Lewis Hamilton machte wie bei den meisten Formel 1-Piloten seine ersten Schritte bereits mit acht Jahren in den Junioren-Kartklassen. Als Zehnjähriger soll er sich bei der Gala des britischen Motorsport-Verbandes vor Teamchef Ron Dennis gestellt haben, um ein Autogramm zu bitten. Schon damals wusste Hamilton was er will, als er dem McLaren-Chef sagte: "Ich möchte eines Tages für Ihr Formel-1-Team fahren." Dennis versprach ihm, dass man im Fall der Kart-Meisterschaft weitersehe. Drei Jahre später wurde Hamilton ins Nachwuchsprogramm aufgenommen.
Nach acht Jahren im Kartsport und kleineren Formel-Serien wechselte der Sohn eines Einwanderers aus Trinidad & Tobago 2001 in die britische Formel Renault, in der er bereits in seiner zweiten Saison Meister wurde.
Lewis Hamilton gewinnt Formel 3 und GP2 in zwei Jahren
Danach ging es steil bergauf. Zwei Jahre Formel 3 Euroserie, in der er gegen bekannte Namen wie Nico Rosberg, Robert Kubica, Sebastian Vettel oder Adrian Sutil fuhr, schloss Hamilton 2005 ebenfalls mit dem Titel ab. 2006 wechselte der von Mercedes geförderte Nachwuchspilot in die GP2, die er auf Anhieb gewann. Dabei ließ er z.B. Nelson Piquet Jr. und Timo Glock hinter sich.
Die Zeit war für Lewis Hamilton reif, in die Formel 1 einzusteigen. Nach dem Wechsel Kimi Räikkönens zu Ferrari und dem Abgang von Juan Pablo Montoya suchte Ron Dennis gleich zwei neue Piloten. Nachdem der amtierende Weltmeister Fernando Alonso verpflichtet wurde, setzte der Teamchef Hamilton als jungen Gegenpart in das zweite Cockpit.
Lewis Hamilton als Schumacher-Ersatz
In seiner ersten Formel 1-Saison schlug der farbige Brite ein wie eine Bombe. Nach dem Abschied von Michael Schumacher wurde "Lew" zum neuen Superstar aufgebaut. Jung, gutaussehend, charmant und immer freundlich. Nur der eigene Teamkollege konnte sich nicht für den Hamilton-Hype begeistern. Alonso äußerte gleich mehrmals den Vorwurf, dass Hamilton vom Team bevorteilt werde. Der Streit eskalierte beim Rennen in Ungarn, als sich der Spanier seinen Teamkollegen in der Qualifikation behinderte.
Sportlich lief das erste Jahr von Lewis Hamilton fantastisch. Gleich in seinen ersten neun Rennen konnte der neue Silberpfeil-Star auf das Podium fahren. Rekord! Schon beim seinem sechsten Grand Prix in Kanada stand er zum ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen. Zwei Rennen vor Saisonende hatte der Youngster bereits einen 17 Punkte-Vorsprung vor Ferrari-Konkurrent Kimi Räikkönen herausgefahren. Doch nach dem Ausfall in China und dem siebten Platz beim Finale in Sao Paulo musste sich Hamilton am Ende mit einem einzigen Punkt Rückstand geschlagen geben.
Lewis Hamilton: kompromisslos und schnell
Durch seine lockere Art außerhalb der Rennstrecke und das unglückliche Ende der Saison 2007 gewann der mittlerweile in der Schweiz lebende Hamilton die Herzen vieler Fans. Bei seinen Fahrerkollegen ist der Brite wegen seiner kompromisslosen Fahrweise, seinem unglaublichen Ehregeiz und Selbstbewusstsein allerdings weniger geschätzt.
Keine zwei Meinungen gibt es allerdings über seinen unglaublichen Speed, mit dem er Gegner und Teamkollegen gleichermaßen unter Druck setzt. In seiner zweiten Saison verhalfen ihm sein Talent und die aggressive Fahrweise gleich zu fünf Saisonsiegen und schließlich auch seinem ersten WM-Titel. Im Alter von nur 23 Jahren wurde der Silberpfeil-Pilot am 2. November 2008 der jüngste Champion aller Zeiten. In einem denkwürdigen Finale schob sich der Silberpfeil-Pilot erst in der vorletzten Kurve in Sao Paulo an Timo Glock vorbei, um den notwendigen fünften Platz zum Titelgewinn zu übernehmen.
Erster Karriereknick im Jahr 2009
2009 konnte der Brite dieses Kunststück nicht wiederholen und musste sich gerade mal mit dem fünften Platz in der Fahrer-WM begnügen. Negative Schlagzeilen machte der Champion außerdem mit der Lügen-Affäre beim Australien-GP. Nach einem durchwachsenen Saisonbeginn kam mit dem Sieg beim Ungarn GP der erste Lichtblick. Lewis Hamilton wurde dabei der erste Pilot überhaupt, der mit einem KERS-Hybrid-Auto einen Grand Prix gewann. Fortan ging es aufwärts und der zweite Sieg folgte nur wenig später in Singapur.
In der Saison 2010 klappte es wieder nicht mit dem angepeilten zweiten WM-Titel, obwohl Lewis Hamilton bis zum Saisonfinale um die Meisterschaft kämpfte. Vor allem die beiden kollisionsbedingten Ausfälle in Monza und Singapur brachen dem McLaren-Star am Ende das Genick. Als WM-Dritter konnte der McLaren-Pilot immerhin das Duell mit seinem neuen Teamkollegen Jenson Button für sich entscheiden. Sebastian Vettel schnappte ihm allerdings den Rekord des jüngsten Champions aller Zeiten weg.
Hamilton 2011 neben der Spur
2011 folgte der zweite große Knick in der Karriere. Hamilton sorgte abseits der Rennstrecke für viele Schlagzeilen. Er legte sich mit der FIA-Kommissaren an und ließ sich immer wieder von Problemen in der Beziehung mit der Sängerin Nicole Scherzinger ablenken. Auch das Verhältnis zu den Faherkollegen besserte sich nicht. Eine Privatfehde mit Felipe Massa mit mehreren Kollisionen kostete viele Punkte. Im Duell gegen Teamkollege Button blieb Hamilton genauso chancenlos wie gegen Weltmeister Vettel. Am Ende reichte es nur zu Rang fünf in der WM-Wertung.
(Stand: 01/2012)



