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VW Taigun im Fahrbericht

Der SUV in der Up-Familie

VW Taigun, Frontansicht Foto: Hersteller 22 Bilder

Noch ist der VW Taigun nur eine Studie, doch angesichts deren Seriennähe dürfte sich die Konkurrenz des kleinen SUV schon mal warm anziehen.

20.08.2013 Jörn Thomas

Irgendwo an einer windigen Landstraße Nahe Lujan in der argentinischen Pampa: Die Klappe eines Transporters öffnet sich, heraus rollt ein knapp vier Meter langer, metallicblau schimmernder SUV auf 17-Zöllern. Herzlich willkommen zur konspirativen Fahrvorstellung des neuen Volkswagen Taigun? Nein, so schnell geht es nicht bei den Niedersachsen. Die 2012 statisch präsentierte VW-Antwort auf die Baby-SUV-Boomer Renault Captur, Peugeot 2008, Opel Mokka & Co. firmiert derzeit nur als Showcar. "Die finale Bestätigung steht noch aus", heißt es bei VW.

Doch so akkurat, wie der kleine Bruder des Tiguan auftritt, sollte das kein Problem sein. Statt eines handgeschnitzten Marsmobils strahlt uns ein reichlich seriennaher Allrounder in Seasideblue Metallic an. Ganz klar, der VW Taigun übernimmt den SUV-Part in der Up-Familie – mit typischen, dennoch eigenständigen Proportionen, einem um fünf Zentimeter auf 2,47 Meter gestreckten Radstand bei 1,73 Meter Breite und 1,57 Meter Höhe. Die Kundschaft möchte ja bequem einsteigen, das Geschehen ganz entspannt von oben betrachten. Das gilt für die Länder Südamerikas, etwa Brasilien und Argentinien ebenso wie für Europa, ja vielleicht sogar Japan. Grundsätzlich also überall, wo ein kleiner, praktischer Allrounder mit Chic wie der VW Taigun gebraucht wird.

Kräftiger Dreizylinder-Turbobenziner für den Taigun

Und den Spagat kann der VW Taigun, das zeigt der Innenraum. Wie im Up dominieren horizontale, klare Linien, die die Designer mit ein paar Gags anreichern. Zum Beispiel farblich passenden Trinkflaschen, bunten Gummizughaltern für Dokumente oder auf den Lüftungsdüsen montierten Klimareglern mit integrierten Anzeigen – sogar funktionsfähig. Sie dürften es jedoch ebenso wenig in die Serie schaffen wie das in den Armaturenträger einclipsbare Smartphone als Infotainment-Schnittstelle.

Vergleichsweise handfest erscheint hingegen der massive Beifahrerhaltegriff oberhalb des Handschuhfachs. Passagiere könnten ihn brauchen, wenn der neue Dreizylinder-Turbo alles gibt und der VW Taigun quirlig um die Ecken biegt. Mit 110 PS und 175 Newtonmeter Drehmoment rundet der 1.0 TSI das Spektrum der direkteinspritzenden Einliter-Dreizylinder (EA 211) nach oben ab, beschleunigt demnächst auch den Up GT. Im VW Taigun könnte es mit ihm für Sprints auf Tempo 100 in 9,2 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h reichen. Sagt Volkswagen, wo man auch gleich noch einen Durchschnittsverbrauch von 4,7 L/100 km prophezeit.

Bissig anschieben kann der kleine Turbo schon jetzt. Bis zur Serie des VW Taigun wird natürlich noch am derzeit knorrigen Sound geschliffen, das herrliche Abblas-Zwitschern dürfte ebenfalls verschwinden, der kräftige Antritt und das exakte Sechsganggetriebe sollten hingegen bleiben. Wer 110 PS in einem Eintonner für übertrieben hält, kann zu den Saugmotoren mit 60 und 75 PS greifen.

Möglich sind überdies eine Diesel-Version sowie parallel zum Eco-Up eine besonders sparsame Gas-Variante. Für Südamerika könnte im VW Taigun noch ein von Ethanol befeuerter Motor hinzukommen. Und ein Allradantrieb passend zur leicht erhöhten Bodenfreiheit? Durchaus möglich.

VW Taigun könnte 2016 kommen

Bereits jetzt überzeugt das Platzangebot für die Passagiere. Package können sie bei Volkswagen und schaffen beim VW Taigun auf sparsamen Außenmaßen einen großzügigen Innenraum. So gibt es auf den vom Up bekannten Vordersitzen reichlich Luft für Kopf und Schultern. Nicht mal die Türablagen schubbern am Unterschenkel, während sich die Hintensitzenden – bei der Studie zwei, in der Serie wären es drei – auf ihren etwas kurzen Sitzflächen an ordentlicher Beinfreiheit erfreuen. Hinter ihnen wartet der Kofferraum mit doppeltem Ladeboden und Kellergeschoss fürs Reserverad auf 280 Liter Gepäck, bei umgeklappter Rückbank sogar 987 Liter. Zudem dient das untere Element der zweigeteilten Heckklappe des VW Taigun bei Bedarf als Sitzplatz.

Wenn die Studie überzeugt und die passende Produktionsstätte gewählt ist, könnte VW schon Ende 2015 zur echten Fahrvorstellung des VW Taigun herzlich willkommen heißen und dieser Anfang 2016 zu Preisen ab rund 16.000 Euro beim Händler stehen.

Fazit

Stärken: Gutes Platzangebot mit luftigem Raumeindruck vorn und hinten, genügend Ablagen, einfache Bedienbarkeit, kräftiger Turbomotor. Schwächen: Wegen der breiten C-Säulen nach schräg hinten etwas unübersichtlich, relativ hohe Ladekante, nur durchschnittliche Variabilität, hinten nur Ausstellfenster.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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