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55 Runden Verteidigung

Hülkenberg empfiehlt sich mit Superleistung

Nico Hülkenberg GP Korea 2013 Foto: Sauber 66 Bilder

Nico Hülkenberg war neben Sieger Sebastian Vettel der Star des Rennens. Der Sauber-Pilot erzielte mit Platz 4 sein bestes Saisonergebnis. Doch es war ein hart erkämpfter Platz. 55 Runden lang musste Hülkenberg seine Position verteidigen. Zuerst gegen Fernando Alonso, dann gegen Lewis Hamilton. Von Alonso gab es großes Lob.

06.10.2013 Michael Schmidt

Nico Hülkenberg war platt. Zuerst nahm er einen Schluck aus der Wasserflasche, bevor er über die 55 Runden von Yeongam sprechen konnte. "Ich hatte die ganze Zeit Druck von hinten, durfte mir nie den geringsten Fehler leisten. Ehrlich gesagt: Ich hätte nie gedacht, dass ich damit durchkomme." 36 Runden lang hatte Nico Hülkenberg den Ferrari von Fernando Alonso im Genick. Den Rest der Distanz drängelte Lewis Hamilton.

Und am Sauber war der rechte Vorderreifen schon am Ende. Hülkenbergs Gummis waren nach seinem Boxenstopp in der 26. Runde älter als die seiner Verfolger. Sie hatten am Ende 29 Runden auf der Lauffläche. Deshalb fuhr immer die Angst mit, seine Gegner könnten in den letzten Runden noch profitieren. "Ich hatte echt Sorge, dass mich die Jungs alle noch aufschnupfen. Dann wäre die ganze Arbeit für die Katz gewesen."

Kein Gedanke ans Podium

Von einem Platz auf dem Podium träumte der Vierte des Rennens nicht. "Als ich gesehen habe, wie die Lotus weggezogen sind, habe ich gesagt: Tschüss, und einen schönen Tag noch." Der Sauber-Pilot blickte mehr nach hinten als nach vorne.

"In den schnellen Passagen war Lewis um Welten schneller. Als ob der Mercedes doppelt so viel Abtrieb hätte. Zum Glück kann man dort nur überholen, wenn der Vordermann einen Fehler macht. Ich musste also immer nur sauber durch diese beiden Sektoren kommen und mich dann mit unserer guten Traktion und dem guten Top-Speed über die langen Geraden retten. Die KERS-Strategie habe ich je nach Situation angepasst. Mein Blick war dauernd im Rückspiegel, um zu sehen, wie nahe sie an mir dran sind."

Hamilton schon zwei Mal vorbei an Hülkenberg

Die gefährlichste Passage für Hülkenberg war das Ende der Zielgerade, weil die Kuve davor im fünften Gang mit 210 km/h genommen wird. Da konnten Alonso und Hamilton ihre Vorteile ausspielen. Aus den langsamen Ecken raus waren der Ferrari und der Mercedes dagegen chancenlos.

"Lewis ist zwei Mal an mir vorbeigegangen, aber ich konnte ihn jedes Mal kontern. Beim zweiten Mal mit DRS und KERS. Zwischen Kurve 3 und 4 hat es Lewis nur ein Mal probiert. Ich bin innen geblieben und habe ihn außen verhungern lassen. Das war keine große Sache." Den Grundstein legte der Rheinländer mit einer aggressiven Startrunde. "Ich hatte auf der langen Geraden schon zwei Positionen an Gutierrez und Massa verloren und bin dann am Bremspunkt ganz innen geblieben, um wieder vorbeizukommen. Mir war klar, dass ich diese beiden Plätze sofort wieder zurückholen muss."

Toro Rosso bringt Sauber auf die Spur

Sauber hatte sich die Taktik von Toro Rosso abgeschaut. Die Truppe aus Faenza pokerte in der Vergangenheit mit wenig Abtrieb, verzichtete im Training auf Rundenzeit und profitierte im Rennen vom guten Top-Speed. "Wir sind mit dem Abtrieb auf ein Niveau gegangen, dass zwischen Spa und Silverstone lag", erklärte Chefingenieur Tom McCullough.

Mit 317 km/h lag Hülkenberg in der Top-Speed-Rangliste im vorderen Drittel. Entscheidend aber war die gute Traktion des Sauber. Hülkenberg zog seinen Verfolgern aus den Kurven 2,3 und 4 immer klar davon. Dazu McCullough: "Seit wir auf das letztjährige Auspuffprinzip zurückgegangen sind, haben wir im Heck deutlich mehr Abtrieb und können mit Bodenfreiheiten fahren, die der Traktion helfen."

Viel Lob für Hülkenberg

Es ist das dritte Rennen in Folge, in dem Sauber Punkte macht. Und das zweite Mal zweistellig. Mit seinem vierten Platz holte Sauber in einem Aufwasch den Rückstand zu Toro Rosso auf. Wegen des besseren Resultats liegt Sauber jetzt sogar vor Red Bulls Juniorteam in der Konstrukteurs-WM. Das kann drei Millionen Dollar wert sein. Fernando Alonso konnte das Heck des Sauber lange genug studieren.

Der Spanier war ein fairer Verlierer: "Ich hatte null Chancen, an Nico vorbeizukommen. Er ist exzellent gefahren, war absolut fehlerlos und verdient es, vor uns ins Ziel zu kommen." War das jetzt das Bewerbungsschreiben für Lotus oder McLaren? Der lange Blonde aus Emmerich winkte ab: "Das sollen andere beurteilen. Ein gutes Rennen muss gar nichts heißen. Die Meinung in der Formel 1 ändert sich schnell."

Es war aber schon der dritte starke Auftritt in Folge. Lotus-Teamchef Eric Boullier ziehrte sich: "Wir beurteilen Fahrer nicht nach einem Rennen. Nicos Qualitäten sind uns schon lange bekannt. Er hat heute wieder gezeigt, dass er in einem guten Auto vorne mitfahren kann."

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