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Felipe Massa

Felipe Massa 2010 Foto: Ferrari

Felipe Massa wurde in der Formel 1 lange unterschätzt. Mit dem nur knapp verpassten WM-Titel 2008 gewann der quirlige Brasilianer allerdings viele neue Fans und Respekt im Kollegenkreis. Seit seinem schweren Unfall 2009 konnte er jedoch nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen.

Felipe Massa begann seine Karriere bereits im Alter von 8 Jahren im Kartsport. Nach 7 erfolgreichen Jahren in den Jugendmeisterschaften, stieg der Brasilianer in die Formel-Liga auf. Erste Station war 1998 die nationale Formel Chevrolet Serie, die der nur 1,66 Meter große Mann aus Sao Paulo bereits im zweiten Anlauf mit dem Titel beendete.

In diesem Jahr kam Felipe Massa auch erstmals direkt mit der Formel 1 in Kontakt: Als Fahrer einer Catering-Firma lieferte er Speisen und Getränke ins Fahrerlager des "Autodromo" Carlos Pace" in seiner Heimatstadt. Dem Ferrari-Koch kündigte er keck an: "Wir sehen uns in der Formel 1 wieder."

Um sich weiterzuentwickeln zog es Massa im Anschluss nach Europa. Hier konnte der Sohn eines Plastikfabrikanten im Jahr 2000 direkt die europäische Formel Renault Serie für sich entscheiden. Anschließend ging es in die Formel 3000, die der Brasilianer ebenfalls mit dem Meisterschaftspokal in Händen beendete.

Formel 1-Einstieg bei Sauber

Derlei Erfolge blieben auch in der Formel 1 nicht unbemerkt und so holte Peter Sauber das damals 21-jährige Talent in die Königsklasse. Als Teamkollege von Nick Heidfeld brachte Massa in seiner ersten Saison allerdings nicht die erhofften Leistungen. Nur vier Punkte in 17 Rennen waren zu wenig und so wurde er 2003 durch Heinz-Harald Frentzen ersetzt.

Nach einem Jahr als Testfahrer bei Ferrari startete Massa 2004 einen zweiten Anlauf bei Sauber. Obwohl er deutlich von Teamkollege Giancarlo Fisichella in den Schatten gestellt wurde, durfte der Brasilianer auch nach der Winterpause wieder an den Start gehen. Allerdings gelang dem Jungspund erst in der dritten Saison endlich der Durchbruch, als er mit deutlich besseren Leistungen als Teamkollege Jacques Villeneuve überzeugen konnte.

Massa wird Stammkraft bei Ferrari

Nach diesem Erfolg sicherte sich Ferrari 2006 die Dienste des kleinen Südamerikaners. Im August gelang dann endlich der erste Rennsieg beim Premierenrennen in Istanbul. Mit dem Erfolg beim Heim-GP in Interlagos sollte später auch noch ein zweiter Sieg folgen. Hinter Weltmeister Fernando Alonso und Teamkollege Michael Schumacher beendete Massa sein erstes Ferrari-Jahr schließlich als Dritter in der Meisterschaft.

Nach dem Rücktritt von Schumacher bekam Massa in der Saison darauf mit Kimi Räikkönen einen neuen Partner zu Seite gestellt. Während der Finne direkt zum WM-Titel fahren konnte, lief es für Massa nicht besonders gut. Ausrutscher, Defekte und sogar eine Disqualifikation in Kanada führten dazu, dass er Brasilianer die Saison nur auf Rang 4 beendete.

Höhepunkt seiner Karriere bildete die Saison 2008, in der Massa den amtierenden Weltmeister in der Fahrerwertung deutlich in den Schatten stellte und die Meisterschaft am Ende nur um einen Punkt verfehlte. In einem dramatischen Finale fuhr Massa als Sieger in Sao Paulo über die Ziellinie als Hamilton wenige Kurven weiter hinten gerade so die nötigen Punkte für den Titelgewinn einfahren konnte.

Budapest-Unfall sorgt für Karriere-Knick

Noch tragischer ging es 2009 weiter für Massa. Als ihn im Qualifying zum Ungarn GP eine Feder von Rubens Barrichellos Auto am Helm traf, zog er sich einen Bruch der Schädeldecke und eine Gehirnerschütterung zu. Der Rest der Saison war für den Brasilianer gelaufen, auch wenn er ursprünglich ein Comeback in Abu Dhabi anstrebte.

Mit Fernando Alonso gab es 2010 erneut einen neuen Teamkollegen. Nach seinem Unfall konnte Massa jedoch nicht mehr an seine alte Form anknüpfen. Die einzige Chance auf einen Rennsieg nahm ihm sein eigenes Team. Per Stallregie wurde Alonso in Hockenheim vorbeigewunken. Zudem kam der Brasilianer nicht mit den Reifen zurecht. Und so beendete er das Jahr auf einem enttäuschenden sechsten Gesamtrang.

Auch 2011 lief es nicht viel besser. Wieder waren die Reifen der Knackpunkt. Wieder reichte es nicht für einen Sieg. Wieder zog er im Teamduell mit Alonso den Kürzeren. Am Ende wurde es wieder Rang 6. Nach einer Niederlagenserie zu Beginn der Saison 2012 forderte viele bereits seinen Rauswurf. Doch in der zweiten Saisonhälfte sah man wieder den alten Massa, der Alonso kräftig einheizte. In Austin brach Ferrari absichtlich das Siegel am Getriebe des Brasilianers um Alonso einen Platz nach vorne zu bringen.

2013 setzte sich der positive Trend allerdings nicht stark genug fort. Während der Saison stand der kleine Brasilianer zumeist im Schatten seines Teamkollegen, den er allerdings im Qualifikationstraining das ein oder andere Mal ärgern konnte. Auf das Podium schaffte es Massa einzig beim GP von Spanien. Hinter Alonso und Kimi Räikkönen belegte er in Barcelona den dritten Rang. Sein Stallgefährte hingegen konnte 2 Rennen (Spanien, China) gewinnen und stand zudem 7 weitere Male auf dem Podest.

Massas Leistungen reichten letztlich nicht aus, sodass Ferrari seinen Vertrag nicht verlängerte. 139 Mal stand Massa für Ferrari am Start. Damit absolvierte er die drittmeisten GPs für ein und denselben Hersteller (hinter Schumacher und Coulthard). Auf der Suche nach einem neuen Cockpit wurde der Brasilianer in England fündig. Bei Williams startete der Routinier einen neuen Abschnitt in seiner Karriere.

Massa wechselt 2014 zu Williams

Zusammen mit Massa kam 2014 auch Mercedes als neuer Motorenpartner zu Williams, was sich als großer Glücksfall herausstellte. Nach einer enttäuschenden Saison 2013 ging es für das Traditionsteams aus Grove endlich wieder aufwärts. Mit Valtteri Bottas bekam Massa allerdings einen schnellen Teamkollegen. Wegen deutlich größerem Technikpech auf Seiten Massas ging der Sieg im Teamduell schließlich an den Finnen.

Mit der Pole Position in Spielberg konnte aber Massa das große Highlight des Jahres setzen. Platz 7 in der Fahrerwertung war in Ordnung. 2015 schüttelte Massa das Technikpech ab. Mit 2 Podiumsplätzen in Österreich und Italien ging es bis auf Rang 6 in der Fahrerwertung. Nur knapp musste er sich Bottas geschlagen geben. Massa bewies, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehörte.

(Stand: 01/2016)

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