Anerkennung erntete VW vor sieben Jahren mit dem Drei- Liter-Lupo viel. Mit gerade mal 28 000 verkauften Autos war er jedoch alles andere als ein Markterfolg. Die Marke war ihrer Zeit wohl zu weit voraus. Inzwischen haben sich die Spritpreise in einem Tempo wie seinerzeit die New-Economy-Kurse praktisch verdoppelt. Knausern ist also angesagt wie nie zuvor, glauben die VW-Planer.
Ihr Rezept heißt heute Polo BlueMotion, ein 80-PSKleinwagen, der den Spargedanken ohne übertriebenen Verzicht wiederbelebt. VW hat aus dem Lupo- Flop die Lehren gezogen und hat auch an Fahrspaß gedacht.
Man ersetzte das automatisierte Schaltgetriebe mit der ungeliebten Zugkraftunterbrechung durch eine Fünfgang-Handschaltung. Die liefert mit einer gegenüber der bisherigen Serienauslegung längeren Übersetzung den Löwenanteil des Sparpotenzials. Damit die Agilität nicht leidet, wurde die Übersetzung erst ab dem dritten Gang – um zwölf Prozent – verlängert. Sie spreizt sich bis in den fünften Gang auf 24 Prozent.
Eine sehr geschickte Strategie, denn im Alltag erweist sich die neue Abstufung keineswegs als unharmonisch. Der überarbeitete Diesel mit seinem unverändert bulligen Drehmoment steckt das souverän weg. Dass er mit typisch kernigem Dreizylinder- Sound zu Werke geht, ist dabei eine wohl unvermeidliche Konsequenz. Weitere Ingredienzien der BlueMotion-Kur sind die optimierte Aerodynamik dank überarbeiteter Front sowie ein Dachkantenspoiler am Heck.
Dazu rollwiderstandsarme Reifen auf gewichtsoptimierten 14- Zoll-Alurädern. Anders als beim 3L-Lupo also ein eher konventionelles Sparpaket, mit dem BlueMotion aber rund einen halben Liter pro 100 Kilometer holen soll. Gegen den Fahrerwillen, so eine alte Weisheit, taugt das beste Sparkonzept nichts.
Oder anders: Nur entsprechende Gasfuß-Disziplin erbringt auch Top-Verbräuche. Um so erstaunlicher, dass der Bord-Rechner nach der ersten Testfahrt eine Punktlandung hinlegte: 3,9 Liter auf 100 km – und das in entspannter Überlandfahrt ohne krampfhaftes Rekordstreben.






