VW Scirocco
Stromschnelle
34 Jahre nach dem Start der ersten Generation erlebt der VW Scirocco seine Renaissance. Der Neue ist flach, breit, aerodynamisch ausgefeilt und bei Bedarf richtig schnell, wie die erste Fahrt auf dem Nürburgring zeigt.
Der neue Scirocco kann eigentlich nicht im Trend liegen. Denn derzeit scheint sich alles um kompakte SUV zu drehen, wie die vielen Neuzugänge von VW Tiguan über Ford Kuga und Mercedes GLK bis hin zum Volvo XC 60 zeigen.
Aber es geht auch anders. Tief geduckt, breit und dynamisch kommt das neue Sportcoupé von VW daher. Nichts für zarte Frauenhände. Richtige Männer sollen ran, so sieht es zumindest das Marketing-Konzept vor. Kein Wunder, dass die letzte Testfahrt über die Nürburgring-Nordschleife führte, mitten in die grüne Hölle.
Das Fahrwerk als Sahnestückchen
"Bis zum Karussell sollte man eigentlich nicht in den ESP-Regelbereich kommen", schwärmt Karl-Horst Fuhrmann, Leiter der VW-Fahrwerksentwicklung, noch vor dem ersten Probegalopp. Da schwingt ein gewisser Stolz in der Stimme des VW-Technikers, für den das Fahrwerk das Sahnestückchen des neuen Volkssportlers ist. Denn obwohl die Basiskomponenten natürlich aus dem Konzern-Baukasten stammen, deutet schon die ungewöhnlich große Spurweite auf dynamische Ambitionen der Abstimmung hin.
Beste Voraussetzung also für ein hohes Kurventalent, zumal VW mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC noch eins obendrauf setzt. Drei Sensoren messen blitzartig die Aufbaubewegungen, drei weitere überwachen die Räder. Flinke Lenkraddrehungen oder ein harter Tritt gegen das Bremspedal werden augenblicklich registriert, und in Sekundenbruchteilen stemmen sich die Dämpfer gegen bevorstehende Karosserieneigungen oder Nickbewegungen.
Elektronik-Trickkiste noch nicht ausgereizt
Bei flotter Fahrt verändern sich die Dämpferraten, aber auch die elektromechanische Lenkung reagiert mit geringerer Servounterstützung und direkterer Übersetzung. Dabei haben die Ingenieure nicht mal alle Möglichkeiten der Elektronik-Trickkiste ausgereizt, denn auf eine Anpassung der Gaspedal- Befehle wurde bewusst verzichtet. "Ein zu schnelles Ansprechen auf jeden Gasstoß ist gewöhnungsbedürftig, speziell beim Anfahren an der Ampel", betont Entwicklungschef Ulrich Hackenberg.
Das ändert freilich nichts am Vorwärtsdrang des neuen VW - zumindest wenn der vorläufige Topmotor unter der Fronthaube steckt. Der 200 PS starke Vierzylinder-TSI reagiert spontan und spritzig, die 235er Reifen an der Vorderachse wirken auch bei zügiger Fahrt nie überfordert. Dank elektronischer Traktionskontrolle reicht der Frontantrieb völlig aus. "Außerdem sparen wir dabei noch etwas Gewicht", verrät Fuhrmann.

Sportcoupé · Fahrwerk · Golf
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