Fernando Alonso muss sich mittlerweile keine Holzklötzchen mehr unter die Schuhe binden lassen, wie noch bei seiner Kart-Premiere. Längst kann der spanische Superstar im Formel-1-Flitzer mit den Füßen die Pedale erreichen. Aber 1984, als noch nichts auf eine derartig brillante Karriere hindeutete, befestigte Vater José Luis diese Hilfsmittel an "Nanos" Sohlen, damit der Dreikäsehoch in der selbst gebastelten Kiste überhaupt starten konnte.
Aus dem damals drei Jahre alten "Nano" - die Koseform für "Kleiner" auf asturisch - ist längst ein ganz Großer des Motorsports geworden. Seine zwei WM-Titel 2005 und 2006 gewann er sogar gegen Michael Schumacher. Wie wichtig Alonso dies ist, hatte er schon damals betont: "Wenn man den WM-Titel gewinnt, solange Michael Schumacher noch fährt, ist er mehr wert als der erste bei Schumachers Ruhestand."
Alonso als klare Ferrari Nummer 1
Bei Ferrari beanspruchte das Alpha-Tier von Beginn an den Nummer-1-Status und bekam diesen auch. Geschickt umgarnte der clevere Politiker Team und Fans. Hatte Alonso 2005 nach seinem ersten WM-Gewinn noch angekündigt, nicht so lange wie der bereits damals schon siebenfache Weltmeister Schumacher zu fahren, ist von Aufhören längst keine Rede mehr. Vor der Saison 2011 verkündete er einen Langzeitvertrag bis Ende 2016.
Jüngster Grand Prix-Sieger aller Zeiten
Schon bei seinem Formel-1-Debüt 2001 beim Hinterbänklerteam Minardi deutete Alonso sein Ausnahmekönnen an. In seiner ersten Saison bei Renault krönte er sich in Ungarn gleich zum jüngsten Grand-Prix-Sieger, bis ihm Sebastian Vettel 2008 in Monza diese Alters-Bestmarke entriss.
Mit wachsenden Erfolgen löste Alonso in Spanien, wo die Formel 1 lange ein Schattendasein fristete, eine regelrechte "Alomania" aus, vergleichbar mit dem Hype um Schumacher in Deutschland in den Neunzigern.
Alonso lebt mittlerweile in der Schweiz
In Oviedo wurde inzwischen die Straße, in der sein Geburtshaus steht, in "Calle Fernando Alonso" umbenannt. Er selbst hatte nach dem ersten Titel seinen aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Eltern ein Haus in der asturischen Stadt gekauft. Selbst legte sich "Fer", wie er von seiner Familie und Freunden genannt wird, auch ein Anwesen etwas außerhalb von Oviedo zu. Mittlerweile lebt er aber im schweizerischen Lugano, um näher an seinem Arbeitgeber Ferrari zu sein.
Die Partnerschaft mit der Scuderia war in den ersten beiden Jahren alerdings noch nicht von Erfolg gekrönt. 2010 verpasste Alonso den WM-Titel ganz knapp im Endspurt gegen Sebastian Vettel. 2011 ging es mit einem nicht konkurrenzfähigen Auto sogar nur auf Rang vier der WM-Wertung. Zudem trennte sich Alonso am Ende des Jahres von seiner Frau Raquel del Rosario, der Sängerin der in Spanien populären Rock-Pop-Band "el sueno de morfeo", nach fünf Jahren Beziehung.



