Jarno Trulli sammelte schon früh erste Erfahrungen im Kartsport. Nach zahlreichen nationalen und internationalen Titeln in der Junior-Klasse wechselte der Italiener 1993 in die Formel 3. Nach Lehrjahren in der italienischen und britischen F3 ging es 1995 in die deutsche Serie. Mit dem Meistertitel im zweiten Jahr machte Jarno Trulli hier erstmals auf sich aufmerksam.
Formel 1-Einstieg bei Minardi
Anschließend standen Trulli die Türen zur Formel 1 offen. Als erstes sicherte sich Minardi die Dienste des Italieners. Beim Debüt im März 1997 in Melbourne kam Trulli mit drei Runden Rückstand auf Rang neun ins Ziel. Zum achten Rennen der Saison durfte er endlich das nicht konkurrenzfähige Auto verlassen und ersetzte Olivier Panis beim Team Prost. Bereits im dritten Rennen am Hockenheimring folgte mit Rang vier die erste Punkteplatzierung.
Auch die beiden darauffolgenden Jahre blieb Trulli bei den Franzosen. Im drittletzten Rennen der Saison 1999 konnte er das erste Mal aufs Podium fahren. Beim Regenrennen am Nürburgring profitierte der Italiener von den teils chaotischen Bedingungen und zahlreichen Ausfällen und überquerte als Zweiter die Ziellinie. Da dies allerdings das einzige Highlight in drei Jahren Prost war, wechselte Trulli am Ende der Saison zu Jordan.
Trulli feiert ersten Sieg in Monaco
Bei seinem neuen Team wurde der zweifache Vater jedoch zu oft von seinem Fahrzeug im Stich gelassen. In den zwei Jordan-Jahren kam Trulli zwar jeweils in die Top Ten der Fahrerwertung, ein weiterer Podiumsplatz sollte allerdings nicht herausspringen. Ein erneuter Wechsel zum Renault-Team sollte 2002 endlich den erhofften Aufschwung bringen.
Unter der Obhut seines persönlichen Managers Flavio Briatore ging es stetig bergauf. Schon in der zweiten Renault-Saison fuhr Trulli bei zehn Rennen in die Punkte, auch ein Podium - ein dritter Platz in Hockenheim - war wieder dabei. Die Saison 2004 sollte dieses Ergebnis sogar noch toppen. Nach vier Punkteplätzen zum Auftakt landete Trulli in Spanien zunächst auf Rang drei und feierte zwei Wochen später in Monaco seinen ersten und bislang einzigen GP Sieg.
Trulli ohne Chance gegen Alonso
In der zweiten Saisonhälfte wurden die Punkteplätze aber immer seltener und Trulli wurde oft von Teamkollegen Fernando Alonso in den Schatten gestellt. Im Streit mit seinem Team verließ er Renault bereits drei Rennen vor Saisonende und wechselte für die letzten beiden Rennen 2004 zu Toyota.
Seine erste komplette Saison bei den Japanern begann vielversprechend. In den ersten fünf Rennen fuhr Trulli dreimal auf das Treppchen und stellte seinen Teamkollegen Ralf Schumacher deutlich in den Schatten. Zwar konnte der Italiener das Level nicht ganz halten, der siebte Platz in der Fahrerwertung sollte trotzdem sein bestes Ergebnis bei Toyota bleiben.
Trulli als Teamkollege von Glock bei Toyota
2006 und 2007 wurden die Punkteplätze wieder seltener. Im Gesamtklassement kam Trulli nicht mehr in die Top Ten. Vor der Saison 2008 gab es Gerüchte, dass Trulli durch Fernando Alonso ersetzt werde. Alonso ging allerdings zu Renault und Trulli blieb als Teamkollege von Timo Glock bei den Japanern. Mit einem verbesserten Auto häuften sich auch die Punkteplatzierungen wieder und in Frankreich stand der kleine Italiener nach drei Jahren erstmals wieder auf dem Podium.
2009 gelang ihm dieses Kunststück gleich drei Mal. Bereits zum Auftakt in Australien überquerte er als Dritter die Zielline. Beim Japan GP erzielte er mit dem zweiten Platz sein bestes Ergebnis der Saison. Nach dem Ausstieg von Toyota musste sich der Italiener nach einem neuen Cockpit umsehen. Da Lotus mit einem neuen Team in die Formel 1 zurückkehrte, wurde noch ein erfahrener Pilot gesucht. Die Wahl fiel auf Trulli.
Keine Punkte mit Lotus
Im ersten Lehrjahr gab es für Lotus wie erwartet nicht viel zu melden. An die etablierten Teams kam Trulli nicht ran. Zwar konnte er ab und zu im Qualifying seine alte Klasse aufblitzen lassen, das Duell mit Teamkollege Kovalainen verlor er jedoch meist. Trotzdem setzt man weiter auf den Routinier und lässt in auch 2011 an Lotus-Lenkrad.



