VW Polo 1.4 Comfortline: Der VW Polo 16V im Fahrbericht

VW Polo 1.4

Erster Test mit Benzinmotor: Mit seinem 85 PS starken Vierzylinder nähert sich der VW Polo dem Alleskönner-Ideal. Seine Vorgänger zemen­tierten den Ruf des Polo als solider, zeitloser Kleinwa­gen.

In seiner fünften Auflage setzt VW jetzt noch einen drauf. Der Neue schielt so in­tensiv Richtung Kompaktklas­se wie keiner vor ihm. Nicht nur wegen seiner Abmessungen: Knapp vier Meter Länge hätten vor einigen Jahren noch einem VW Golf gereicht. Vor allem aber mit einer Mate­rialanmutung und Innenraumgestaltung, wie sie manch ein Größerer noch immer nicht hinbekommt. 

Der VW Polo orientiert sich eine Klasse höher

Sicher, die weich geschäumten Armaturenbrett-Oberflächen gibt es erst ab der mittleren Ausstattung Comfortline, wie sie der Testwagen repräsen­tiert, der Rest kann sich immer sehen lassen. Selbst unter den hochklappbaren Rücksitzflä­chen herrscht Ordnung, alles Sicht- und Fühlbare orientiert sich eine Klasse höher. Auch die praktischen Ablagen, die einfache Bedienung sowie die übersichtlichen Instrumente überzeugen. Nur eine Anzeige für die Kühlmitteltemperatur sucht man vergeblich. Dafür genügt das Raumange­bot des 3,97 Meter langen VW Polo bis zur B-Säule gehobenen Ansprüchen, selbst wenn es einen Tick intimer zu­eht als im VW Golf (der VW Golf im Einzeltest). Man thront etwas höher auf den dezent knapper geschnittenen Sitzen - gar nicht schlecht für einen guten Überblick.

Die Rücksitzbank des VW Polo fordert Kompromisse

Hinten ver­größert sich die Klassendiffe­renz stärker. Ausgedehnte Reisen auf der Rücksitzbank verlangen nach kompromiss­bereiten Vorderleuten, sonst schubbern die Knie an den Vordersitzlehnen. Auch das Standard-Ladevolumen von 280 Litern erfordert Augenmaß beim Kofferpacken - maximal fasst der VW Polo aber ordentliche 952 Liter. Ist alles verstaut, bekommt der 85 PS starke 1,4-Liter-Benzi­ner seinen Auftritt. Der Vier­ventiler spricht spontan auf Gaspedalbefehle an, dreht flüs­sig hoch. Bei normaler Fahrt hält sich der Vierzylinder akustisch im Hintergrund. Das knackig schaltbare Fünf­ganggetriebe unterstützt diesen gelassenen Charakter, auch weil seine Übersetzung nicht allzu lang gewählt wurde.

Dank des guten Fahrwerks ist der VW Polo für jede Straße geeignet

In 12,5 Sekunden hechtet der rund 1.100 Kilogramm schwere VW Polo auf Tempo 100, schafft fast 180 Spitze. Wer es ruhiger angehen lässt, kommt auf Verbrauchswerte um sechs Liter pro 100 km. Im Test­schnitt sind es 7,3 Liter, womit der ambitionierte VW Polo 616 Kilometer am Stück pa­cken könnte.  Das Fahrwerk spielt dabei pro­blemlos mit, kassiert mit sei­ner komfortablen Federung zerfurchte Landstraßen ebenso wie Betonplattenautobahnen. Wird es kurviger, zeigt der VW Po­lo, wie gut seine präzise Len­kung mit der Fahrwerksgeo­metrie und dem fein regelnden ESP zusammenarbeitet.

Trotz Trommelbremsen an der VW Polo Hinterachse sind die Bremswerte ordentlich

Ob Gleiten oder Sprinten - der kleine VW Polo kann beides, verhält sich dabei fast wie ein Großer, obwohl er aus Kosten­gründen auf die aufwendige Multilenker-Hinterachse der großen Geschwister verzichten muss. Trotz Trommelbremsen hinten verzögert der Polo or­dentlich, steht selbst voll bela­den schon nach 37,8 Metern.

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Jörn Thomas

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