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VW Race-Touareg

Sandwirtschaft

Foto: Sabine Hofmann

Mit dem Offroad-Renner will VW spätestens 2006 die Dakar-Rallye gewinnen. Erste Tests des Diesel-Renners in einem Dünengebiet im Süden Marokkos.

05.12.2003

Am Horizont, noch kilometerweit entfernt, sieht man eine riesige Staubfahne. Im Zeitraffertempo wird die Wolke größer. Jetzt hört man auch das tieffrequente Brummen des Fünfzylinder-Turbodiesels. Sekunden später huscht der in leuchtendem Blaumetallic lackierte Race-Touareg vorbei. „Auf Pisten dieser Art schaffen wir mit ausgedrehtem fünften Gang rund 150 km/h“, sagt die Fahrerin Jutta Kleinschmidt später.

Erst Ende März dieses Jahres gab es endgültig grünes Licht für den Race-Touareg. Am 1. November erfolgte der erste Funktionstest. Dann ging es ab zum Mammut-Test in Marokko. Zwischen dem 10. und 25. November wollten die Siegerin der Dakar-Rallye 2001und ihr neuer Teamkollege, der Franzose Bruno Saby, Dakar-Sieger von 1993, in dem Einzelstück rund 6000 Testkilometer schaffen.

Stahlrohrahmen aus 1200 Teilen

Nach den ersten Testtagen atmeten alle bei VW-Motorsport erst mal kräftig durch: Der von den Schweißkünstlern der Firma Bodytec aus 1200 Einzelteilen zusammengepuzzelte Stahlrohrrahmen zeigte nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen. Der Motor präsentierte sich bei bester thermischer Gesundheit, der Allradantrieb funktionierte klaglos. Lediglich das Fahrwerk ließ anfangs noch Wünsche offen.

Anders als bei den meisten Rallyeautos sind Feder-Dämpfer-Einheiten, Antriebs- und Kardanwellen beim Touareg jeweils identisch. Für die Kraftübertragung sind bewährte Komponenten des Rennsport-Zulieferers Xtrac zuständig.

An drei Tagen im Wolfsburger Windkanal bekam die aus Kohlefaser und Kevlar gefertigte Karosserie den aerodynamischen Feinschliff, und auch das Konzept für die Motorkühlung mit vorne liegendem Ladeluftkühler und im Heck eingebauten, per Dachhutze mit Frischluft versorgten Wärmetauschern für Wasser und Öl wurde dort erprobt und für gut befunden.

Der Fünfzylinder-Diesel leistet 260 PS

Selbstverständlich kommt auch der Fünfzylinder-Turbodiesel, der im Race- Touareg im Sinne optimaler Gewichtsverteilung hinter der Vorderachse eingebaut ist, direkt aus der niedersächsischen Versuchsküche.

Der Fünfzylinder-Diesel mit 2339 Kubikzentimeter Hubraum und Garrett-Turbolader lässt es mit knapp 260 PS bewenden. „Damit schaffen wir einen Topspeed von rund 185 km/h“, meint Kleinschmidt.

Von allzu hochgesteckten Zielen wollen die VW-Männer ohnehin nichts wissen. Spätestens im Jahr 2006, im vorläufig letzten der auf drei Jahre angelegten Operation Race-Touareg, soll der Sieg her.

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