Er sieht wie ein ganz normaler Passat Variant aus. Und doch soll sein Luftwiderstandsbeiwert statt 0,314 nur 0,275 betragen? Wo ist die vollflächige Verkleidung, wo sind die aerodynamischen Hilfsmittel? Sie sind vorhanden – aber geschickt versteckt. Schließlich soll die Optik familienkompatibel bleiben.
Die Karosserie sitzt rund eineinhalb Zentimeter tiefer, der Variant Blue Motion rollt auf Leichtlauf-Reifen der Marke Continental, der Unterboden ist geglättet und wird vom Frontspoiler optimal angeströmt, der Kühlergrill ist teilweise verschlossen.
Letzteres sieht man nicht, fühlt es nur, wenn man durch die Lamellen greifen will und auf Widerstand stößt; der Spar-TDI benötigt weniger Kühlluft als seine stärkeren Kollegen. So viel zur Hardware. Software-seitig änderten die Ingenieure ausschließlich die Leerlaufdrehzahl. Sie senkten sie von 830 auf 730 Umdrehungen. Sonst bleibt der zweiventilige Direkteinspritzer serienmäßig und leistet 105 PS – genauso wie im Passat 1.9 TDI Variant . Geändert wurde allerdings die Kraftübertragung.
Wie beim Polo Blue Motion übersetzt VW auch beim Spar- Passat das Getriebe teilweise länger: den dritten Gang um vier, den vierten um sieben und den fünften um zwölf Prozent. Nicht viel, aber immerhin. Wer nun einen deutlich spürbaren Verlust an Antrittstärke vermutet, sieht sich getäuscht. Verblüffendes Phänomen: Das Passat -Sparmodell beschleunigt besser, zieht nur schlechter durch. Dennoch kommt man sich selten untermotorisiert vor. Im Gegenteil: Bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Eco- Passat sogar die verchromte Nase wieder leicht vorn. Ebenfalls erstaunlich: In der Stadt verbraucht der Blue Motion mehr – das einzige Manko gegenüber dem TDI.
Auf der Normrunde unterbietet er diesen um einen Liter, auf der Autobahn um 0,6, auf der Landstraße sind es immerhin noch 0,3 Liter weniger. Der Verbrauchsvorteil ist in diesem betont sparsam gefahrenen Vergleich teilweise recht gering. Wer viel Volllast fährt, wird dagegen noch viel größere Unterschiede feststellen. Außer im städtischen Dauereinsatz, beispielsweise als Taxi, rechnet sich der Passat Blue Motion dann durchaus. Allerdings kostet er auch 499 Euro mehr als der 1.9 TDI, entlastet die Haushaltskasse also erst nach rund 90 000 Kilometer Fahrleistung.




