbindung mit den 19-Zoll-Rädern noch langstreckentauglich. Ein Zeichen, dass Sportfedern tatsächlich mit Serien-Stoßdämpfern harmonieren können. Allerdings verstärkt die Tieferlegung ein Phänomen, das bereits beim Test des Serien-VW Golf GTD auffiel: Beim starken Einlenken in engen Kurven streift der rechte Vorderreifen in der Kunststoff-Verkleidung des Radhauses. Dieses Geräusch irritiert auf der Rennstrecke, macht sich im Fahrverhalten aber nicht negativ bemerkbar. Wieder einmal setzt der MTM Golf GTD in einem Tuning-Vergleich bei den Rundenzeiten die Pace in unserem Fahrbericht, fährt Konkurrenz und Serie um die Ohren – die Stoppuhr zeigt am Ende 1.13,1 min an. Bestzeit.

An den VW Golf GTI kommt keiner der getunten GTD ran

Trotz der Schludrigkeit mit dem mangelnden Freigang steht der MTM Golf GTD am Ende als Bester da. Er zieht gewaltig durch, umrundet die Rennstrecke motiviert, benötigt von allen drei Getunten am wenigsten Sprit, und die Modifikationen sind günstig. So steht am Ende ein echter Power-Diesel da. Der MTM VW Golf GTD hat sich weiter in Richtung VW Golf GTI entwickelt – aber selbst als MTM hat er ihn noch nicht erreicht.

Technische Daten
Abt Golf GTDDigi-Tec Golf GTD
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung140 kW / 190 PS (390 Nm)
Höchstgeschwindigkeit230 km/h228 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,1 s6,9 s
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