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1. Testtag in Valencia

Ferrari top, BMW mit Problemen

Foto: dpa 13 Bilder

Am ersten Testtag (22.1.) wurde das erste große Aufeinandertreffen der 2008er Formel 1-Autos mit großer Spannung erwartet. Viele der neuen Autos befinden sich zwar erst am Beginn ihrer Entwicklung, doch ein Trend zeichnet sich bereits ab. Ferrari ist das Team, das es zu schlagen gilt.

22.01.2008 Michael Schmidt

McLaren-Mercedes ist wie im Vorjahr dicht an den roten Autos dran, und die ganz große Überraschung könnte Nico Rosberg im neuen Williams FW30-Toyota werden.

Massa mit Tagesbestzeit

Die Tagesbestzeit von Felipe Massa mit 1.12,182 Minuten fällt aus dem Rahmen. Teamkollege Kimi Räikkönen war mit 1.12,721 Minuten um beinahe sechs Zehntel langsamer, was die unterschiedlichen Programme der Ferrari-Piloten unterstreicht. Während Weltmeister Räikkönen hauptsächlich Dauerläufe fuhr, übte Massa, wie gut der Ferrari mit neuen Reifen in der ersten Runde ist. Diese Disziplin war eine der Schwächen im vergangenen Jahr. Sie scheint genauso überwunden, wie die Probleme in langsamen Kurven und über die Randsteine.

Der McLaren MP4-23 schont die Reifen

McLaren-Mercedes dagegen hat in den Dauerläufen zu Ferrari aufgeschlossen. Der neue McLaren MP4-23 hat damit eines der Entwicklungsziele erfüllt. Er schont die Hinterreifen mehr als sein Vorgänger. Heikki Kovalainen belegte mit 1.13,026 Minuten Rang vier. Er hatte einen neuen Sitz bekommen, in dem er sich gleich viel wohler in seinem Auto fühlte. "Wir haben unser Programm abgespult, ohne uns um die Ferrari-Zeiten zu kümmern", bilanzierte der Finne den ersten Tag.

Nico Rosberg, der Überraschungsfahrer

Die große Überraschung des ersten Testtages in Valencia war Nico Rosberg im neuen Williams FW30-Toyota. Nachdem Testpilot Nico Hülkenberg am Montag das neue Auto für 20 Runden eingefahren hatte, langte Rosberg gleich zu. Mit 1.12,838 Minuten  landete der 22-jährige Deutsche auf Rang drei. Noch besser lief es bei den Dauerläufen. Rosberg war so schnell wie die McLaren-Piloten. Auf Räikkönen fehlten im Schnitt nur zwei Zehntel. Dem Team war die Freude aus den Gesichtern abzulesen. "Ich bin schon lange nicht mehr von einem ersten Test mit so einem guten Gefühl zurück in die Fabrik geflogen", erklärte Technikchef Sam Michael. Für Rosberg war es der beste Testauftakt, seit er für Williams fährt: "Das neue Auto ist ein klarer Fortschritt. Ich spüre deutlich mehr Grip. Wir sind gleich am ersten Tag 84 Runden ohne Probleme gefahren. Das ist eine gute Ausgangsbasis."

Entspannung bei Renault - Blitzbesuch von Briatore

Auch bei Renault war man entspannt. Fernando Alonso kam mit 1.13,316 Minuten auf Platz sechs, knapp hinter den McLaren. "Das Auto fährt hier so, wie wir es aus der Fabrik in den Transporter geschoben haben", bekräftigte Teamchef Flavio Briatore, der zu einem Kurzbesuch an der Strecke aufgetaucht war. Alonso ließ ausrichten, dass sich der neue R28 auf Anhieb besser anfühle als der Vorjahreswagen. Der Heimkehrer mobilisierte in Valencia einen Menschenauflauf wie bei einem Grand Prix. 35.000 Zuschauer sorgten bei An- und Abfahrt für Kilometer lange Staus.

BMW mit Kinderkrankheiten und Höcker-Nase

Andere dagegen müssen noch ihre Kinderkrankheiten lösen. Nick Heidfeld klagt weiter über Balance-Probleme mit dem BMW F1.08. Ein Dreher ins Kiesbett unterstrich die Probleme. Mit 1.13,779 Minuten lag Heidfeld eine Sekunde hinter der Musik. Schlimmer noch: Marco Asmer, Testpilot in spe, war mit dem alten Auto um ein Zehntel schneller. Dabei brachte BMW schon wieder ein spektakuläres Detail an das neue Auto. Eine Nase mit zwei Höckern links und rechts, die wie ein Geweih in zwei Flügelstummel übergehen. Heidfeld ist trotz der Anlaufschwierigkeiten optimistisch, dass sich die Defizite korrigieren lassen: "Wir wissen, wo wir ansetzen müssen."

Red Bull: Ölleck am Morgen

Auch bei Red Bull ist noch nicht alles Gold, was da blau, rot und gelb glänzt. Nach einem Ölleck am Morgen kam David Coulthard erst gegen Mittag mit dem neuen RB4 zum Fahren. Erster Kommentar: "Positiv ist: Unsere Schwachstelle vom letzten Jahr - das Getriebe - hält. Wir müssen aber noch Rundenzeit finden. Ich hoffe, das wir am Ende dieser Woche schneller sind als die Toro-Rosso." Das Schwesterauto fährt weiter auf einem modifizierten Stand des Vorjahres und hält sich weiter hartnäckig im Mittelfeld. "Da ist nichts getürkt, von wegen wenig Benzin im Tank oder so", verrät Sebastian Vettel, der mit 1.13,627 Minuten den achten Platz belegte.

Toyota: Aerodynamikprobleme wie im Vorjahr
Die größten Sorgenfalten sah man bei Toyota. Das rotweiße Auto hat offenbar wie im Vorjahr ein aerodynamisches Problem. Jarno Trulli und Timo Glock lagen mit 1.13,820 Minuten respektive 1.14,096 Minuten am Ende des Feldes.

Am kommenden Mittwoch (23.1.) debütiert das letzte der neuen Autos. Rubens Barrichello wird unter Aufsicht des neuen Teamchefs Ross Brawn die ersten Kilometer mit dem Honda RA108 fahren. Die Probleme der direkten Konkurrenz machen Honda Hoffnung, in der Rangliste ein paar Plätze nach oben zu klettern.

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