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Wiesmann GT MF5 im Fahrbericht

Gecko-Blaster

Foto: Achim Hartmann 13 Bilder

Der Sportwagen-Hersteller Wiesmann präsentiert seine neueste Kreation, den GT MF5 mit 507 PS. Fahrbericht.

15.08.2008 Franz-Peter Hudek

Der Gecko ist das Markenzeichen von Wiesmann. Seit 1993 baut die Sportwagen-Manufaktur in Dülmen Zweisitzer im Klassik-Look, aber mit moderner BMW Antriebstechnik. Karosserie, Cockpit, Sitze, Chassis und Radaufhängungen sind Eigenentwicklungen. Derzeit gibt es drei Modelle: den Roadster MF3, das Coupé GT MF4 und jetzt den GT MF5 mit potentem V10 und 507 PS.

860 Reptilien für die Straße

Die Buchstaben M und F stehen für die Vornamen der beiden Brüder und Firmengründer Martin und Friedhelm. Sie erfüllten sich mit der gemeinsamen Sportwagenfirma einen Lebenstraum – inzwischen so echt und so real wie die Zugspitze: Über 860 Fahrzeuge sind seit 1993 ausgeliefert worden. Anfang des Jahres bezog Wiesmann eine neue Produktionsanlage mit großzügigem Kundenbereich, der einen Blick auf die darunter liegende gläserne Manufaktur mit den rund 100 Mitarbeitern erlaubt.

Doch warum ein Gecko? Friedhelm Wiesmann klärt auf: „Der Gecko ist ein flinkes Reptil, das auch Wände hochgeht. Fast genauso kleben unsere Autos auf der Straße.“ Tatsächlich wirkt das neue, nur wenige Zentimeter über dem Asphalt kauernde Coupé mit seinen kurzen Überhängen, den vier ausgreifenden Superbreit-Reifen und dem gebogenen Heckspoiler wie ein kleines Reptil mit großen Füßen.

Die optische und technische Basis bildet der GT MF4 mit 372 PS starkem V8-Motor, dessen Karosserie 2006 mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurde. Die Zehnzylinder-Variante unterscheidet sich vom V8-GT neben dem Heckspoiler noch durch zusätzliche Kühllufteinlässe an der Wagenfront und an den Flanken sowie durch deutlich bauchiger ausgeführte Radhäuser.

Cockpit mit sieben Rundinstrumemten

Der Einstieg in den knapp geschnittenen Innenraum verlangt vom Fahrer die Talente eines Taschenschirms. Der hohe Türschweller – eine Folge des aus geklebten und genieteten Alublechen aufgebauten Chassis – macht aus der Tür eine Einstiegsluke. Doch die Mühe lohnt sich: Das kleine Lederlenkrad und sieben mittig angebrachte Rundinstrumente wenden sich diensteifrig dem Fahrer zu.

Ein winziger Schaltknüppel im Ledersäckchen regelt das sequenzielle Siebengang-SMG-Getriebe von BMW, das man auch über Schaltwippen am Lenkrad bedienen kann. Ein Druck auf den metallisch glänzenden Starterknopf, und der V10 grummelt tatendurstig vor sich hin. Stramme 507 PS bei nur 1.380 Kilogramm Gewicht und 4,3 Meter Fahrzeuglänge: Jetzt gilt’s.

Das Ganze gleicht einem exklusiven und gewaltigen Ritt in der Kanonenkugel – mit dem bisher einzigen fahrbereiten Exemplar. Dank sequenziellem SMG-Getriebe mit automatischer Kupplung rollt der MF5 sachte an. Die direkte und dabei sehr leichtgängige Lenkung erfordert zunächst etwas Konzentration. Das hart abgestimmte Fahrwerk arbeitet mit extrem kurzen Federwegen.

Trotzdem bleibt der Straßenkontakt auch auf ländlichen Buckelpisten fast geckomäßig erhalten – auch dann, wenn man kräftiger aufs Gaspedal tritt. Der potente V10 wirkt im Wiesmann GT wie entfesselt, muss er doch gegenüber dem BMW M6 exakt 405 Kilogramm weniger an Gewicht beschleunigen. Zwischen 3.000 und 8.000/min gibt es in jeder der sieben Fahrstufen vehementen Vortrieb. Und wer bis 200 km/h alle Gänge ausdreht, muss diese im Sekundentakt einwerfen.

Vortrieb bis 310 km/h

Wiesmann gibt für den Standardsprint 3,9 Sekunden an, bei 310 km/h sei Schluss. Kurven umrundet das Coupé mit Präzision und Leichtigkeit. Dank dem hinter der Vorderachse platzierten Motor lenkt der GT MF5 willig ein und lässt sich aufgrund sehr guter Traktion zügig herausbeschleunigen. Das vom M6 übernommene und neu programmierte ESP verhindert spät und diskret, dass das Coupé zum Brummkreisel wird.

Auch die Verabeitung ist für ein Handmade-Car in Ordnung: Nichts wackelt, nichts klappert, nichts biegt oder windet sich. Die Steifheit des Alu-Chassis ist daran maßgeblich beteiligt. Nur der infernalisch laute, zwischen Grollen und Kreischen wechselnde V10-Motor, der den Fahrer in Dolby Surround von allen Seiten beschallt, verweist auf die Philosophie der Wiesmann-Brüder: Ist er zu stark, bist du zu schwach.

Technische Daten
Wiesmann GT MF5
Grundpreis179.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4300 x 1940 x 1170 mm
Hubraum / Motor4999 cm³ / 10-Zylinder
Leistung373 kW / 507 PS (520 Nm)
Höchstgeschwindigkeit311 km/h
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