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3 Reifensorten und ihre Folgen

Mehr Überhol-Action und Boxenstopps

Felipe Nasr - GP Österreich 2016 Foto: xpb 30 Bilder

Der Schachzug zeigte Wirkung. Seit Pirelli 3 Reifensorten anbietet, ist mehr Bewegung im Feld. Mit guten und schlechten Folgen. Es gibt mehr Boxenstopps und mehr Überholmanöver als in den beiden Jahren davor.

16.08.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Unter dem Strich war es eine gute Regel. Seit Pirelli den Teams 3 Reifensorten pro Rennwochenende zur Auswahl stellt, ist mehr Bewegung im Feld. Weil das größere Angebot mehr strategische Optionen offen lässt.

Das funktioniert aber nicht immer, da Pirelli manchmal zu vorsichtig agiert. Bei den Grand Prix in Deutschland, Ungarn, Europa, Spanien und Russland kam die härteste Mischung im Rennen kaum zum Einsatz.

Der Griff in die Regel-Trickkiste hat auf jeden Fall die Rennen verändert. Das zeigt der Vergleich mit 2014 und 2015. Für die Statistik haben wir 10 der ersten 12 Grand Prix herangezogen. Für Baku gab es keine Vergleichswerte aus der Vergangenheit, und Hockenheim findet nur alle 2 Jahre statt. Diese Werte bleiben in der Tabelle außen vor.

Regenrennen erhöhen Zahl der Boxenstopps

Nicht überraschend ist, dass es deutlich mehr Boxenstopps gibt. 2016 steuerten die Piloten im Schnitt 44,6 Mal die Boxen an. Im letzten Jahr waren es nur 33,2 Boxenstopps pro Grand Prix. Im Jahr davor immerhin 37,6.

Die Zahl in dieser Saison fällt auch deshalb so hoch aus, weil es 2 Rennen (Monaco, England) gab, die bei Regen gestartet wurden und auf trockener Bahn zu Ende gingen. Da war der Wechsel von Extremwetterreifen zu Intermediates und Slicks programmiert.

Der Ort für die meisten Boxenstopps ist uneinheitlich. 2014 war es Bahrain (57), 2015 Ungarn (61) und 2016 China (66). Das Gros der Fahrer wechselte da 3 Mal die Reifen. Bei den wenigsten Boxenstopps lässt sich immerhin ein Muster erkennen. Das Einstopp-Rennen in Russland ist 2 Mal dabei.

Unterschiedlicher Grip ist beste Überholhilfe

Mehr Boxenstopps bedeutet in aller Regel auch mehr Überholmanöver. Weil sie das Feld durchmischen und weil die Fahrer mit unterschiedlich abgefahrenen Reifen auf der Strecke sind. Unterschiedlicher Grip ist immer noch die beste Überholhilfe. Besser als DRS, das auf einigen Rennstrecken seine Wirkung verfehlt hat. Auf dem Hungaroring kam es trotz 2 hintereinander gestaffelten DRS-Zonen nur zu 11 Positionswechseln auf der Strecke.

Das war der Tiefpunkt in diesem Jahr. Das übliche Schlusslicht Monte Carlo schnitt in diesem Jahr dank des Regens mit 27 Überholmanövern besser als sonst ab. In Silverstone half das Wetterchaos dagegen kaum. Nur 15 Mal überholte ein Fahrer den anderen auf der Strecke.

Ist das schlecht? Je weniger Überholmanöver, desto besser kann man sich an sie erinnern. Beispiel Max Verstappen gegen Nico Rosberg. Wir wissen alle noch, wie Verstappen den Mercedes in Becketts außen aussteigen ließ. Und wie Rosberg später in Stowe zurückschlug.

In Shanghai war es dagegen fast zu viel. 128 Überholmanöver sind eine Inflation, die das einzelne Ereignis verblassen lässt. Da wirken die Bestwerte von 2014 (Bahrain, 78) und 2015 (Ungarn, 40) fast schon armselig. Insgesamt stieg die Zahl der Überholmanöver mit 48,8 pro Rennen in dieser Saison deutlich an. 2014 waren es 41,9 und 2015 nur 29,3.

201420152016
Überholmanöver419293488*
Boxenstopps376332446*
Max. Überholmanöver78 (GP Bahrain)40 (GP Ungarn)128 (GP China)
Min. Überholmanöver9 (GP Monaco)10 (GP Monaco)11 (GP Ungarn)
Max. Boxenstopps57 (GP Bahrain)61 (GP Ungarn)66 (GP China)
Min. Boxenstopps23 (GP Russland)17 (GP Australien)26 (GP Russland)
*ohne Baku & Hockenheim
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Mir geht es wie MacCuill, aber ich habe aus Gründen der Nostalgie für eine Jacques-Schulz-Gedächtnis-Chaos gestimmt!

Proesterchen 17. August 2016, 00:03 Uhr
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