Sergio Perez hat Mexiko wieder auf die Formel 1-Landkarte gebracht. Mit dem Einstieg beim Rennstall von Peter Sauber verwirklichte sich das Ausnahmetalent aus Guadalajara einen Rennfahrertraum. Bei seinem kometenhaften Aufstieg spielte allerdings nicht nur die fahrerische Leistung eine Rolle.
Von Beginn seiner Karriere an wurde Sergio Perez von mexikanischen Telekomunikationsriesen Telmex unterstützt. Das Unternehmen von Carlos Slim, einem der reichsten Männer der Welt, unterstützte die Laufbahn des Youngsters finanziell und ermöglichte dadurch den zügigen Gang durch die Nachwuchsklassen des Motorsports.
Sergio Perez begann seine professionelle Motorsportkarriere in der US-amerikanischen Skip Barber Meisterschaft. Die Rennfahrerschule für angehende Formel-Piloten schloss der Mexikaner 2004 auf Gesamtrang elf ab.
Sergio Perez mit Lehrzeit in Deutschland
Nach nur einem Jahr in den USA zog es Sergio Perez nach Europa. Die deutsche Formel 1 BMW sollte als Sprungbrett zur großen Karriere werden. Doch im ersten Jahr beim Team Rosberg kämpfte der damals erst 15-Jährige noch mit Akklimatisierungsproblemen. Weit abgeschlagen hinter Meister Sebastian Vettel landete der Mexikaner auf Rang 14.
2006 lief es dann schon deutlich besser. Zweimal landete Sergio Perez Mendoza, wie der Youngster mit vollen Namen heißt, auf dem Podium. Am Ende sprang immerhin ein sechster Platz in der Meisterschaft heraus. Schon zu Zeiten der Formel BMW war Sponsor Telmex mit an Bord, um dem jungen Talent Starthilfe zu geben. Seit seiner Zeit in der deutschen Formel-Klasse besitzt der Latein-Amerikaner einen Zweitwohnsitz in Berlin.
Perez mit einem Kurzauftritt für Team Mexiko
Nach der Formel BMW wollte Sergio Perez in der Wintersaison 2006/2007 auch in der A1GP-Meisterschaft teilnehmen. Beim Länderkampf auf vier Rädern stand der Nachwuchsmann im Kader von Mexiko. Hinter Landsmann Salvador Duran blieb er allerdings in der zweiten Reihe. Es reichte immerhin zu einem Einsatz am Rennwochende in Shanghai, bei dem sich Perez zum drittjüngsten A1GP-Starter aller Zeiten machte.
Da es in der A1GP keine Zukunft gab, wechselte Sergio Perez 2007 zurück nach Europa. In der britschen Formel 3-Meisterschaft wollte das Talent weiter Erfahrung sammeln. Dabei ließ es Perez langsam angehen und startete zunächst nur in der nationalen Klasse mit älteren Chassis, konnte sich dabei aber überlegen die Meisterschaft sichern. 2008 wagte er sich dann in die internationale Klasse und beendete die Serie als Vierter, nachdem er zu Saisonbeginn lange in Führung lag.
Zwei Jahre GP2 als Formel 1-Sprungbrett
Sergio Perez war nun bereit für den Sprung in den GP-Zirkus. Weiterhin gefördert von Telmex ging der Mexikaner 2009 erstmals der Formel 1-Nachwuchsklasse GP2 an den Start. Für das Team von Arden sammelte Perez 22 Punkte und beendete die Meisterschaft auf Rang zwölf. Die vier ersten der Meisterschaft, Nico Hülkenberg, Vitaly Petrov, Lucas di Grassi und Romain Grosjean hatten alle den Sprung in die Formel 1 geschafft.
Sergio Perez musste dagegen noch ein Jahr länger warten. Mit einer starken zweiten GP2-Saison für das Team von Barwa Addax empfahl sich der Mexikaner für höhere Aufgaben. Vier Siege bei den prestigeträchtigen Rennen von Monaco, Silverstone, Hockenheim und Spa brachten ihn ins Visier der Formel 1-Scouts. Bis Monza konnte Perez auch noch um den Titel kämpfen. Am Ende sicherte sich allerdings Routinier Pastor Maldonado die Meisterschaft.
Sergio Perez 2011 in Diensten von Sauber
Sergio Perez musste sich trotzdem nicht ärgern. Anfang Oktober 2010 kam die Meldung vom Team Sauber, dass der Youngster 2011 neben Kamui Kobyashi im Cockpit sitzen wird. Bei der Verpflichtung des mittlerweile 20-Jährigen spielte auch FinanzierTelmex eine große Rolle. Als Sponsor war der Mobilfunk-Gigant mit seinen Logos auf dem Auto vertreten.
Zunächst als Paydriver verschrien bewies Perez der Formel 1-Fachwelt schnell, dass er den Platz im Grand Prix-Zirkus auch ohne die Sponsor-Mitgift verdient hatte. Schon bei seinem Debüt in Australien sorgte er bei den Experten für hochgezogene Augenbrauen, als er mit nur einem Stopp über die Runden kam. Ein illegaler Heckflügel verhinderte allerdings WM-Punkte beim Debüt. Die Top Ten-Premiere holte er mit Rang neun beim GP Spanien einige Rennen später nach.
Perez crasht in Monaco
Ein Rennen später in Monaco folgte dann allerdings eine Schrecksekunde. Bei der Anfahrt auf die Hafenschikane verlor Perez die Kontrolle über seinen Sauber und krachte breitseits in die Barrieren. Der Einschlag war so heftig, dass Perez ins Krankenhaus musste. Nach der Gehirnerschütterung musste der Gaucho auch noch das folgende Rennen in Montreal auslassen. Höhepunkt des Jahres war das Rennen in Silverstone, das er auf Rang sieben beendete.
Perez schloss seine Rookie-Saison mit 14 Punkten auf Platz 16 in der Fahrerwertung ab. Vor allem seine reifenschonende Fahrweise und sein unglaublicher Speed auf harten und gebrauchten Reifen machen ihn zu einem außergewöhnlichen Rennfahrer. Auch Ferrari soll bereits ein Auge auf "Checo" geworfen haben. Will er tatsächlich den Sprung in ein echtes Top-Team, muss die Lernkurve auch 2012 weiter nach oben gehen.
(Stand: 01/2012)

