Jean-Eric Vergne kam 2012 mit vielen Vorschusslorbeeren in die Formel 1. Der Franzose durchschritt die Stufen der Karriereleiter im Eiltempo. Seit den ersten Gehversuchen im Kart 2001 bis zu den ersten Testfahrten in der Formel 1 vergingen nicht einmal zehn Jahre. Bei der Ausbildung des schnellen Talents aus Pontoise half Red Bull allerdings auch kräftig mit.
Vergne: Red Bull-Junior seit 2007
Nach den ersten erfolgreichen Jahren im Kartsport ging es 2007 im Alter von 17 Jahren in die französische Formel Renault. Schon im ersten Versuch gewann er die Formel Renault Campus für Nachwuchspiloten, was ihm direkt einen Platz im Red Bull-Juniorkader einbrachte. Es folgte der Aufstieg in die Formel Renault 2.0, die er 2009 als Vizemeister abschloss.
Ein Jahr später folgte der Wechsel in die britische Formel 3, die er als Rookie von Beginn an dominierte. Sechs Rennen vor Schluss stand er als neuer Champion fest und stieg damit in die Fußstapfen seiner Red Bull-Junior-Kollegen Jaime Alguersuari und Daniel Ricciardo, die in den Jahren zuvor den Titel der britischen Formel 3 abräumten.
Erster Formel 1-Einsatz 2010
In der Saison 2010 probierte Jean Eric Vergne viele Serien aus. GP3, Formel 3 und Formel Renault standen auf dem vollen Terminplan. Daneben gab es endlich den ersten Einsatz in einem Formel 1-Auto. In Goodwood durfte Vergne den Red Bull RB5 von Sebastian Vettel pilotieren. Nach der Saison folgte dann die erste richtige Bewährungsprobe, als der Youngster beim Young Driver Test in Abu Dhabi sein Talent in einem Toro Rosso zeigen musste.
Der Aufstieg musste aber noch ein Jahr warten. 2011 fuhr Jean-Eric Vergne in der Formel Renault 3.5 und verpasste den Titel nur knapp. Um dem Nachwuchsmann etwas Formel 1-Erfahrung zu geben, ließ die Red Bull-Motorsportleitung den Franzosen in den letzten Rennen im Freitagstraining im Toro Rosso fahren. Nach der Saison saß Vergne wieder beim Young Driver Test im Auto - dieses Mal im Weltmeister-Red Bull. Mit drei Bestzeiten machte der Shooting-Star auf sich aufmerksam.
Duell: Vergne vs. Ricciardo
Die Verantwortlichen hatten genug gesehen. Es war klar, dass der Weg von Jean-Eric Vergne irgendwann in der Formel 1 endet. Besser früher als später, dachte sich wohl Red Bull-Berater Helmut Marko, und beförderte Vergne vor der Saison 2012 schließlich zum Stammfahrer. Im Duell mit Teamkollege Daniel Ricciardo wird sich zeigen, wer das größere Talent hat. Das Ziel der beiden Toro Rosso-Junioren ist das gleiche: beide wollen 2013 ins Red Bull-Cockpit.

