Das erste, was ins Auge sticht, ist die Nase mit dem Stern auf dem schwarzen Kohlefasergrund. Sie duckt sich viel tiefer über dem Frontflügel als man das bei den neuen Autos von Ferrari, McLaren und Sauber gesehen hat. Sie hat wie beim Vorjahres-Brawn GP001 die Form einer Banane.
Dort, wo die die Querlenker der Vorderachse am Chassis angelenkt sind, ist die Karbonröhre so hoch wie die Konkurrenzprodukte. Oben drauf sind jene zwei Höcker, die Red Bull im letzten Jahr salonfähig gemacht hat. Sie ziehen sich beim Mercedes GP W01 bis zum Cockpit hin.
MGP W01 mit konventionellen Rückspiegeln
Bei den Rückspiegeln vertraut das Konstruktionsteam um Chefdesigner Russell Cooley auf die letztjährige Lösung. Sie sind auf breiten Stelzen, die die Funktion eines Zusatzflügels erfüllen, direkt mit dem Chassis verbunden und nicht in die senkrecht stehenden Leitbleche vor den Seitenkästen integriert.
Die Seitenkästen selbst sind weniger stark eingezogen als man das beim neuen Sauber C29 gesehen hat. Und ihre bauchige Form schrumpft hinten deutlich später auf die minimale Breite zusammen, als das McLaren praktiziert. Wie beim McLaren mündet der Auspuff sehr spät, rund 40 Zentimeter weiter hinten als beim Ferrari F10.
Extreme Version des Doppeldiffusors
Im Bereich des Getriebes ist der neue Silberpfeil so schmal wie es nur geht. Um zwischen den Hinterrädern und dem Getriebe möglichst viel Luft Richtung Oberseite des Diffusors strömen zu lassen, packten die Ingenieure aus Brackley die Anlenkpunkte der Hinterachse auf das Dach des Getriebes, was durch einen Höcker in der Verkleidung verdeckt wird.
Das untere Element des Heckflügels schließt praktisch mit dem Unterboden ab. Auffällig ist auch, wie hoch die unteren Querlenker der Hinterradaufhängung am Getriebe angelenkt sind. Das deutet auf eine extreme Version des Doppeldiffusors, der bei der Präsentation natürlich abgedeckt war.
Neuer Mercedes zeigt sich kurz
Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei. Das Auto wurde zurück in die Garage gerollt, die Ingenieure und die Fahrer verschanzten sich im Ingenieursbüro des Transporters. Michael Schumacher kam zehn Minuten später schon wieder raus und mischte sich mit Mercedes-Rennleiter Norbert Haug unter die Zuschauer, die schon auf die nächste Präsentation warteten. Nur 15 Meter weiter zeigte Toro Rosso erstmals seinen neuen STR5.


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