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60. Geburtstag von Niki Lauda: Ein Flug durch die Zeit

Niki Lauda hat am Sonntag (22.2.) seinen 60. Geburtstag gefeiert. Auf einem Flug durch die Zeit lassen wir die bewegte Karriere des Österreichers Revue passieren - mit allen Höhen und Tiefen.

484 Knoten zeigt der Geschwindigkeitsmesser im Cockpit des Airbus A 319 auf dem Flug von Wien nach Innsbruck an. 900 km/h-Höchstgeschwindigkeit. Trotz der kurzen Strecke wird Flug HG 8336 der österreichischen Fluggesellschaft NIKI 15 Minuten früher als geplant in der Hauptstadt des Bundeslandes Tirol eintreffen. Heute fliegt der Chef selbst - der Mann, den Höchstgeschwindigkeit am Boden dreimal zum Weltmeister in der Formel 1 machte: Niki Lauda. Am 22. Februar wird er 60. Aber davon will er am liebsten gar nichts wissen: "Ein Geburtstag war mir schon immer wurscht."

Nicht egal ist ihm dagegen, dass er auch mit 60 noch fliegt. "Jeder Pilot muss regelmäßig seine Prüfungen im Simulator machen und sowieso sein ganzes Pilotenleben zum Doktor gehen, um alle halbe Jahre fit geschrieben zu werden. Warum soll der nicht bis 65 fliegen können? Ich fühl' mich absolut wohl und bin fit."

Leben in der Luft und auf der Rennstrecke

Neben seinem Geburtstag könnte Lauda in diesem Jahr noch drei andere Jubiläen feiern: Im Oktober ist es 25 Jahre her, seit er seinen dritten Weltmeistertitel in der Formel 1 holte, und vor 30 Jahren gründete er seine erste Fluggesellschaft, die Lauda Air, die später von der Austrian Airlines übernommen wurde. Vor fünf Jahren schließlich entstand seine "Niki Luftfahrt GmbH", an der Air Berlin mit 24 Prozent beteiligt ist.

Entspannt sitzt Niki Lauda - wie so oft - auf dem linken Platz im engen Cockpit des A319, rechts neben ihm der erste Offizier Patrick Kuczewski. Kuczewski in Uniform, Lauda mit Jeans, braunem Jackett und dem berühmten roten "Kapperl", ganz in zivil. "Ich müsste mich ja mehrmals am Tag umziehen", sagt er. "Erst im Büro, dann im Flugzeug, dann wieder im Büro. Und manchmal weiß ich auch gar nicht vorher, ob ich als Pilot einspringen muss."

Niki Lauda greift zum Mikrofon und informiert die Passagiere: "20.000 Fuß sind wir hoch - knapp 6.100 Meter - die Temperatur draußen liegt bei minus 50 Grad. In Innsbruck ist das Wetter schön, es hat dort null Grad." Zugleich bittet der Pilot die Passagiere noch, sich wegen einiger Turbulenzen wieder anzuschnallen.

Geburtstag ist das Unwichtigste

15 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit setzt der A 319 in Innsbruck auf. Es ist 14.50 Uhr. Für 15.45 Uhr ist der Rückflug angesagt. Anders als früher im Rennwagen kann sich Niki Lauda die Geschwindigkeit in der Luft nicht selbst aussuchen. "Ich bin so geflogen, wie es gehört, und wir hatten relativ starken Rückenwind", sagt er. "Außerdem: Da oben merkt man ja nicht, wie schnell man ist. Wenn man in Monte Carlo mit 300 fährt, dann ist das sicher was anderes als mit 850 zu fliegen."

In der Flugpause verrät Lauda, warum ihm Jubiläen nichts wert sind: "Dinge, die ich nicht ändern oder beeinflussen kann, nehme ich so, wie sie sind. Deshalb ist der Geburtstag das Unwichtigste. Weltmeistertitel - dass das vor 25 Jahren war, weiß ich gar nicht mehr. Weil ich heute lebe und an morgen denke. Ich nutze Erfahrungen, die ich gemacht habe. Aber ich will nicht in Nostalgie untergehen."

Tragödien und Tiefpunkte

Lauda spricht von sich aus auch nicht über den 1. August 1976 - jenen Tag, als er auf der berühmt-berüchtigten Nordschleife des Nürburgrings mit seinem 500-PS-Ferrari mit Tempo 220 gegen eine Böschung krachte, sein Wagen in Flammen aufging, und er nach qualvollen 40 Sekunden gerettet wurde. Fünf Tage kämpften die Ärzte damals um sein Leben. Als schlimmstes Ereignis nennt Niki Lauda den Absturz einer Boeing 767-300 seiner früheren Fluggesellschaft Lauda Air über Thailand, bei dem am 26. Mai 1991 alle 223 Insassen ums Leben kamen. Ursache war ein technischer Defekt am Triebwerk.

Seinen Lebensmut hat Lauda trotz vieler Rückschläge nie verloren. Zu den Schicksalsschlägen gehörte auch eine schwere Nierenerkrankung, die zwei Transplantationen notwendig machte - eine Niere spendete ihm sein Bruder Florian. "Das Schönste ist heute, dass ich immer noch gesund am Leben bin und jeden Tag entscheiden kann, was ich machen will. Und dass ich guter Laune bin."

Bevor Flugkapitän Lauda in Innsbruck die Triebwerke für den Rückflug nach Wien anlässt, gibt er noch zu, dass er vor seinem Geburtstag doch nicht ganz flüchten wird: "Am liebsten würde ich mit meiner Frau Birgit und unseren beiden Hunden zu Viert essen gehen. Wenn das nicht klappt, werde ich mit acht bis zehn Menschen, die mir ganz besonders viel bedeuten, irgendwo in Spanien zusammen sein." Spricht's und rollt mit dem silbernen Niki-Airbus in Richtung Startbahn 08.

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dpa

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