Pastor Maldonado ist der neue Stolz Venezuelas. Gefördert von der staatlichen Ölgesellschaft hat es der Mann aus dem kleinen Ort Maracay bis in die Formel 1 geschafft.
Seit seinem 18. Lebensjahr fährt der 1985 geborene Maldonado in verschiedenen Formel-Klassen. 2003 begann die professionelle Laufbahn in der italienischen Formel Renault-Meisterschaft, die er als Siebter abschloss. Ein Jahr später sicherte er sich den Titel.
Erster F1-Test 2005 für Minardi
Schon früh streckte der Venezuelaner die Fühler Richtung Formel 1 aus. Bereits 2005 durfte er für Minardi ein F1-Auto testen. Zum Einstieg in die Königsklasse war es allerdings ein weiter Weg. 2005 hangelte sich durch verschiedene Formel-Starts, ohne eine Saison komplett zu beenden.
Erst 2006 fand Pastor Maldonado in der Formel Renault 3,5 Liter Serie ein neues Zuhause. Mit drei Siegen wurde er Dritter in der Meisterschaft. Fast hätte es direkt zum Titel gereicht, doch wegen eines Verstoßes gegen das technische Reglement wurden ihm 15 Punkte für das Rennen in Misano abgezogen, die ihm die Meisterschaft gebracht hätten.
Maldonado fährt vier Jahre GP2
Als Trostpflaster gab es 2007 immerhin einen Platz in der neuen GP2-Serie, wo er für das Trident Team an den Start ging. Im vierten Rennen gab es direkt den ersten Sieg. Für einen vorderen Platz in der Meisterschaft reichte es trotzdem nicht. Nach einem Bruch des Schlüsselbeins musste er die letzten sieben Rennwochenenden pausieren.
2008 wechselte er zum Piquet Sports Team und landete mit einem Sieg und fünf Podiumsplätzen auf Rang fünf. Mit ART gelangen 2009 sogar zwei Siege, aber am Ende nur Platz sechs in der Meisterschaft. Das Interesse der Formel 1 hielt sich allerdings in Grenzen und so hing Maldonado 2010 noch eine GP2-Saison dran. Im vierten Jahr in der Nachwuchsklasse gelang endlich das Meisterstück. Sechs Siege reichten zum Titel, auch wenn es Maldonado mit fünf punktlosen Wochenenden zum Ende der Saison noch einmal spannend machte.
Formel 1-Einstieg bei Williams
Endlich stieg auch das Interesse in der Formel 1 an dem neuen GP2 Champion. Doch das lag weniger an seinen Erfolgen als an seiner finanziellen Mitgift. Der venezuelanische Ölkonzern schnürte ein nettes Sponsorpaket, zu dem Williams nicht Nein sagen konnte. Nico Hülkenberg musste für Maldonado Platz machen und das Cockpit neben Barrichello abgeben.
In der ersten Saison in der Formel 1 schlug sich der Rookie achtbar. Das Qualifying-Duell gegen den deutlich erfahreneren Teamkollegen war lange ausgeglichen. Auch in den Rennen machte Maldonado eine ordentliche Figur. Dass am Ende nur ein einziger WM-Punkt heraussprang, lag mehr am langsamen und unzuverlässigen Auto als am Fahrer. Solange die Öl-Millionen aus Venezuela weiter fließen, gibt es keinen Grund für Williams ihn rauszuwerfen.
(Stand 01/2012)

