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20 Prozent Rest-KERS

Vettels Überholgeheimnis von Suzuka

Sebastian Vettel - GP Japan 2013 Foto: Red Bull 36 Bilder

Die Entscheidung beim GP Japan fiel in der 41. Runde. Sebastian Vettel kam im ersten Anlauf an Romain Grosjean vorbei. Mark Webber brauchte sechs Versuche. Doch was hat Vettel besser gemacht als der Australier? Der Weltmeister verrät seinen Überholtrick von Suzuka.

21.10.2013 Michael Schmidt

Runde 40 in Suzuka. Mark Webber führt mit 15,1 Sekunden Vorsprung auf Romain Grosjean. Sebastian Vettel hat sich gerade in den Windschatten des Lotus gezoomt. Für Vettel war klar: Er muss so schnell wie möglich an Grosjean vorbei. Sonst ist sein Vorteil frischerer Reifen dahin, und Webber haut vorne ab.

Der Weltmeister wusste, dass Webber noch ein Mal stoppen musste, für seinen letzten Stint aber einen Satz der weicheren Mischung bekommen würde. Bei 21 Sekunden Zeitverlust in der Boxengasse durfte er Webber keinen weiteren Zeitgewinn gönnen. Sonst wäre der mit dem besseren Grip der Medium-Reifen und dem höheren Top-Speed im Schlussabschnitt zu einer echten Gefahr geworden.

Vettel legt sich Grosjean zurecht

Vettel braucht gerade 5,8 Kilometer, um das schwarze Hindernis vor ihm zu knacken. Seine Reifen sind zu dem Zeitpunkt erst vier Runden alt, die von Grosjean aber schon zwölf. Vettel kalkuliert den Grip-Vorteil in seine Attacke mit ein, die er generalstabsmäßig plant.
 
"Ich habe Romain bei der Anfahrt zur Schikane auf die Innenspur gelockt, dabei aber aufgepasst, dass ich an der Messstelle noch im DRS-Bereich bin. Er hatte dadurch automatisch die schlechtere Linie für die Ausfahrt, weil ich von weiter außen in die Schikane einlenken und somit das Auto beim Beschleunigen früher gerade stellen konnte."

"Dazu kam, dass meine Reifen frischer waren als seine, und dass ich mir 15 bis 20 Prozent KERS für das Ende der Runde aufgespart hatte. Das DRS habe ich schon fast nicht mehr gebraucht. Ich war praktisch schon neben ihm, als ich den Heckflügel öffnen konnte."

Webber kann Grip-Vorteil nicht nutzen

Fünf Runden später erleben wir das gleiche Szenario noch einmal. Ein Red Bull hängt Grosjeans Lotus im Getriebe. Diesmal mit Mark Webber am Steuer. Grosjeans Reifen sind nun schon 17 Runden alt. Webber hat in der 42. Runde gebrauchte Medium-Reifen aufziehen lassen, die zum Zeitpunkt der ersten Attacke vier Runden abgespult hatten.
 
Wie groß der Gripvorteil zu diesem Zeitpunkt war, zeigt Webbers schnellste Rennrunde im 44. Umlauf. Der Australier war mit 1.34,587 Minuten acht Zehntel besser als Vettel und 1,4 Sekunden als Grosjean in deren schnellsten Rennrunden. Trotzdem braucht Webber sechs Runde, um an Grosjean vorbeizukommen. Und das gelingt auch nur, weil der Franzose im Verkehr hängenbleibt.

Webber drückt DRS-Knopf zu früh

Hätte es Webber sofort geschafft, wäre er bei nur 5,9 Sekunden Rückstand auf Vettel sogar noch zu einem Sieganwärter geworden. Doch diese sechs Runden Anstehen haben ihn 2,7 Sekunden gekostet. Webber versucht es mit der herkömmlichen Methode. Er fährt Grosjean in der Schikane einfach hinterher, ohne ihn auf eine alternative Linie zu zwingen. Dann hofft er auf den Segen von DRS. Doch da Grosjean immer mindestens genauso gut wie Webber aus der Schikane kommt, nutzt auch der offene Heckflügel nichts.

Wie Teamchef Christian Horner später verriet, versiebte Webber eine der sechs Chancen dadurch, dass er den DRS-Knopf zu früh drückte. Dann geht der Heckflügel gar nicht auf. Red Bulls Nummer zwei rechtfertigte sich: "Je länger das Rennen dauert, umso weniger kannst du vom offenen Heckflügel profitieren. Du kommst mit weniger Benzin im Tank schneller aus den Kurven raus und damit auf der Geraden immer früher in den Begrenzer."

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