Multivan-Kunden mögen es offenbar robust. Die meisten von ihnen entscheiden sich für die einfachste Ausstattung Startline. Für Marketing-gerechte 29.950 Euro steht nach der Modellpflege der günstigste Vertreter der Baureihe in der Preisliste. Sogar 1.500 Euro billiger als bisher, betont VWN-Chef Stephan Schaller, sei der Multivan ausstattungsbereinigt geworden. Doch so groß wie der Laderaum, so umfangreich geriet auch die Aufpreisliste des Multivan.
Viele Ausstattungsdetails für den VW Multivan müssen teuer bezahlt werden
Es darf etwas mehr sein als die 84 PS starke Basisvariante der neuen TDI-Generation? Die gefahrene 140 PS-Variante kostet 34.234 Euro. Klimaanlage? Macht mindestens 1.654 Euro, doch dann müssen die Passagiere hinten weiter schwitzen. Mehr als vier Mitreisende gestattet der Startline übrigens nicht, es sei denn, der Kunde berappt mindestens 512 Euro für einen weiteren Sitz, für zwei Drehsitze müssen 1.024 Euro bezahlt werden. Dann wäre das perfekte Familienauto fast perfekt, es fehlt nur noch ein Radio (464 Euro). Ab jetzt sollte der Rest der Aufpreisliste ignoriert werden, auch wenn es noch so schwer fällt. Teuer ist der VW Multivan jetzt schon, auch ohne Festplatten-Navi, Dynaudio-Soundsystem und Spurwechsel-Assitenten.
Der VW Multivan ist auch mit DSG-Getriebe erhältlich
Doch die klassischen Bulli-Eigenschaften, für die Familienväter schon seit Jahren tief in die Tasche greifen, gibt es wenigstens serienmäßig. Platz für alle in rauen Mengen ohne dabei zu sehr den spröden Charme eines reinen Nutzfahrzeuges zu versprühen. Dazu trägt maßgeblich die neue TDI-Generation bei, die in insgesamt vier Leistungsstufen zur Wahl steht und zum Teil nun auch mit dem DSG-Getriebe kombiniert werden kann - macht 2.088 Euro extra. Doch schon das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe erleichtert durch die hohe Positionierung des Schalthebels, exakten Wegen und gelungener Abstimmung das Bei-Laune-Halten des Zweiliter-Motors, der bei deutlich über zwei Tonnen Leergewicht doch sehr auf die 340 Newtonmeter maximales Drehmoment angewiesen ist. Gegenüber der fünfzylindrigen Vorgänger fällt sofort der deutlich niedrigere Geräuschpegel auf, der jedoch deutlich über dem der Pkw-Modelle liegt.
In 13,2 Sekunden beschleunigt der VW Multivan von null auf 100 km/h
Wirklich laut wird es allerdings nicht im Ballsaal-artigen Innenraum, der nun auch in der Basisversion eine Vollverkleidung spendiert bekam. Ganz nackt wollten die Kunden ihr Lieblingsmodell offenbar doch nicht haben. Auf den neu gepolsterten Sitzen dürfte jeder Fahrertyp eine passende Position finden, von der er das neu gestaltete Armaturenbrett überblicken kann. Wenn er will, kann der Pilot seinen VW Multivan innerhalb von 13,2 Sekunden von null auf 100 km(h beschleunigen - doch das muss nicht sein. Das Fahrwerk ist spürbar auf Komfort ausgelegt und so definiert sich Fahrspaß im VW Multivan über das gelassene Abspulen von Kilometern mit einer stressfreien Familie an Bord, die sich nach Lust und Laune ausbreiten kann - und das kann durchaus eine angemessene Entschädigung für die deftige Preisgestaltung sein.






