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2014er F1-Autos hässlich

F1-Nasen wie Ameisenbär oder Walross

Ralf Schumacher Williams 2004 Foto: Wilhelm 59 Bilder

Keine guten Nachrichten für Formel 1-Fans. Die Ingenieure warnen, dass die 2014er Autos so hässlich wie noch nie aussehen werden. Schuld sind die Regeln. Vorne erwartet uns eine Mischung aus Ameisenbär und Walross. Hinten ein zehn Zentimeter dickes Ofenrohr, das über der Rückleuchte endet.

21.09.2013 Michael Schmidt

Was haben wir Anfang 2012 geschimpft. Die Nasen der Formel 1-Autos wurden durch eine hässliche Stufe verunstaltet. Inzwischen decken die meisten Teams diesen Knick in der Optik mit Plastik-Blenden zu. Die Optik stimmt wieder einigermaßen. Was uns nächstes Jahr erwartet, wird allerdings ein echter Anschlag auf den guten Geschmack.

Die Nase darf fünf Zentimeter hinter ihrer Spitze auf einer Fläche von 9.000 Quadratmillimetern höchstens 18,5 Zentimeter hoch sein. Zum Vergleich: Heute liegt die Höhe der Nasenspitze zwischen 50 und 55 Zentimeter. Tiefe Nasen müssen prinzipiell nicht schlecht aussehen. Man denke nur an den McLaren MP4-20 von 2005. Ein wunderschönes Auto mit einer tief nach unten geduckten Nase.

F1-Autos 2014 mit dünnen Nasen, die steil nach unten fallen

Das Problem liegt in der so genannten Sektion A-A. Also dem Chassis-Ansatz im Bereich der Vorderachse. Der darf maximal 55 Zentimeter hoch sein. Dort wollen die Ingenieure die Maximalhöhe nutzen, um möglichst viel Luft unter dem Auto durchzubringen. Der Abstand zwischen der Sektion A-A und der Nasenspitze, also die Länge der vorderen Crashstruktur, muss mindestens 70 Zentimeter betragen. Auf diesen 70 Zentimetern fällt die Nase um 31,5 Zentimeter ab.

Es wird also einen ziemlich abrupten Übergang geben. Ab dem vorderen Chassis-Schott weist die Nase in gerader Linie nach unten bis auf die geforderte Höhe. Schlimmer noch: Der vordere Teil der Nase wird aus aerodynamischen Gründen ziemlich dünn ausfallen, um dann im Punkt A-A in den geforderten Querschnitt von 300 mal 325 Millimeter überzugehen.

Eine Banane wächst aus dem Chassis

Force India-Technikchef Andy Green warnt bereits vor: "Da wird vorne eine hässliche dünne Banane aus dem Chassis wachsen. Wir müssen so dünn wie möglich bleiben, weil du so wenig Fläche wie möglich in den tiefen Lagen haben willst. Hier geht es um vier bis fünf Punkte Abtrieb. Da kann ich auf Ästhetik keine Rücksicht nehmen."

Ein anderer Ingenieur vergleicht: "Die Nase sieht im Profil aus wie ein Ameisenbär." Vorschriften in Bezug auf die Breite gibt es in dem Bereich nicht. Die Teams müssen nur den Crashtest bestehen. Es gibt aber bereits wieder ganz Schlaue, die ihre Nasen um fünf Zentimeter kappen und stattdessen rechts und links zwei Stege anbringen, die den 30 Zentimeter schmaleren Frontflügel halten. Diese Autos ähneln dann dem Williams FW26 von 2004. Einem Walross nicht unähnlich.

Frontpartie mit Spitzname "Bobs Knob"

Mercedes-Technikchef Bob Bell hatte FIA-Rennleiter Charlie Whiting im Rahmen einer Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe bereits früh auf die möglichen optischen Folgen hingewiesen. Ohne Reaktion. Die FIA hielt an ihrem Reglement fest. "Es liegt am Reglement, dass die Autos so aussehen wie sie aussehen. Für uns zählt nur Abtrieb", zuckt Mercedes-Technikkoordinator Paddy Lowe die Schultern.
 
Weil sein Kollege Bell der erste Warner war, haben die neuen Frontpartien schon ihren Spitznamen weg. Sie werden branchenintern "Bobs knob", übersetzt "Bobs Buckel" genannt.

Traktor-Optik am Heck

Auch von hinten werden die 2014er Autos keine Schönheit sein. Der Auspuff mündet in 350 bis 550 Millimeter Höhe wie ein riesiges Ofenrohr oberhalb der hinteren Crashstruktur. Das sieht eher nach Traktor als nach Rennauto aus. Die FIA sollte in Zukunft bei ihrer Regelfindung etwas mehr auf die Optik achten. Vielleicht wären weniger Regeln und mehr Freiheit besser. Das technische Reglement ist 88 Seiten stark.

Zum Thema hässliche Formel 1 zeigen wir Ihnen in unserer Bildergalerie noch einmal die skurrilsten F1-Autos aller Zeiten - ebenfalls mit einigen unästhetischen Design-Experimenten.

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