In seiner fünften Auflage setzt VW jetzt noch einen drauf. Der Neue schielt so intensiv Richtung Kompaktklasse wie keiner vor ihm. Nicht nur wegen seiner Abmessungen: Knapp vier Meter Länge hätten vor einigen Jahren noch einem VW Golf gereicht. Vor allem aber mit einer Materialanmutung und Innenraumgestaltung, wie sie manch ein Größerer noch immer nicht hinbekommt.
Der VW Polo orientiert sich eine Klasse höher
Sicher, die weich geschäumten Armaturenbrett-Oberflächen gibt es erst ab der mittleren Ausstattung Comfortline, wie sie der Testwagen repräsentiert, der Rest kann sich immer sehen lassen. Selbst unter den hochklappbaren Rücksitzflächen herrscht Ordnung, alles Sicht- und Fühlbare orientiert sich eine Klasse höher. Auch die praktischen Ablagen, die einfache Bedienung sowie die übersichtlichen Instrumente überzeugen. Nur eine Anzeige für die Kühlmitteltemperatur sucht man vergeblich. Dafür genügt das Raumangebot des 3,97 Meter langen VW Polo bis zur B-Säule gehobenen Ansprüchen, selbst wenn es einen Tick intimer zueht als im VW Golf (der VW Golf im Einzeltest). Man thront etwas höher auf den dezent knapper geschnittenen Sitzen - gar nicht schlecht für einen guten Überblick.
Die Rücksitzbank des VW Polo fordert Kompromisse
Hinten vergrößert sich die Klassendifferenz stärker. Ausgedehnte Reisen auf der Rücksitzbank verlangen nach kompromissbereiten Vorderleuten, sonst schubbern die Knie an den Vordersitzlehnen. Auch das Standard-Ladevolumen von 280 Litern erfordert Augenmaß beim Kofferpacken - maximal fasst der VW Polo aber ordentliche 952 Liter. Ist alles verstaut, bekommt der 85 PS starke 1,4-Liter-Benziner seinen Auftritt. Der Vierventiler spricht spontan auf Gaspedalbefehle an, dreht flüssig hoch. Bei normaler Fahrt hält sich der Vierzylinder akustisch im Hintergrund. Das knackig schaltbare Fünfganggetriebe unterstützt diesen gelassenen Charakter, auch weil seine Übersetzung nicht allzu lang gewählt wurde.
Dank des guten Fahrwerks ist der VW Polo für jede Straße geeignet
In 12,5 Sekunden hechtet der rund 1.100 Kilogramm schwere VW Polo auf Tempo 100, schafft fast 180 Spitze. Wer es ruhiger angehen lässt, kommt auf Verbrauchswerte um sechs Liter pro 100 km. Im Testschnitt sind es 7,3 Liter, womit der ambitionierte VW Polo 616 Kilometer am Stück packen könnte. Das Fahrwerk spielt dabei problemlos mit, kassiert mit seiner komfortablen Federung zerfurchte Landstraßen ebenso wie Betonplattenautobahnen. Wird es kurviger, zeigt der VW Polo, wie gut seine präzise Lenkung mit der Fahrwerksgeometrie und dem fein regelnden ESP zusammenarbeitet.
Trotz Trommelbremsen an der VW Polo Hinterachse sind die Bremswerte ordentlich
Ob Gleiten oder Sprinten - der kleine VW Polo kann beides, verhält sich dabei fast wie ein Großer, obwohl er aus Kostengründen auf die aufwendige Multilenker-Hinterachse der großen Geschwister verzichten muss. Trotz Trommelbremsen hinten verzögert der Polo ordentlich, steht selbst voll beladen schon nach 37,8 Metern.




